Langenthal
Kunst zeigen und Öffentlichkeit schaffen

Eveline Suter leitet vom Frühling bis in den Herbst das Kunsthaus. Dabei freut sie sich auf einen intensiven Austausch mit der Langenthaler Bevölkerung.

Martina Schlapbach
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Die 45-jährige Zürcherin Eveline Suter muss sich noch an öffentliche Auftritte gewöhnen. msl

Die 45-jährige Zürcherin Eveline Suter muss sich noch an öffentliche Auftritte gewöhnen. msl

Solothurner Zeitung

Ein Bild in Weisstönen hängt an der Wand neben dem Arbeitstisch. Weiss sind auch die Berge, die Eveline Suter in ihrer Freizeit für Skitouren aufsucht. Hier, in ihrem Büro, spricht die Naturliebhaberin über die Materie, die ihre Arbeit bestimmt: Kunst. Als Künstlerin bezeichnet sich Eveline Suter nicht, und auch vom Kunstmachen grenzt sie sich bestimmt ab. «Kunst ausstellen ist, was wir gerne machen», sagt die 45-Jährige und bezieht sich mit «wir» auf die Vertreter ihres Berufsstandes: Kunsthistoriker und Museumsleute.

So gesehen ist für Eveline Suter dieses Jahr ein Glücksjahr. Von Anfang April bis Ende September übt sie die Stellvertretung von Fanny Fetzer aus, die während dieser Zeit in London weilt. Die temporäre Aufgabe als Kunsthaus-Leiterin bringt mit sich, dass Eveline Suter heuer gleich zwei Ausstellungen kuratiert. Von Mitte Mai bis Juli bietet sie mit «Weites Feld» einen Überblick über das Werk des Malers Martin Ziegelmüller; von September bis November fasst sie unter dem Titel «Blank Back Mirror» die Künstlerinnen Alicja Kwade und Ana Roldán zusammen.

Zeit und Vergänglichkeit

Das Kuratieren von Ausstellungen ist für Eveline Suter Berufsalltag. Seit drei Jahren arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Kunsthaus, die Ausstellungen zu Theo Jakob und Wilhelm Felber hat sie jüngst geleitet. Als Glück nimmt sie dennoch wahr, dass sie heuer ihre erste Ausstellung in Langenthal von der Themenwahl bis zur Umsetzung selbst gestalten kann.

Dass die Herbst-Schau als Eigeninitiative von Eveline Suter zu betrachten ist, wird deutlich, wenn die Kuratorin über die gewählten Ausstellungsinhalte spricht. Kwade und Roldán bezeichnet sie als Künstlerinnen, die beide mit den Motiven von Zeit und Vergänglichkeit, Zufall und Zauber spielen. «Es ist eine poetische Kunst, die dazu einlädt, auf verschiedenen Ebenen sinnlich wahrgenommen zu werden», sagt sie und fügt an: «Eine Kunst, wie sie mir gefällt.»

Die repräsentativen Aufgaben, welche die Kunsthaus-Leitung ebenso mit sich bringt und etwa Auftritte an der Kulturnacht und an Vernissagen wie Finissagen beinhaltet, nimmt die Kunsthistorikerin oft erst im Nachhinein als glückliche Momente wahr. «Ich bin nicht die Person, welche die Öffentlichkeit sucht», hält sie fest. Dennoch bezeichnet sie die Gespräche, die im Rahmen von öffentlichen Veranstaltungen stattfinden, als interessant und bereichernd.

Blickt die Zürcherin auf die kommenden Monate, freut sie sich auch auf einen intensiven Austausch mit der Langenthaler Bevölkerung. Das Kunsthaus sollte in der öffentlichen Wahrnehmung noch präsenter sein, äussert sie überzeugt. Möglichkeit, diese Präsenz herstellen, sieht sie etwa mit ihrer Werkschau zu Ziegelmüller gegeben – einem Künstler, der seine Kindheit in Graben erlebte. In solchen Gegebenheiten erkennt Eveline Suter Anknüpfungspunkte, um neue, bewusst auch lokale Zielgruppen anzusprechen. Denn: «Die Kunst stellen wir aus, um sie einem möglichst breiten Publikum zu zeigen.»

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