Langenthal
Sie behalten auf der Baustelle Wuhrplatz stets die Übersicht

Gelbe und blaue Bagger stehen herum, diverse farbige Mulden sind bereit, um gefüllt zu werden, ein roter Kran erhebt sich ehrfürchtig. Auf der Baustelle des Wuhrplatzes sind die Arbeiten in vollem Gang.

Fabienne Wüthrich
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Beat Schöni, städtischer Leiter Tiefbau, und Stadtbaumeister Urs Affolter (rechts) auf der Grossbaustelle Wuhrplatz. Fotos: Hanspeter Bärtschi

Beat Schöni, städtischer Leiter Tiefbau, und Stadtbaumeister Urs Affolter (rechts) auf der Grossbaustelle Wuhrplatz. Fotos: Hanspeter Bärtschi

Solothurner Zeitung

Männer mit orangefarbenen Helmen und roten Ohrschützern sind mit etlichen Arbeiten beschäftigt. Unter den orange gekleideten Männern stechen zwei Herren in Schwarz heraus: Beat Schöni, Fachbereichsleiter Tiefbau und Verantwortlicher für die Wuhrplatz-Baustellen, sowie Stadtbaumeister Urs Affolter.

Beide kennen die derzeitige Baustelle sehr genau – und erklären entsprechend, was gerade abläuft. Schöni sei praktisch täglich «sur place», sagt Affolter. «Es ist für die Stadt ein bedeutendes Projekt.» Er erklärt anhand eines Übersichtsplanes die verschiedenen Baustellen, die zu koordinieren sind: «Die Umgestaltung des Wuhrplatzes und der Neubau des Parkplatzes im Bereich des unteren Wuhrareals sind die zwei städtischen Bauprojekte.» Hinzu komme die Überbauung Wuhr, ein privates Vorhaben.

Die Koordination erfolgt gemäss Schöni an wöchentlichen Baurapporten und Planersitzungen. Ein heikler Punkt ist die Querverbindung zwischen Käsereistrasse und Mühleweg. Hier steht ein gelb gekleideter Mann, der Securitas, wie Affolter erklärt. «Der gut frequentierte Durchgang soll für die Bevölkerung so lange wie möglich offen bleiben», sagt er. Doch es herrschten schwierige Verhältnisse und es sei gefährlich, die Baustelle zu queren. «Deshalb benötigen wir jemanden, der den Verkehr einweist und überwacht.»

Wetter spielte einen Streich

Nun brummt ein Bagger mit einem langen Betonrohr vorbei. Das sei für den neuen Entwässerungskanal, sagt Schöni. Der Alte war einsturzgefährdet. Beim freigelegten Graben ist er gut erkennbar. Die alten Eisenträger sind fast durchgerostet. Nun gebe es eine neue Sauberwasserleitung für die Platzentwässerung, so Schöni. Damit wird die Oberflächenentwässerung wieder einwandfrei sichergestellt. Ständiger Baulärm begleitet das Gespräch. Ein Bagger hier, ein Lastwagen da.

Im hinteren Teil des Wuhrareals wird es besser. Hier entsteht der neue Parkplatz mit 90 Plätzen. Die rechte Seite des Platzes wird provisorisch als Parkfelder genutzt. Der Parkplatz hätte bereits Ende Dezember fertiggestellt sein sollen. «Die Witterung hat uns jedoch einen Strich durch die Rechnung gemacht», sagt Affolter. «Hier haben wir eine Zeitverzögerung, die aber keine Auswirkungen auf den Endtermin hat.»

Was der Laie nicht weiss und Schöni erklärt: «Es darf für den Belagseinbau nicht zu kalt sein – und die Belagswerke öffnen erst Anfang Februar wieder.» Der Asphalt kann erst bei fünf bis zehn Grad eingebaut werden. «Das wird auch im Februar ein Pokerspiel sein», sagt Schöni. Ist es jedoch genug warm, dann sei der Belag in zwei bis drei Tagen eingebaut.

Nach dem Belag folgt die Installation der Ticketautomaten, des Parkleitsystems, der Beleuchtung sowie der Bepflanzung. Letztere wurde sehr sorgfältig bestimmt, wie Affolter erklärt. Es mussten einheimische Bäume gefunden werden, die sich für den Einsatz im Verkehrsraum eignen und auch die ästhetischen Vorstellungen erfüllen. Die Hagebuchen werden versetzt eingepflanzt. Ende Mai soll der Parkplatz abgeschlossen sein.

Gemütlich an der Langete sitzen

«Das ganze Projekt ist eines der grössten in Langenthals öffentlichem Raum und für mich ein Höhepunkt», sagt Schöni. Aber: Es erfordert eine hohe Koordination. Und: «Wir versuchen mit allen Mitteln, der Bevölkerung den Bau so erträglich wie möglich zu machen», sagt Affolter. Betroffen von diesem Grossprojekt sind nebst den Anwohnern ebenfalls das Restaurant Winn Fat und die Gelateria Riva.

Bei ihnen lag laut Affolter der grösste Knackpunkt. «Natürlich hat die Umgestaltung Auswirkungen auf sie», sagt er unumwunden. Die Stadt versucht aber, es den beiden betroffenen Gastgewerbebetrieben so annehmlich wie möglich zu machen. Will heissen: Die Anlieferung wird immer sichergestellt und die Gäste kommen jederzeit zu Fuss in die Restaurants.

So oder so: «Wir müssen mit den Anstössern, den privaten Bauherren und den anderen Betroffenen viel kommunizieren. Es ist manchmal schwer, alles unter einen Hut zu bringen», sagt Affolter.

Es geht weiter zum vorderen Teil des Wuhrplatzes. Am 1. November 2010 hätten sie mit der Umgestaltung begonnen, sagt Schöni. In einer ersten Phase wurden die Langete entlang Blockstufen erstellt. Sie bilden das Grundfundament für die späteren Sitzelemente. «Sind sie fertig, hat die Bevölkerung die Möglichkeit, gemütlich an der Langete zu sitzen», so Schöni.

Beim Wuhrplatz soll es Schlag auf Schlag gehen: In den nächsten Schritten werden die Entwässerungs- und übrigen Werkleitungen eingebaut, danach wird der Brunnen – das Kernstück des Platzes – erstellt. Anschliessend wird die Pflästerung eingebaut.

Der Terminplan sei sehr ehrgeizig, aber: Das gesamte Projekt solle wie vorgesehen im August fertig sein. «Wir sind im Zeitplan», sagt Schöni. Und auch bei den Kosten würden sie im budgetierten Rahmen liegen. Dafür benötigt es jedoch eine ständige Kontrolle. Immer Ende Monat gebe es eine Baukostenkontrolle. «Ich freue mich auf das Ergebnis», sagt er. Das bestätigt Affolter: «Nach einer so langen und intensiven Planungsphase ist es spannend und eine grosse Befriedigung, wenn das Werk einmal fertig ist.»

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