Eishockey
Die Liquidität ist zurzeit die grösste Sorge beim SC Langenthal

Finanziell befindet sich der SC Langenthal nach wie vor in einer angespannten Lage. Umso erfreulicher: Die beiden ausländischen Stürmer Brent Kelly und Jeff Campbell bleiben zwei weitere Jahre im Oberaargau.

Tobias Granwehr
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Bleiben beim SCL: Brent Kelly und Jeff Campbell (im Bild mit Marc Kämpf)

Bleiben beim SCL: Brent Kelly und Jeff Campbell (im Bild mit Marc Kämpf)

Keystone

Erst an Anfang September machte diese Zeitung publik, dass die SC Langenthal AG das Aktienkapital auf 1 079 750 Franken erhöhte. Diese Aktienkapitalerhöhung ist Teil eines langjährigen Sanierungsplanes, nachdem der SCL lange Zeit finanzielle Turbulenzen durchmachte. Der Grund für die Erhöhung ist einfach: Fällt das Eigenkapital unter 50 Prozent des Aktienkapitals, wird die AG zu einem Sanierungsfall.

Ende April 2010 war der SCL nicht weit davon entfernt. Bei einem damaligen Aktienkapital von 872 250 Franken betrug das Eigenkapital 471 666 Franken. Das werden die Aktionäre an der Generalversammlung am 27. Oktober in der Alten Mühle zur Kenntnis nehmen müssen. Und ebenfalls den nächsten Schritt: Der Verein um Verwaltungsratspräsident Stephan Anliker will das Aktienkapital auf 1,3 Millionen Franken erhöhen.

Altlasten plagen

SCL-Geschäftsführer Gian Kämpf sagte am Donnerstag vor den Medien: Die geringe Liquidität plage den Verein, Altlasten seien dafür verantwortlich. Problematisch sei die Liquidität vor allem im November und Dezember, weil dann wenig Einnahmen generiert würden. Die meisten Sponsoringerträge werden laut Kämpf im Sommer verrechnet. Deshalb müsse gegen Ende Jahr jeweils mit Fremdkapital gewirtschaftet werden, was den Verein auch wieder Geld koste.

«Schon seit Längerem haben wir die Erkenntnis, dass wir auf ausserordentliche Einnahmen angewiesen sind», sagt er. Ausserordentliche Einnahmen bedeuten Zuschüsse von privaten Personen wie Präsident Anliker selbst. Spätestens auf die Saison 2013/14 hin wolle die SCL AG jedoch ohne diese ausserordentlichen Einnahmen auskommen, so Kämpf. Positiv stimmte den Geschäftsführer immerhin: Die ordentlichen Einnahmen des Clubs seien in den vergangenen Jahren gesteigert worden.

Qualifikation für Viertelfinal als Minimalvorgabe

Trotzdem: An der Generalversammlung präsentiert die Vereinsführung den Aktionären die Rechnung 2010/11 mit einem Verlust von 53 000 Franken. Dies bei einem Umsatz von knapp 3,3 Millionen Franken. Das Budget 2011/12 dürfte sich in ähnlichem Rahmen bewegen. Kämpft sagte: «Wir budgetieren mit einer Viertelfinalqualifikation. Das Budget aufgrund einer Halbfinalqualifikation zu erstellen, wäre zu riskant.» Pikant ist jedoch: Sportliches Ziel des SCL ist die Halbfinalqualifikation. Die Vereinsführung weiss: Sport ist zu unberechenbar, um Risiken einzugehen.

Positiv bewertet der Verwaltungsrat die Kontinuität auf der Geschäftsstelle. Das zahle sich aus, sagte der Geschäftsführer. Ebenso viel Kontinuität beweist der SCL auch mit den ausländischen Spielern: Die Verträge mit Brent Kelly und Jeff Campbell wurden vorzeitig um zwei Jahre bis 2014 verlängert. Sie spielen seit 2010 in Langenthal.

Diese Verlängerung so früh in der Saison könnte einige erstaunen. Doch sowohl die Spieler wie auch Gian Kämpf versicherten: Beide Seiten seien mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden. Kelly und Campbell sagten, die Mannschaft befinde sich in einem guten Entwicklungsprozess. Mehr über die beiden kanadischen Stürmer lesen Sie morgen im az Langenthaler Tagblatt.

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