Langenthal
Endlich gibt es einen Platz für Begegnungen

Mit der Eröffnungsfeier am Samstag erhält Langenthal nun offiziell ihr neues Zentrum. Diesen feierlichen Anlass wollten sich nicht viele entgehen lassen. So verfolgten viele Gäste den festlichen Akt, um dann im Anschluss den neuen Platz einzuweihen.

Julian Perrenoud
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Langenthal feiert den Wuhrplatz
47 Bilder
Markus Bösiger, Präsident Projektteam „1150 Jahre Langenthal“ begrüsst die Festbesucher.
Markus Bösiger, Präsident des Projektteams „1150 Jahre Langenthal“
Regierungsrat Hans-Jürg Käser
Dr. Walter B. Grünspan, genannt Walti, führt witzig durch den offiziellen Teil.
Dr. Walter B. Grünspan
Einweihung vom Wuhrplatz in Langenthal
Thomas Rufener, Stadtpräsident
Eduard Brogli, Stadtschreiber der Partnergemeinde Brig
 Thomas Rufener und Hans-Jürg Käser zerschneiden das Band und übergeben den Platz damit offiziell an die Bevölkerung.
Vertreter der Sikhs-Gemeinde in Langenthal
Musikalische Unterhaltung
Musikalische Unterhaltung 3
Christine Lauterburg schlägt mit ihren Jodellieder Brücken zwischen Tradition und Moderne.
Mit schöner Tracht unterwegs
Lauter kleine Clows und Clowninnen
Zwei Clowninnen zeichnen einen Passanten
Zur Stärkung etwas Warmes in den Magen
Auch feine Crepes gab es zu kosten
Altes Geschirr sucht neuen Besitzer
Das warme Wetter lud zum Verweilen ein
Im Bach abkühlen
Gemütliches Beisammensein
Bei einem kühlen Glas Weiswein lässt es sich gut verweilen
Ein Junge isst Zuckerwatte vor dem Karussell
Leckere Zuckerwatte
Das alte Karussell begeisterte die Kleinen
Strassenkünstler traten auf
Die Auftritte auf der Bühne zogen das Publikum an
Der Wuhrplatz in Langenthal
Diese drei geniessen das schöne Wetter
Den Hammer kräftig schlagen
Auch Abends blieben die Gäste noch lange sitzen
Eine Riesenseifenblase

Langenthal feiert den Wuhrplatz

Hansjörg Sahli

Dieser Ort hat kein richtiges Zentrum... Das war, was man von Auswärtigen oft zu hören bekam, besuchten sie einmal die grösste Stadt des Oberaargaus. Keinen alten Kern, keinen richtigen Zugang zum Wasser und keinen Platz, wo sich die Leute begegnen können. Das ist seit diesem Wochenende – nun auch offiziell – Geschichte. Denn hinter dem Coop Tell hört die Stadt nicht mehr einfach mit einem öden Parkplatz auf, wie sie das jahrzehntelang tat. Hinter der vom Beton befreiten Langete erstreckt sich nun der neue Wuhrplatz mit Stufen zum Wasser, überdachtem Pavillon und säulenartigem Brunnen, von dem sich die 430000 Pflastersteine wellenartig ausbreiten. 3,8 Millionen Franken liess sich die Stadt dies kosten.

Das Wasser – «ah, es isch schön!»

Wuhr steht für Wehr im Süddeutschen und Deutschschweizer Raum. Das ist zwar nicht mehr ganz zutreffend für diesen neuen Ort der Begegnung, aber immerhin symbolisiert er das Wasser, das in Langenthal nun wieder eine wichtigere Rolle bekommt. Es scheint an diesem Samstag, dem Eröffnungstag, als ob der Sommer nochmals kurz zurückgekehrt ist. Kinder rennen umher und schlecken Eis, Verliebte liegen händchenhaltend auf der Treppe an der Langete. Ein Mädchen klettert auf Steinen im Wasser, ein anderes überlässt ein Korkschiffchen der Strömung. Die Tage werden kürzer, die Morgen nebliger. Doch dieser Anblick macht die nahende kalte Jahreszeit vergessen. Ein Ehepaar ruft über das Wasser Bekannten zu und schwärmt von der neuen Liegefläche. Zwei Männer reden über Eishockey, das Spiel heute Abend. Es ist halt doch Herbst.

Der Brunnen – «ui, isch chalt!»

Kaum eröffnet, gibt es schon Kritik am neuen Wuhrplatz. Der Brunnen etwa: zu klein geraten, seltsame Form, unpassend. Und trotzdem machen vor diesem säulenartigen Konstrukt alle halt, sprechen andere an, wollen deren Meinung hören, fassen die Säule an, die nachts sanft leuchtet. Das Wasser rinnt über die Handfläche, ein Spass für die Kleinen, die verwundert feststellen, wie kalt dieses ist.

Im Hintergrund spielen Musikkorps den Marsch «1150 Jahre Langenthal». Zuvor trafen sich Besucher zum Trödeln zwischen Kunsthandwerk- und Antiquitätenständen. Clowns bringen Kinder zum Lachen, Schauspieler zelebrieren Kurztheater auf der Bühne. Historiker Simon Kuert erzählt über Geld und Freiheit, während die Band Grimsvötn um zwei Uhr nachts noch Elektro-Jazz spielen wird. Alle scheinen hier zu sein. Langenthaler, Auswärtige, Gastredner der Partnerstädte Brig und Neviano (Italien), Alt und Jung. Langenthal zeigt sich und seine unterschiedlichen Facetten.

Der Pavillon – «äntlich Platz zum Sitze»

Kritisiert wurde auch schon der Pavillon, zu sehr nach Bahnhof wirke das Dach, die krummen Säulen. Ist er gar nicht erst nötig? Andere finden schon. Auch hier, typisch schweizerisch, gehen die Meinungen auseinander. Auf schattigen Bänken sitzen sie und lassen sich feine Spezialitäten der umliegenden Restaurants servieren. Endlich ein Ort, wo man sitzen und verweilen kann. Nur temporär dagegen sind die vielen aufgestellten Zelte vor dem Chrämi, beim Restaurant Turm, dem Winn Fat, dem Spanier. Alle tragen sie ihr Angebot nach draussen und verwandeln den Wuhrplatz in ein buntes Gemisch von Düften. Die Stühle sind nicht nur beim Pavillon ausnahmslos besetzt.

Die Organisatoren des Wuhrplatz-Festes haben Glück: Das Wetter zeigt sich von seiner wärmsten Seite. Das wird nicht immer so sein. Und nicht immer werden so viele Stände stehen, werden sich so viele Menschen gleichzeitig an diesem Ort begegnen. Der Grundstein für weitere unvergessliche Momente im neuen Zentrum Langenthals, der aber ist gelegt.

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