Herzogenbuchsee
Doch noch kein Abspann für das «Rex»?

Jetzt sucht der Liegenschaftshändler Re/max nach einem Käufer für das Kino: Was die Film- und Kino-Liebhaber letzten Sommer nicht schafften, könnte nun der nationale oder globale Markt richten.

Jürg Rettenmund
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Noch besteht eine Chance, dass im Kino Rex die Lichter nicht ausgehen.

Noch besteht eine Chance, dass im Kino Rex die Lichter nicht ausgehen.

Hanspeter Bärtschi

Dass in Herzogenbuchsee weiterhin grosse Kinofilme über die Leinwand flimmern. In der jüngsten Ausgabe des Immobilienmagazins von Re/max jedenfalls schreibt der örtliche Makler Daniel Hess das Kino «Rex» zum Verkauf aus.

«Versprechen kann ich zwar im Moment noch nichts», schränkt Hess ein, der bei Re/max Oberaargau das Gebiet Buchsi betreut. Doch dank des nationalen, ja globalen Netzwerkes von Re/max mit 120 Büros und 340 Maklern in der Schweiz sowie Niederlassungen in 65 Ländern könnte es gelingen, einen Liebhaber für das Objekt zu finden, der genau so etwas sucht und mit der bisherigen Nutzung weiterbetreibt. Denn für den Liegenschaftsmakler ist das Kino ein «attraktives Objekt an einem attraktiven Standort».

Wohnen beim Bahnhof

Optimistisch stimmen Hess dabei insbesondere die optimalen Rahmenbedingungen im Buchser Bahnhofquartier: Da ist einmal die Liegenschaft selbst, die neben dem Kino mit 165 Sitzplätzen zusätzlich 220 Quadratmeter Wohnfläche mit einer 3- und einer 6,5-Zimmer-Wohnung aufweist – und das direkt neben dem Bahnhof.

Zudem verweist Hess auf die laufenden Planungen in Herzogenbuchsee, die dem Bahnhofgebiet beste Perspektiven bieten, soll dieses doch aufgewertet und verdichtet werden. Schliesslich ist vorgesehen, die Querung der Gleise zu verbessern und auch die dorfabgewandten Gebiete zu entwickeln. «Das bringt mehr Leben in die Umgebung und daraus entstehen im besten Fall auch Synergien für ein Kino.»

Das Kino in Herzogenbuchsee gibt es bereits seit 1926. Seit 1936 ist es im Besitz der Familie Gerspacher. Obschon Hans und Irene Gerspacher 2007 mit dem Kulturpreis ausgezeichnet wurden, fanden sie nach ihrer Pensionierung bisher keinen Nachfolger.

Letzten Sommer versuchten rund ein Dutzend Personen aus Buchsi, 200000 Franken für die Rettung und Sanierung aufzutreiben. Damit sollte insbesondere die Aufrüstung auf die neue 3-D-Technik finanziert werden. Im August musste die Impulsgruppe jedoch das Handtuch werfen: Sie hatte zwar den respektablen Betrag von 100000 Franken zusammen – aber eben nur halb so viel, wie es brauchte (az Langenthaler Tagblatt berichtete mehrfach). Freude daran, wenn es Daniel Hess gelingen sollte, die Kino-Tradition in Herzogenbuchsee fortzuführen, hätten natürlich Hans und Irene Gerspacher, wie Hans Gerspacher auf Anfrage bestätigt. Immerhin wurde die Tradition während dreier Viertel eines Jahrhunderts von ihrer Familie gepflegt.

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