Pro Senectute
Durch das Naturschutzgebiet Grande Carçaie

Drucken
Teilen

Die südliche Uferlandschaft des Neuenburgersees war das Ziel der heutigen Wanderung der Pro Senectute Olten. Die Wetterprognosen tönten nicht allzu gut, und trotzdem versammelten sich 25 Wanderfreunde an ihrem gewohnten Treffpunkt. Und es hatte sich gelohnt: Die Regenjacken und Schirme konnten den ganzen Tag im Rucksack gelassen werden. Nach dem Startkaffee und der Begrüssung vom Wanderleiter Hansruedi Hofer begann die Wanderung in Yvonand auf einem breiten, von hohen Bäumen gesäumten Waldweg. Die Uferlandschaft am Süd- und Ostufer des Neuenburgersees heisst Grande Carçaie und ist das grösste zusammenhängende Feuchtgebiet der Schweiz. Sie ist das Produkt der ersten Juragewässerkorrektion, bei der der Seespiegel um rund drei Meter abgesenkt wurde. Teils über Holzstege führte der Weg durch die üppige Sumpflandschaft, Lebensraum für 1000 Pflanzen- und 10'000 Tierarten. Zahlreiche Schwäne und Enten tummelten sich auf dem Wasser. Beim Bootshafen von Cheyres und dem grossen Picknickplatz war der Mittagshalt angesagt. Auch die vielen vorwitzigen Enten erhofften sich einen kleinen Bissen. Der See war wellig und grau und auf der gegenüberliegenden Seite hingen schwarze Wolken über dem Jura. Bei uns drangen aber schon bald die ersten Sonnenstrahlen durch. Frisch gestärkt gings weiter auf dem angenehmen Waldweg entlang von Les Côtes vers le Lac. Bei Les Grèves begann der kurze Aufstieg über Treppen bis nach Font, wo sich uns bei der Kirche eine fantastische Aussicht auf den See und die Turmspitzen von Estavayer, dem Ziel unserer Wanderung, bot. Noch ca. eine halbe Stunde auf dem schnurgeraden Weg, und das erste Tor des Städtchens war erreicht. Estavayer-le-Lac ist eine mittelalterliche Kleinstadt, besiedelt in prähistorischer Zeit, kolonialisiert durch die Römer, geplündert von Barbaren, begehrt von Gutsherren. Vieles zeugt von seiner reichen Geschichte: Das savoyische Schloss, die gotische Stiftskirche und die gepflasterten Strassen. Beim gemütlichen Schlusskaffee gabs wunderbare Zwetschgenwähe. Die Rückfahrt dieser eindrücklichen Wanderung in einem Gebiet, das die wenigsten von uns kannten, erfolgte dann über Fribourg und Bern. (mva)

Aktuelle Nachrichten