Umbau
Solothurn hat mit der «Couronne» sein erstes Haus am Platz wieder

Aus der «Krone» ist die «Couronne» geworden. Doch dahinter steckt viel mehr als ein Namenswechsel. Ab Mai verfügt Solothurn wieder über eine Top-Destination.

Wolfgang Wagmann
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Die «Couronne» wird neu eröffnet.
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Die neu weisse Fassade soll die Brüstungen und Eckquader aus Solothurner Stein besser zur Geltung bringen. Neu hebt sich der crémefarbige Leist-Flügel im Süden vom barocken Haupttrakt aus dem Jahr 1772 ab.
Hier liest es sich französisch
Neueröffnung Couronne
Blick auf die St.-Ursen-Kathedrale
Blick ins Bad
Die neu quadratische Bar/Lounge anstelle der früheren schlauchförmigen «Krone»Bar soll zum Treffpunkt werden.
Die neu quadratische Bar/Lounge anstelle der früheren schlauchförmigen «Krone»Bar soll zum Treffpunkt werden.
Im Restaurant des Hotels
Im Restaurant des Hotels
Im Restaurant des Hotels
Im Restaurant des Hotels
v.l.: Benedikt Graf, Thomas Grossenbacher, Markus Graf, Stefan Batzli, Roman Oschwald, Martin Volkart Eroeffnung Hotel Krone, v. l.: Benedikt Graf, Thomas Grossenbacher, Markus Graf, Stefan Batzli, Roman Oschwald, Martin Volkart
v.l.: Martin Volkart, Roman Oschwand, Thomas Grossenbacher, Markus Graf Eroeffnung Hotel Krone, v.l.: Martin Volkart, Roman Oschwand, Thomas Grossenbacher, Markus Graf

Die «Couronne» wird neu eröffnet.

Michel Luethi

Grosser Tag für Markus Graf, den Stiftungsratspräsidenten der Swiss Prime Anlagestiftung, und damit der Bauherr beim Umbau der «Krone» zur «La Couronne». «Heute vor genau fünf Jahren haben wir den Baurechtsvertrag unterschrieben.»

Und damit eine neue Ära im laut Architekt Benedikt Graf «schönsten Haus von Solothurn» eingeläutet. «Es ist nun genau 599 Jahre her, seit die damalige St. Ursen-Pinte erstmals aktenkundig erwähnt worden ist», blickte wiederum Markus Graf auf die lange, wechselvolle Geschichte des jetzigen Bijous zurück.

Die Krone vor dem Umbau
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Im Sommer 2012 wurde das Hotel La Couronne von Stadt und Kanton Solothurn für 9 Millionen Franken erworben, was einige Proteste auslöste. Das Baurecht wurde der Credit Suisse erteilt. (v.l.) Markus Graf, Leiter CS Real Estate Asset Management Schweiz, Regierungsrat Walter Straumann und der Solothurner Stadtpräsident Kurt Fluri,
Im Herbst 2012 wurde das Hotel ausgeräumt; fast die gesamte Inneneinrichtung wurde nach China verkauft.
Im Herbst 2012 wurde das Hotel ausgeräumt; fast die gesamte Inneneinrichtung wurde nach China verkauft.
Einsprachen eines Nachbarn gegen die Dachgestaltung des Leisttrakts und des Innenhofes verzögerten den Umbau.
Unter anderem beschwerte er sich darüber, dass seine Fenster weniger Licht erhalten würden.
2015 wurde das Baurecht an die Swiss Prime Anlagestiftung weitergegeben. Thomas Grossenbacher und Markus Graf vor der «Krone»
Die Baustelle im Februar 2016
Die Baustelle im Februar 2016
Die Baustelle im Februar 2016
Die Baustelle im Februar 2016
Die Baustelle im Februar 2016
Die Baustelle im Juli 2016. Ein Plakat zeigt, wie das Gebäude bald aussehen soll. Aus der «Krone» wird die «La Couronne», so wie das Hotel ursprünglich genannt wurde.
Januar 2017: «La Couronne» und der Leisttrakt sind in der Endphase des Umbaus
Die neu weisse Fassade soll die Brüstungen und Eckquader aus Solothurner Stein besser zur Geltung bringen. Neu hebt sich der crémefarbige Leist-Flügel im Süden vom barocken Haupttrakt aus dem Jahr 1772 ab.
Die «Couronne» wird neu eröffnet.
Die neu quadratische Bar/Lounge anstelle der früheren schlauchförmigen «Krone»Bar soll zum Treffpunkt werden.
Im Restaurant des Hotels
Eines der Zimmer in der «Couronne»

Die Krone vor dem Umbau

Zur Verfügung gestellt

Die 24. Handänderung

Mit Genugtuung blickt Graf noch heute auf den «sehr schlanken» Deal vom 25. April 2012 zurück, den er mit dem damaligen Baudirektor Walter Straumann und Stadtpräsident Kurt Fluri in kürzester Zeit unter Dach und Fach gebracht hatte. Der Kauf der «Krone» durch Stadt- und Kanton im Finanzvermögen hatte zwar für Stirnrunzeln gesorgt, «doch schon damals hielt Kantonsrat Beat Käch bei einer entsprechenden Interpellationsbeantwortung fest: Der Kauf war kein Sündenfall, und wenn, wäre es ein schöner Sündenfall gewesen.»

Mit der 24. Handänderung in der 599-jährigen Geschichte des Hause sei der Weg geebnet worden, dass der Haupttrakt weiterhin als Hotel und Restaurant weiterbetrieben werden konnte – was bei anderen potenziellen Käufern nicht der Fall gewesen wäre. «Diese hatten nur Geschäftsflächen und Eigentumswohnungen im Kopf», betonte der Bauherr. Stadt und Kanton erhalten einen Baurechtszins von eineinhalb Prozent auf die Kaufsumme von 9 Mio. Franken.

Die Rendite aus dem Umbau sei zwar bescheiden, doch eine Immobiliengesellschaft wie die Swiss Prime Anlagestiftung - sie hält schweizweit Immobilien für eine Milliarde Franken – könne sich auch eine solche Hotel-Investition leisten. Laut Markus Graf hat der gesamte Umbau des Hoteltrakts sowie des Leistflügels mit acht Wohnungen und Geschäftsflächen auf zwei Geschossen 18 Mio. Franken gekostet.

Hotel Restaurant de la Couronne: Was das Haus bietet

Im Endausbau mit der Garage an der Seilergasse wird die «Couronne» als 4-Sterne-Boutiquehotel ab Ende Jahr 37 Zimmer und Suiten anbieten, davon 28 jetzt schon im Haupttrakt. Das Restaurant français bietet 70 Gästen Platz, in der Bar à Vin sind 35 Plätze zu haben.

Der grosse Saal oder Salle des fêtes weist 140 Plätze auf, 50 weitere die Terrasse und 36 die Aussenterrasse (Boulevard) auf die Hauptgasse hinaus. Dazu kommen Seminar- und Tagungsräume von 10 bis 140 Plätzen. Die Hotelzimmerpreise liegen ohne spezielle Vergünstigungen zwischen 190 und 420 Franken für die zwei Suiten. (ww)

Taktgeber für den Tourismus

Besonders hob Markus Graf die Bedeutung der neuen «La Couronne» für Solothurns Stadthotellerie hervor. Dafür blickte er auf die Ende 2006 ebenfalls von ihm lancierte Seminarmeile zurück – «die 2004/05 noch auf grosses Skepsis gestossen war.» Doch habe die Stadt Solothurn seit dem Jahr 2000 von damals noch 40'000 Übernachtungen auf inzwischen 87 000 Logiernächte zugelegt. «Und mit dem neuen Hotel sollten nun nochmals 15'000 dazukommen. Mit neu 100'000 Übernachtungen hätte Solothurn den grössten Zuwachs der Schweiz bei der Stadthotellerie.»

Eine bauliche Herausforderung

«Alle 60 bis 70 Jahre wurde dieses Haus umgebaut», hielt Benedikt Graf für das beauftragte Architekturbüro Graf Jenni Stampfli fest. Eine grosse Herausforderung, die es in der eineinhalbjährigen Bauzeit zu lösen galt, waren doch offenbar laut dem bauführenden Architekten Res Jenni einige Hausteile recht abenteuerlich konstruiert, «offenbar früher wegen Geldmangels angesichts der ständig anstehenden Investitionen», wie Graf anmerkte.

Besonders hob er die Arbeit der Zürcher Innenarchitektin Jasmin Grego hervor, welche mit insgesamt 30 verschiedenen Grautönen dem Haus eine neue, schlichte Eleganz und Identität gegeben hat. Während im Haupttrakt vor allem die Erschliessung durch neu Liftanlagen und der Einbau von zehn neuen Hotelzimmern im Dachstock zu Eingriffen führte, wurde der Leist-Flügel radikaler umgebaut.

Insgesamt, so Graf, wirkten 50 Firmen mit 300 Angestellten mit. 6000 Kubikmeter Material wurden aus dem Gebäude-Ensemble hinausgeschafft, 50 Kilometer Elektrokabel verlegt und für den gesamten Umbau 150'000 Arbeitsstunden geleistet.

Ein grosser Arbeitgeber

Für die Betreiber der «Couronne», die Genossenschaft Baseltor, meinte Projektleiter Martin Volkart: «Mit der Eröffnung unseres vierten Hauses beschäftigen wir über 100 Angestellte.» Davon 35 in der «Couronne», die mit Direktor Roman Oschwand ein «tolles Team» bildeten. Klassisch, französisch soll das Haus mit seinem durch viele bauliche Spezialitäten unverwechselbaren Charakter geführt werden. «Wir erwarten bei einer 70-Prozent-Auslastung einen Jahresumsatz von 5 Mio. Franken», skizzierte Volkart die Erwartungen der Genossenschaft, die damit einen Gesamtumsatz von jährlich 14 Mio. Franken anpeilt.

Thomas Grossenbacher, Projektleiter für die Swiss Prime Anlagestiftung, freute sich über den hohen Vermietungsgrad von 95 Prozent. Die acht Wohnungen im Leist-Flügel «hätten wir dreimal vermieten können.» Um dann noch einen Wermutstropfen an diesem Freudentag einzuschenken: Ein Nachbar verhindert mit einer neuerlichen Einsprache derzeit noch die Ausgestaltung des Innenhofs.

Tage der offenen Tür: Samstag von 10 bis 14 Uhr, Sonntag von 11 bis 14 Uhr.

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