Dietikon
Jugendliche übernehmen Verantwortung - mit dem Putzlappen

Dreckige Felgen wurden geputzt, quietschende Bremsen geölt und angestaubte Lichter gereinigt. Die Jungwacht-Blauring (Jubla) Dietikon lud am Samstagnachmittag Fahrradfahrer dazu ein, ihr Velo für den Frühling auf Vordermann bringen zu lassen.

Philippe Stalder
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Jugendliche putzen in Dietikon Velos
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Die Velos wurden von oben bis unten genau unter die Lupe genommen
Die Kinder finanzieren sich mit dem Erlös ihr Sommerlager
Für 12 Franken konnte man sein Velo einem Frühlingsputz unterziehen lassen
Ein fröhlicher Haufen - die Jungwacht Blauring Dietikon putze am Wochenende Velos
Zu viert kümmerten sich die Jubla Mitglieder um die Velos ihrer Kunden

Jugendliche putzen in Dietikon Velos

Philippe Stalder

Schon mit zwölf Franken war man dabei. «Wir sammeln mit dieser Velo-Putzaktion Geld für unser Sommerlager in Adelboden», so Scharleiterin Natalie Bauer.

Die Velo-Putzaktion kam bei den Kunden gut an. «Ich finde diese Aktion eine tolle Idee», sagte Marianne Wismer aus Dietikon, die ihr Velo auch schon letztes Jahr vorbeigebracht hat. «Die Kinder haben dadurch die Möglichkeit, ihre Lagerkosten zu reduzieren. Somit lernen sie Verantwortung zu übernehmen und können gleichzeitig einen Beitrag für ihre eigenen Ferien leisten.»

17 Velos geputzt

«Leider konnten wir heute nur 17 Velos putzen», sagte Natalie Bauer, «letztes Jahr waren es 56.» Die Scharleiterin erklärt sich diesen Rückgang dadurch, dass die Jubla bereits am Samstag zuvor Velos putzte und die Leute den neuen Flyer wohl mit dem alten verwechselten - oder das Datum nicht so genau anschauten. «Aber immerhin», so Natalie Bauer: «bei 17 Velos kommt auch schon ein bisschen etwas zusammen.»

Die Dietikerin ist seit knapp einem Jahr Scharleiterin im katholischen Verein, in dem auch Mitglieder anderer Konfessionen willkommen sind. «Historisch ist die Jubla aus einem katholischen Milieu entstanden, heute ist die religiöse Herkunft nicht mehr so zentral. Wir haben auch Reformierte und Mitglieder aus anderen Weltreligionen, etwa dem Hinduismus, in unserem Verein.»

Die Jubla sei so etwas wie eine sanftere Version der Pfadi, so Natalie Bauer. Es gehe auch darum, dass junge Leute spüren sollen, dass sie Verantwortung übernehmen und gemeinsam etwas auf die Beine stellen können. «Im Gegensatz zur Pfadi geht es bei uns allerdings etwas weniger grob zu und her. Wir übernachten in unseren Lagern auch nicht in Zelten, sondern in einem Lagerhaus.»
An ihrer Tätigkeit als Scharleiterin gefällt der 19-Jährigen am besten, dass sie mit verschiedenen Anspruchsgruppen zu tun hat: «Ich habe mit Kindern, ihren Eltern und der Gemeinde zu tun. Es macht mich glücklich, wenn ich ein Lager planen kann, an dem die Kinder dann Freude haben.»

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