Judo
Judoka Evelyne Tschopp scheitert zweimal an der Weltnummer 3

Ende November 2017 reiste Evelyne Tschopp nach Japan ans letzte Grand Slam-Turnier des Jahres in Tokio, weshalb sie leider den Baselbieter Sportpreis 2017 am 1. Dezember nicht persönlich entgegennehmen konnte.

Brigitta Pflugshaupt
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Evelyne Tschopp an den IJF Masters 2017.

Evelyne Tschopp an den IJF Masters 2017.

Zur Verfügung gestellt

Sie erhoffte sich durch einen guten Rang im Ursprungsland ihres Sportes ein paar Punkte für die Weltrangliste, um sich für das Turnier der 16 weltbesten Judo-Kämpferinnen ihrer Kategorie bis 52 kg zu qualifizieren.

Das Turnier begann gut mit einem Sieg nach gut einer Kampfminute über die Australierin Tinka Easton. In der zweiten Runde traf Tschopp auf die Französin Amandine Buchard, eine starke Top-Ten-Gegnerin. Die beiden schenkten sich nichts, die Muttenzerin versuchte alles und musste gegen Ende des Kampfes Einiges riskieren, um einen Rückstand aufzuholen.

Sieg vor der Nase weggeschnappt

5 Sekunden vor Kampfende gelang der Französin der entscheidende Ippon. Tschopp hätte eine Runde mehr überstehen sollen, um in die Hoffnungsrunde zu gelangen und damit die Chance für Bronze zu bekommen. Diese Chance schnappte ihr Buchard mit ihrem Sieg vor der Nase weg und holte sich schliesslich auch den letzten Podestplatz neben drei Japanerinnen.

Das Saisonziel der Masters-Teilnahme erreichte Tschopp trotzdem. Als Welt-Nummer 19 rückte sie durch eine Absage von höher klassierten Kämpferinnen nach und wurde – als einzige Judoka der Schweiz – für das Saisonschluss-Turnier nachnominiert.

Die Reise zum Masters (nicht zu verwechseln mit den Turnieren und Meisterschaften der Senioren und Seniorinnen, die ebenfalls Masters genannt werden!) führte Tschopp nach St. Petersburg. In Russland erhielt die Baselbieterin Gelegenheit zur Revanche: Wiederum wurde ihr, diesmal bereits in der ersten Runde, Amandine Buchard (Welt-Nr. 3) zugelost.

Ausgeglichenes Duell

Tschopp hatte ihre Lehren gezogen aus dem Kampf in Japan und kämpfte gut. Das Duell blieb ausgeglichen, obwohl die Französin drei kleine Wertungen (Wazaari) für sich buchen konnte. Tschopp erreichte leider keine Wertungen und verlor schliesslich den Kampf über die volle Zeit mit drei Wazaari.

Die Tatsache, dass Tschopp die Bronzemedaillen-Gewinnerin des Masters 2017, die Rumänin Florian, bereits einmal besiegt hat, lässt weiterhin auf sehr gute Resultate auf internationalem Top-Niveau für 2018 hoffen. Im nächsten Frühling beginnt dann bereits die Punktejagd für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio.

Zunächst einmal wird sich die Judoka über die Feiertage ein wenig erholen, um dann mit einem hochkarätigen Trainingslager in Mittersill ins neue Wettkampfjahr zu starten.

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