Verkehrsbertiebe Glattal
Der Kampf um den Kreisel: Ein V, ein B und ein G sind keine Werbung

Während die Verkehrsbetriebe Glattal AG ihre drei Buchstaben auf einem Kreisel in Kloten platzieren dürfen, muss fast gleichzeitig wenige Meter daneben der Riesenpuck mit dem EHC-Kloten-Logo verschwinden. Letzteres sei Werbung und damit verboten, sagt der Kanton.

Alexander Lanner
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Das ist keine Werbung: Der geplante Kreisel der Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) darf erstellt werden.

Das ist keine Werbung: Der geplante Kreisel der Verkehrsbetriebe Glattal (VBG) darf erstellt werden.

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«Das ist ein dummer Zufall», sagt Klotens Stadtpräsident René Huber (SVP). Gemeint ist der gewählte Zeitpunkt, den die Verkehrsbetriebe Glattal AG (VBG) wählten, um die Medien über die Pläne für einen neuen Kreiselschmuck in Kloten zu informieren.

Denn in der Flughafenstadt sorgt ein anderer Kreiselschmuck für rote Köpfe. Vor fünf Jahren wurde für das 80-Jahre-Jubiläum des EHC Kloten in einer Kreiselmitte ein überdimensionierter Puck installiert, der das Logo und den Schriftzug des lokalen Hockeyclubs ziert. Dieser Kreiselschmuck muss bis Ende Monat verschwinden. Denn das Logo wird als Werbung taxiert. Und Werbung akzeptiert der Kanton auf einem Kreisel nicht. Allenfalls könnte der Riesen-Puck stehen bleiben, wenn das Logo entfernt wird.

Nun wollen die VBG den benachbarten Kreisel mit den Lettern V, B und G schmücken. Gegen dieses Projekt hat der Kanton Zürich nichts einzuwenden. Die Erklärung liefert Thomas Maag, Mediensprecher bei der kantonalen Baudirektion: «Im Gegensatz zur EHC Kloten Sport AG ist die VBG eine AG, die der öffentlichen Hand gehört und ihren Aktionären keinen Gewinn ausschütten darf. Es handelt sich also nicht um kommerzielle Werbung.»

Weiter führt Maag aus, dass zudem im VBG-Kreisel nicht das Logo platziert werde, sondern lediglich die einzelnen Buchstaben V, B und G. Je nach Richtung, von welcher der Kreisel angefahren wird, ist jeweils ein anderer Buchstabe zu sehen.

«Die beiden Kreiselgestaltungen haben nichts miteinander zu tun», sagt auch Stadtpräsident René Huber. Die VBG feierten 2018 ihr 25-jähriges Bestehen. Damals sei gemeinsam mit der Stadt Kloten die Idee für das Gestalten des Kreisels entstanden. Die Stadt Kloten und die VBG haben danach einen Ideenwettbewerb durchgeführt. Aus den eingereichten Arbeiten wurde das Projekt des Architekturbüros Vehovar & Jauslin AG erkoren. Dieses zeigt eine Glasskulptur. Je nach Richtung aus welcher der Kreisel befahren wird, ist darin entweder der Buchstabe V, B oder G zu sehen.

Wie Huber erklärt, haben die VBG Symbolkraft für Klotens Zukunft. Er verweist dabei auf zwei geplante Vorhaben: die Verlängerung der Glattalbahn ins Industriequartier Grindel und den Neubau des Bahnhofgebäudes mit integriertem Bushof. Der Stadtrat stehe somit hinter dem VBG-Projekt.

Huber gibt aber auch zu: «Der Zeitpunkt für die Information über den geplanten Kreiselschmuck der VBG ist nicht ideal gewählt worden. Da muss ich auch mich selber in die Pflicht nehmen», sagt Huber, der auch als Präsident des VBG-Verwaltungsrates amtet. Als beschlossen wurde, dass die VBG Mitte September über ihren Kreiselschmuck informiert, sei nicht absehbar gewesen, dass der Riesenpuck dann noch immer derart viel Gesprächsstoff in der Stadt liefert.

Denn dass das EHC-Monument vom Kanton nur befristet geduldet ist und Ende September verschwinden muss, hatte die Stadtpolitik auf den Plan gerufen. Gemeinderat Rico Käser (SVP) kämpfte mit 13 weiteren Gemeinderäten für den «Weiterbestand des Puck-Kunstwerkes». Das gleichnamige Postulat wurde Anfang September abgeschrieben, weil die Vorgaben des Kantons keinerlei Spielraum erlauben.

Zu den VBG-Plänen sagt Rico Käser auf Anfrage: «Das fühlt sich jetzt schon an wie ein Tritt ans Schienbein.» Dass der Puck mit dem EHC-Logo als Werbung gilt und nun nur wenige Meter daneben der VBG erlaubt wird, ihre drei Buchstaben im Kreisel zu platzieren, ist für ihn nicht nachvollziehbar. «Wundern darf man sich aber schon lange nicht mehr», stellt er konsterniert fest.

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