Wahlerfolg der GLP
Grossen: «Ich habe gewusst, dass ich eine Chance habe»

Ob die Grünliberale Partei aus dem Kanton Bern einen oder zwei Sitze im Nationalrat machen würde, blieb bis zuletzt eine «Wundertüte», beschreibt Jürg Grossen das Wahlergebnis.

Christoph Neuenschwander
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Geschafft: Jürg Grossen (GLP) beim Interview. Im Hintergrund: Kathrin Bertschy, ebenfalls GLP. Felix Gerber

Geschafft: Jürg Grossen (GLP) beim Interview. Im Hintergrund: Kathrin Bertschy, ebenfalls GLP. Felix Gerber

Solothurner Zeitung

Auch ungewiss war, welche GLP-Kandidaten am Ende die Nase vorn haben würden. Schliesslich hat es der GLP für zwei Sitze gereicht: Einen für Grossen und einen für Kathrin Bertschy – die nicht ganz 30 Stimmen vor ihrem Parteikollegen lag.

Erfolg kam nicht überraschend

Überraschend war der Erfolg für Grossen aber nicht. «Ich habe gewusst, dass ich eine Chance habe», sagt der 42-Jährige, der sich im Nationalrat für einen «vernünftigeren Einsatz von Energie» und für die Förderung erneuerbarer Energien starkmachen will. Er habe einen engagierten und strukturierten Wahlkampf im ganzen Kanton geführt und sich so gegen viel lokale Mitstreiter durchsetzen können, erklärt er.

Für den Elektroplaner aus Frutigen war dies der erste Wahlkampf in dieser Grössenordnung. Erfahrungen in der Politik hat er unter anderem als Geschäftsmitglied der Grünliberalen Kanton Bern gesammelt. Ausserdem ist er Mitglied der Kommission Tiefbau, Verkehr und Wasser der Gemeinde Frutigen.

Der Wahlkampf sei für Grossen eine bereichernde Erfahrung gewesen, berichtet er. Die Freude über seine Wahl ist gross. Gross ist aber auch die Verantwortung, die das Mandat mit sich bringt. «Gegenüber den Kandidaten, die ähnlich viele Stimmen hatten, aber auch gegenüber unserer jungen Partei, die sich nun beweisen muss», betont Grossen.

Kein Nachteil, sondern eine Chance

Beruflich wird sein Einzug ins Parlament folgen haben: Der Geschäftsinhaber der «Elektroplan Buchs & Grossen AG» will sein Pensum reduzieren, um sich im Nationalrat voll und ganz auf sein Kernthema, die Energie, konzentrieren zu können.

Dass er politisch ein relativ unbeschriebenes Blatt ist, sieht Grossen nicht als Problem. Gewiss wäre mehr Erfahrung in politischen Gremien von Vorteil, aber es sei auch eine Chance, wenn man unvoreingenommen neue Ideen einbringen könne. Ausserdem sei es in seinem Beruf ja ebenfalls wichtig, Lösungen zu entwickeln und mit Kompromissen und viel Geduld ans Ziel zu kommen.

«Sehr umgänglichen und aktiven Menschen»

Frutigens Gemeindeschreiber Peter Grossen (nicht verwandt) hat ebenfalls Vertrauen in die Kompetenz des frisch gewählten Nationalrats: «Ich habe ihn als sehr umgänglichen, aber auch aktiven Menschen kennen gelernt. Er hat gute und umsetzbare Ideen im Bereich Ökologie. Er ist ja in der Branche tätig.»

Am Wahlerfolg Grossens sind übrigens auch seine drei Kinder beteiligt. «Sie haben vom Wahlkampf viel mitbekommen und auch mitgeholfen», sagt der Frutiger. Etwa beim Verteilen von Prospekten und Äpfeln. «Die Kinder waren sehr involviert und mit grosser Freude dabei.»