Eishockey
Der EHC Olten bezwingt Visp nach 0:4-Rückstand noch mit 5:4 n.V.

Nicht mal drei Minuten braucht der EHC Visp um den EHC Olten ins Elend zu stürzen. Vom 0:1 zum 0:4 und dem Oltner Timeout. 5 Minuten brauchen die Oltner um vom 0:4 zum 4:4 auszugleichen. In der Overtime schiesst Feser die Oltner ins Glück.

Drucken
Teilen
Die Oltner konnten die zahlreichen Chancen noch nicht ausnutzen.

Die Oltner konnten die zahlreichen Chancen noch nicht ausnutzen.

André Grossenbacher

Wenn sich bereits Ende September vier Vertreter der Chefetage aus dem Wallis zu einem Dienstags-Auswärtsspiel nach Olten begeben, so ist dies ein Indiz dafür, dass beim EHC Visp früh in der Saison nicht alles am Schnürchen läuft. «Momentan sieht es echt schlimm aus für uns», sagte jedoch EHCO-Captain Stefan Hürlimann nach vierzig Minuten beim Stand von 0:4.

Nicht bei den Wallisern deuteten die Zeichen zu diesem Zeitpunkt auf Krise – Olten schien klinisch tot und so gut wie bezwungen. Doch im Schlussabschnitt folgte unter der Leitung von Remo Hirt die wundersame Auferstehung.

Remo Hirts Hattrick bringt die Wende

Noch im Frühling hatte der Rücktritt Hirts nach zehn Saisons als so gut wie sicher gegolten – nun zauberte der Ur-Oltner innert weniger als vier Minuten einen Hattrick auf das Kleinholzeis und brachte die Einheimischen wieder ins Geschäft zurück. Prompt gelang es den nun eklatant überlegenen Oltnern in der Verlängerung das Spiel zu ihren Gunsten zu entscheiden.

Eigentlich hätte im Vorfeld angenommen werden können, dass bereits nach vier Saisonspielen der Trainersitz von Kim Collins wackeln würde, kamen doch die Visper mit dem ärmlichen Leistungsausweis von zwei Heimniederlagen gegen die Winterthur und Thurgau nach Olten. Mit Blick auf den Saisonauftakt war es nicht überraschend, dass die 3043 Zuschauer in den Anfangsminuten ein überaus verunsichertes Visp zu Gesicht bekamen.

Doch Olten traf nicht und zerfiel in der Folge zusehends selbst, kupferte die Verunsicherung der Gäste ab und stärkte gleichzeitig deren Selbstvertrauen. Olten zelebrierte zu Beginn sein aufwendiges Offensivhockey und wollte das Duell mit kunstvollen Kombinationen entscheiden – nur fand der Puck nie den Weg am auftrumpfenden Matthias Schoder im Visp-Tor vorbei.

Die Oltner Dominanz schien Ursprung purer Leichtigkeit, doch der Grat zur Überheblichkeit und der Nonchalance war ein schmaler. So fahrlässig, wie Heikki Leimes Ensemble in der Offensive mit seinen Möglichkeiten umging, so nachlässig agierten die Oltner in der Defensive, was die Visper nach erstmaliger Führung mit plötzlicher Selbstverständlichkeit ausnutzten.

Im Mittelabschnitt nutzte Visp einige der haarsträubenden Fehler Oltens konsequent aus und zog auf 4:0 davon. Die Walliser blühten auf, das Defensivkonzept brachte Oltens Angriffsspiel praktisch zum Stillstand.

Ungebremste Angriffswelle

Ein erstes Signal sandte Heikki Leime nach dem 0:4 mit einem Time-out aus, das zweite hatte in der Kabine anlässlich der zweiten Pause seine Wirkung nicht verfehlt. Während zwanzig Minuten schnürten die Oltner die ans Ende ihrer Kräfte gelangenden Gäste ein.

Auch Visps Trainer Kim Collins konnte mit einem Time-out die Oltner Angriffslawinen nicht bremsen. Stefan Hürlimann glich keine Minute nach Remo Hirts drittem Streich zum 4:4 aus. Olten zeigte Visp schliesslich bis zum Schlusspunkt durch Justin Feser schonungslos die Limiten auf und kam selbst nur kurzzeitig in Unterzahl nochmals in Schwierigkeiten.

Das Spiel zum Nachlesen im Liveticker:

Aktuelle Nachrichten