Hilfstransporte
Geld für Heizung fehlt: Schulen geschlossen

Seit zehn Jahren führt der Verein Help-Point Sumy aus Wohlen Hilfstransporte in die Ukraine durch. Präsidentin Marianne Piffaretti sagt, die Lage dort sei so schwierig wie noch nie.

Fabian Hägler
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Marianne Piffaretti, hier bei der Registrierung von Hilfsgütern, engagiert sich für Bedürftige in der Ukraine.

Marianne Piffaretti, hier bei der Registrierung von Hilfsgütern, engagiert sich für Bedürftige in der Ukraine.

Wie oft sie schon in der Ukraine war, um humanitäre Transporte vorzubereiten, die Verteilung von Hilfsgütern zu kontrollieren, mit Behörden zu verhandeln oder Spitäler und Heime zu besuchen, weiss Marianne Piffaretti selber nicht mehr. Kürzlich kehrte die Wohlerin aus Sumy zurück, sie brachte gute und schlechte Nachrichten. Die guten: Der Vertrag für die nächsten Hilfstransporte mit den ukrainischen Behörden ist unterzeichnet, die beiden geplanten Konvois im April und September können durchgeführt werden.

Die Transporte werden finanziell auch durch den Regierungsrat unterstützt. Dieser hat dem Verein für die humanitäre Hilfe Mittel aus dem Swisslos-Fonds Aargau zugesprochen. «Das ist für uns sehr wertvoll, ohne diese Unterstützung wären wir kaum in der Lage, die Konvois durchzuführen», sagt die ehemalige Wohler Gemeinderätin.

Doch es gibt auch schlechte Neuigkeiten, die Marianne Piffaretti nachdenklich machen. «Für mich ist es erschreckend, das Niveau der staatlichen Leistungen sinkt von Besuch zu Besuch», berichtet sie. Anders als die Schweiz, erlebt die Ukraine derzeit einen sehr strengen Winter. «Es war kalt, hatte überall viel Schnee und Eis, die Strassenverhältnisse waren heikel», erzählt die Help-Point-Sumy-Präsidentin.

Piffaretti sagt weiter: «Schulhäuser und soziale Institutionen müssen vorübergehend oder teilweise geschlossen werden, weil man kein Geld für die Heizung hat.» Ausserdem habe die Bevölkerung in Sumy grosse Probleme wegen einer Grippewelle. «Es ist für mich immer wieder erstaunlich, wie geduldig die Ukrainer diese Situationen hinnehmen.» Angesichts der Finanzlage der Ukraine dürften sich die Bedingungen für die Bevölkerung in nächster Zeit nicht verbessern. «Umso nötiger ist unsere Hilfe», betont Piffaretti, deren Verein im Frühling wieder Spitalbetten, medizinisches Material, Möbel für Schulen, Heime und Kindergärten sowie Ausrüstung für Sanität und Feuerwehr nach Sumy bringen wird.

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