Eishockey
Brent Kelly entscheidet Krimi für Langenthal

Nach 20 Spielminuten schien die Sache bereits klar zu sein. Der SCL führt mit 3:0 und war das klar bessere Team. Aber Lausanne zeigte in Folge, wieso sie der Aufstiegskandidat Nummer Eins in der NLB sind. Der SCL gewinnt aber doch noch.

Quentin Schlapbach
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Der SCL durfte doch noch jubeln – Brent Kelly (rechts) sorgte mit seinem Tor für die Erlösung. Marcel Bieri Am Schluss durften sie doch noch jubeln – Brent Kelly (r.) sorgte mit seinem Tor für die Erlösung. Bieri

Der SCL durfte doch noch jubeln – Brent Kelly (rechts) sorgte mit seinem Tor für die Erlösung. Marcel Bieri Am Schluss durften sie doch noch jubeln – Brent Kelly (r.) sorgte mit seinem Tor für die Erlösung. Bieri

Solothurner Zeitung

Die Freude über den Sieg überwog am Schluss die leichte Enttäuschung über den verlorenen Punkt. 4:2 führte der SCL eine Viertelstunde vor Schluss. Aber Lausanne war eine harte Nuss. Geknackt hat sie schliesslich Brent Kelly mit seinem Tor 72 Sekunden vor Ende der Verlängerung.

Wie im Traum

Begonnen hatte das Spiel wie ein Traum. Bereits der erste Schuss des Spiels von Müller fand den Weg ins Tor. Und auch in Folge spielte nur ein Team: Der SCL. Nach einem musterhaften Angriff der zweiten Linie stand Bodemann plötzlich alleine vor dem Lausanner Tor. Sein Schuss ging zwar am Gehäuse vorbei, aber Tschannen reagierte schneller als Lausanne Goalie Bays und verwertete im Nachschuss. Apropos Lausanne-Goalie: Der 19-jährige Christophe Bays hinterliess während der ganzen Dauer des Spiels einen äusserst löchrigen Eindruck. Er konnte den krank ausfallenden Gianluca Mona nicht annähernd ersetzten. Auch nicht beim 3:0, wo er einen haltbaren Schuss von Carbis passieren liess.

Die Unsicherheit von Bays übertrug sich auch auf die Vorderreihen. Lausanne fand im ersten Drittel zu keiner Zeit in die Partie. Was Lausanne-Coach John van Boxmeer seinen Spieler in der Pause auch immer gesagt hat, es wirkte. Seine Truppe trat nun wie verwandelt auf. Die Partie glich jener im ersten Drittel: Ein Team dominierte das andere. Aber diesmal waren es die Lausanner, die den Gegner an die Wand spielten. Zwei Tore schossen die Mannen aus der Romandie im zweiten Spielabschnitt. «Sie hatten ein gutes Forechecking und spielten viel aggressiver als noch im ersten Drittel», erklärte Jeff Campbell den plötzlichen Spielwandel.

Offener Schlagabtausch

Im letzten Spielabschnitt war es schliesslich ein Hin und Her. Ein Angriff nach dem anderen rollte nun auf die Torhüter Bays und Eichmann. Zweimal schien es, als ob die Langenthaler die Vorentscheidung erzielen konnte. Zuerst war es ein kurioses Tor via Bande von Wegmüller zum 4:2, dann ein wunderschönes Solo von Campbell zum 5:4. «Ich wollte eigentlich wechseln, aber ich hatte so viel Speed, dass ich einfach weiter zog und plötzlich die Möglichkeit zum Tor sah», beschrieb Torschütze Campbell die Szene. Aber Lausanne fand wieder eine Antwort. Hürlimann glich ein weiteres Mal aus. So musste die Verlängerung die Entscheidung bringen. Dort war es besagter Kelly, der den SCL ins Glück schoss. «Klar, wir sind ein bisschen enttäuscht, dass wir nur zwei Punkte holten. Aber gegen Lausanne muss man zuerst einmal gewinnen», so Campbell.

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