TV Solothurn
Wenn die Achterbahn sich mit der Mauer duelliert

Am Wochenende kämpft der TV Solothurn in einem der wenigen Auswärtsspiele der Rückrunde gegen die Lakers Stäfa um weitere zwei Punkte. Die Saison der Zürcher ist bisher eine Berg- und Talfahrt zwischen Topleistungen gegen Spitzenteams und desolaten Vorstellungen gegen Abstiegskandidaten.

Gaudenz Oetterli
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Der TV Solothurn kämpft am Samstag gegen Stäfa

Der TV Solothurn kämpft am Samstag gegen Stäfa

Alexander Wagner

Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt. Etwa so lässt sich die aktuelle Spielzeit der Lakers Stäfa beschreiben. Der Verein von der Zürcher Goldküste ist mit grossen Ambitionen und dementsprechend hohen Erwartungen in die Saison gestartet.

Die Lakers haben mit einem der beiden Topplätze der NLB geliebäugelt und wollten die Aufstiegsspiele erreichen. Nach 21 von 26 Spielen fällt die Bilanz jedoch mehr als ernüchternd aus. Die Lakers belegen lediglich Platz 6 und haben sich bereits in der Hinrunde von Trainer Pedja Milicic getrennt, nach nur gerade vier Spielen, von denen das Team zwei verlor.

Die Situation hat sich seit dem Trainerwechsel aber nicht unbedingt stabilisiert. Die Resultate der Lakers gleichen weiterhin einer regelrechten Achterbahnfahrt. Einmal fügen die Zürcher dem souveränen Tabellenzweiten Baden eine der wenigen Niederlagen zu, nur um danach gegen Mannschaften aus den hinteren Regionen des Klassements wieder zu verlieren, und danach wieder gegen das in der Vorrunde starke Möhlin zu gewinnen. Eifrige Europapark-Besucher würden die Lakers Stäfa der Saison 2017/18 ob ihres Auf und Ab freilich als «Silver Star» der NLB bezeichnen.

Und gleich noch einmal

Ganz anders zeigt sich die Situation beim TV Solothurn. Nach der überragenden ersten Saison nach dem Aufstieg stellte sich der Verein darauf ein, dass die aktuelle Spielzeit etwas weniger spektakulär werden würde. Gleichten die Leistungen in der vergangenen Saison dank Blitzstart und vielen Höhepunkten noch der «Blue Fire», wäre der TVS diese Saison mit weniger zufrieden gewesen. Ziel war der Ligaerhalt, was ungefähr dem «Eurosat» entspräche. Mühseliger Start, langsam im Kreis nach oben, immer etwas im Dunkeln, ob es denn in der Wundertüte NLB für den Klassenerhalt reicht.

Doch erstens kommt es anders, und zweitens als man denkt. Dank einer überragenden Abwehr, gutem konditionellem Zustand der Mannschaft und der Routine und dem Spielverständnis von Spielertrainer Marco Kurth in der Offensive glänzen die Solothurner auch diese Saison wieder. Anstatt die Bahn zu wechseln und den «Eurosat» zu nehmen, stiegen die Solothurner ohne grosses Anstehen gleich wieder auf die «Blue Fire».

Berg oder Tal?

Eigentlich gehören die Zürcher zu den besten der Liga, zumindest was die Offensive angeht. Nur gerade Tabellenführer Basel erzielt mehr Tore. Die vier Topschützen trafen zusammen bereits 432 Mal das Tor. Zum Vergleich: Bei Solothurn haben die vier besten Werfer gerade mal 287 Treffer erzielt. Insgesamt haben die Lakers bisher in der Meisterschaft fast 100 Tore mehr erzielt als der TVS. Aber die Kehrseite der Medaille ist bei Stäfa die Defensive. Denn auch bei den Gegentreffern rangieren die Zürcher auf dem zweiten Platz – von hinten. Nur gerade das letztplatzierte Horgen hat eine löcherigere Deckung.

Bleibt also das grosse Fragezeichen, welche Leistung die Lakers dieses Wochenende abrufen können. Wo befindet sich der «Silver Star» von der Goldküste, oben auf dem «Camelback» der Achterbahn oder unten im «Dive»? Können sie eines ihrer berühmten Offensivfeuerwerke abfeuern, oder reicht die Durchschlagskraft des Angriffs ein weiteres Mal nicht aus, um die Defizite in der Verteidigung wettzumachen?

Zumindest für den TV Solothurn ist die Ausgangslage klar. In jedem Fall wird die beste Verteidigung der Liga gefordert sein. Nur mit dem bekannten Abwehrwall kann es den Solothurnern gelingen, den «Silver Star» von der Goldküste gegen die Wand fahren zu lassen.

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