Verwaltungsgericht
Sex-Lehrer zieht den Kürzeren: Sofort aus Schulzimmer verbannt

Der Sex-Lehrer von Roggwil darf nicht mehr unterrichten: Das Verwaltungsgericht wies seine Beschwerde gegen den Entzug der aufschiebenden Wirkung ab, den die Erziehungsdirektion gleichzeitig mit dem Einzug seines Primarlehrerpatents verfügt hatte.

Bruno Utz
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Solothurner Zeitung

Einzelrichterin Ruth Herzog gewichtete «das öffentliche Interesse am sofortigen Entzug der Unterrichtsberechtigung stärker als die gegenläufigen privaten Interessen des Beschwerdeführers», wie es im gestern veröffentlichten Urteil heisst.

Der Pädagoge war an verschiedenen Real-, Primar- und Sekundarschulen als stellvertretender Lehrer tätig. Zuletzt hatte er eine Anstellung an der Sekundarschule in Roggwil. Die Gemeinde Roggwil löste das Anstellungsverhältnis mit dem Lehrer am 29. Mai 2009 fristlos auf, da er «Internet-Seiten mit pornografischem Inhalt veröffentlicht» habe.

In seiner Beschwerde bestreitet der Lehrer, dass seine Fernhaltung von der Unterrichtung Unmündiger durch ein öffentliches Interesse gedeckt sei. Bei dem ihm in der Verfügung der Erziehungsdirektion vom 22. September 2010 zur Last gelegten Verhalten handle es sich um eine rein private Freizeitaktivität. Eine Gefährdung seiner Schülerinnen und Schüler habe zu keinem Zeitpunkt bestanden.

Im Rahmen der summarischen Prüfung hielt Richterin Herzog jedoch fest, dass weder die vom Lehrer im Internet dargelegten Vorlieben bezüglich «GangBang, Gruppensexpartys sowie Wix- und Spermapartys» noch seine Vermittlung von Personen für derartige Aktivitäten dem gesellschaftlichen und damit dem in der Schule zu vermittelnden Wertkonsens entsprächen.

«Devote Liebesdienerinnen» aus Afrika

Besonders bedenklich erscheine in diesem Zusammenhang die Aussage, der Beschwerdeführer arbeite daran, «sechs Frauen aus Afrika, die sich gerne als devote Liebesdienerinnen hingeben» würden, in die Schweiz zu holen. Es sei hierbei besonders zu beachten, dass gerade bei Frauen aus dieser Weltregion ein sehr hohes Missbrauchspotenzial bestehe. Selbst wenn der Lehrer keine strafrechtlich relevanten Absichten verfolge, sei seine Aussage «besonders geeignet, seine Vorbildfunktion und das Vertrauen der Elternschaft in ihn zu erschüttern».

Einzelrichterin Herzog äussert zudem erhebliche Zweifel, ob der Beschwerdeführer seine früheren Ansichten, die bereits 1993 zum Entzug seines Lehrerpatents geführt haben, tatsächlich grundlegend geändert hat. Und die vom Lehrer geltend gemachte Aufgabe seiner Unternehmungen und Internetauftritte «bereits vor einigen Jahren», bezeichnet die Richterin als «unbehelflich».

In seiner Stellungnahme gegenüber der Erziehungsdirektion habe er selber festgehalten, dass er diese Tätigkeit «einzig aus finanziellen Gründen» eingestellt habe. Es sei nicht entscheidend, ob die Gefahr bestehe, dass der Lehrer sexuelle Handlungen mit seinen Schülern vornehmen könnte. Eine Gefährdung derselben sei vielmehr darin zu sehen, dass sie durch eine wegen ihrer sexuellen Ansichten nicht geeignete Person unterrichtet und miterzogen würden.

Die eigentliche Beschwerde gegen den Entzug der Unterrichtsberechtigung beurteilt das Verwaltungsgericht zu einem späteren Zeitpunkt.

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