Madiswil
Die Lücken im Rad- und Flurweg schliessen sich

Im Dorf Kleindietwil klafft die letzte Lücke in der Radwegverbindung im Langetental. Die zweitletzte ist bald geschlossen: Zwischen Lindenholz und Kleindietwil setzen gegenwärtig Bauarbeiter den Weg von Madiswil nach Lindenholz fort.

Jürg Rettenmund
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Kurz vor Kleindietwil ist für Radfahrer Schluss; sie müssen über den Bahnübegang auf die Hauptstrasse... Fotos: jr

Kurz vor Kleindietwil ist für Radfahrer Schluss; sie müssen über den Bahnübegang auf die Hauptstrasse... Fotos: jr

Solothurner Zeitung

Das wird die Rohrbacher aber freuen: An ihrer Gemeindeversammlung am Montag wurde nach der Fortsetzung des Rad- und Flurwegs Rohrbach– Kleindietwil im Dorf Kleindietwil gefragt, die immer noch fehlt. Man werde erneut nachstossen, erklärte Gemeindeschreiber Andreas Appenzeller, nachdem mit der Fusion von Kleindietwil und Madiswil der Ansprechpartner gewechselt habe.

Dass das Anliegen aus Rohrbach in Madiswil nicht vergessen gegangen ist, zeigte sich zwei Tage später an der dortigen Gemeindeversammlung: Der Radweg im Dorf Kleindietwil ist Bestandteil der Legislaturziele, die sich der Gemeinderat bis 2014 gesetzt hat. Wie Gemeindepräsidentin Vreni Flückiger (SVP) informierte, soll bis zum Ende der Legislatur die Projektierung abgeschlossen sein.

Im Dorf Kleindietwil klafft die letzte Lücke in der Radwegverbindung im Langetental. Die zweitletzte ist bald geschlossen: Zwischen Lindenholz und Kleindietwil setzen gegenwärtig Bauarbeiter den Weg von Madiswil nach Lindenholz fort. Für Radfahrer aus Rohrbach hingegen ist vor dem Dorf Kleindietwil Schluss: Sie müssen dort über die Bahnlinie auf die Hauptstrasse. Das gilt auch für die Sekundarschüler, die bereits in Sichtweite des Oberstufenzentrums sind.

Hochwasserschutz

Dass auch andere Anliegen der neuen Ortsteile vom Madiswiler Rat nach der Fusion mit Gutenburg, Leimiswil und Kleindietwil aufgenommen wurden, zeigt sich beim Hochwasserschutz: Das Projekt an der Langeten in Kleindietwil findet sich in den Legislaturzielen ebenfalls. Auch dort soll bis 2014 die Projektierung abgeschlossen sein. Dort hatte die Langeten beim Hochwasser 2007 das Dorf verwüstet. Gegenwärtig wird geprüft, ob ein Gerinneausbau oder ein Entlastungsstollen sinnvoller ist (az Langenthaler Tagblatt berichtete). Am 5. Juli findet ein Informationsanlass statt.

In Madiswil will sich der Gemeinderat dem Schlachthausareal Geiser an der Melchnaustrasse widmen und sich für eine sinnvolle Überbauung einsetzen. Daneben setzt er sich allgemeine Ziele, wie eine gute Zusammenarbeit der durch die Fusionen entstandenen Ortseile, oder ein guter Unterhalt der Infrastruktur. Zudem muss Anfang 2013 Bauverwalter Hanspeter Hofer ersetzt werden, der auf diesen Zeitpunkt hin in Pension geht.

Gemeinschaftspraxis

Ausserhalb der Legislaturziele ist eine Gemeinschaftspraxis für Hausärzte im Gemeinderat ein Thema, wie Vreni Flückiger erläuterte. Da sich abzeichne, dass junge Ärzte kaum mehr Einzelpraxen übernehmen, habe der Rat Kontakt mit Christoph Hug in Madiswil und Dieter Braun in Kleindietwil aufgenommen. Im Juni kommt der Rat zu diesem Thema mit Vertretern der umliegenden Gemeinden zusammen.

Zur Präsentation der Legislaturziele blieb an der Gemeindeversammlung genug Zeit, da die vier Rechnungen der Vorgängergemeinden und der Schwellenkorporation zügig behandelt wurden und keine Fragen auslösten (sie wurden bereits im az Langenthaler Tagblatt vom 19. Mai vorgestellt). Wie Finanzverwalter Kurt Wyssmann zusammenfasste, kann die fusionierte Gemeinde mit einem soliden Eigenkapital-Polster von 9,8 Millionen Franken starten.

Die Gemeindeversammlung vom Mittwoch war bereits die zweite der fusionierten Gemeinde Madiswil in diesem Jahr: Am 19. Januar hatten die Stimmberechtigten bereits das Budget für das Jahr 2011 absegnen müssen, da dies erst nach der Fusion möglich war. Am Mittwoch waren 64 von 2359 Stimmberechtigten anwesend. Das sind zwar nur 2,7 Prozent, doch Gemeindepräsidentin Vreni Flückiger konnte dieser Zahl trotzdem eine gute Nachricht abgewinnen: Das sind trotz prächtigem Sommerwetter und Fussball-Entscheidung am Fernsehen drei Personen oder 0,1 Prozent mehr als im Januar. Wenn das so weiter geht, wird der Gemeindesaal irgend einmal doch noch voll...

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