Ratgeber Gesundheit
«Das KSA setzt Innovationen um»

Dr. med. Tilmann Möltgen ist seit Januar 2018 stellvertretender Chefarzt der Klinik für Urologie am Kantonsspital Aarau. Heute gibt er uns einen Einblick in seinen Arbeitsalltag.

Dr. med. Tilmann Möltgen, stv. Chefarzt der Klinik für Urologie am KSA
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Gesundheit Aargau

Herr Möltgen, warum sind Sie Urologe geworden?
Tilmann Möltgen: Dieses medizinische Fachgebiet macht meinen Arbeitstag sehr abwechslungsreich. Die Patientinnen und Patienten stehen meist fest im Leben und haben eine klare Vorstellung, was sie wollen. Ich betreue sie von der Voruntersuchung über die Operation bis zur Nachsorge. Daraus ergibt sich manchmal eine jahrelange Vertrauensbasis. Dies gilt auch für die Hausärzte, mit denen ich nach den vielen Jahren am KSA eine sehr gute kollegiale Zusammenarbeit schätze.

Nach vielen Jahren am KSA?
Ich war 2003 bereits als Unterassistent am KSA und bin dann zurück nach Hamburg gegangen. Die Arbeitsbedingungen und auch die Stimmung am KSA sind aber eindeutig besser.

Was schätzen Sie am KSA?
Ich fühle mich als Arzt der Bevölkerung verpflichtet. Auch wenn das vielleicht abgedroschen klingt, aber an einem öffentlichen Spital darf nicht der Gewinn an erster Stelle stehen, sondern der Patient und die medizinische Versorgungsqualität. Das KSA ist Endversorger mit über 4600 Angestellten, und trotzdem kennen wir als Kaderärzte die Entscheidungsträger persönlich. Es ist sehr motivierend, dass wir von der Geschäftsleitung bei der Einführung neuer Techniken und Innovationen unterstützt werden.

Haben Sie hierfür Beispiele?
Wesentliche urologische Innovationen der letzten 15 Jahre konnten wir dank der guten Zusammenarbeit
mit den anderen Kliniken im KSA umsetzen und waren damit über die Grenzen hinaus Vorreiter: Da ist beispielsweise die minimalinvasive Roboterchirurgie zu nennen. Aber auch die Steintherapie, Bildgebung des Prostatakarzinoms und intraoperative Schnellschnittdiagnostik haben sich rasant weiterentwickelt.
Eine schweizweite Innovation war die Einführung der Holmium-Laser-Enukleation der Prostata (HoLEP). Damit können auch Männer mit grosser Prostata von einer minimalinvasiven Technik profitieren. 2012 haben wir diese Technik im KSA begonnen. Seither haben wir über 400 Männer so operiert. (tim)