Männerturnverein
Bosmeler MTV-Reise ins benachbarte Ausland

Richard Gähwiler
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10 Bilder
Bosmeler in Colmar
Kühl war's - darum nicht so durstig
mit Freude auf der Touristenbahn
Alle dürfen mit - auf der Touristenbahn
Flammkuchen ist ein Muss
Alles Fachleute - bei der Weinprobe
Bereit für weitere Proben
Man diskutiert und probiert
Fröhlich - nach der Weinprobe

In der Alters-Kategorie «Männerturner» sind Ausflüge nicht mehr so sehr auf alpinistische Höchstleistungen ausgerichtet. Viel mehr sucht und findet Reiseleiter Andi Keusch Varianten bei denen neben bescheidener Ertüchtigung, Gemütlichkeit und Kameradschaft gepflegt werden können. Der Kleinbus war voll besetzt, das Gepäck musste zum Teil gar im Zwischengang verstaut werden. Aus Platzgründen verzichtete Kassier Frick auf eine Teilnahme. Er konnte aber anderntags mit dem Kirchenchor eine vergleichbare Elsass-Tour bereisen, halt ohne samstägliches Abendprogramm.

So reisten denn 14 Männerturner über Basel nach Colmar im Elsass. Zusammen mit einer Vielzahl anderer Touristen flanierten wir durch die Altstadt, vorbei am Pfisterhaus, Münster und über den schmalen Wasserweg der Lauch. Ein paar kulturell Interessierte liessen sich mit dem «Touristenzug» durch die ehemalige Reichsstadt fahren, beschallt mit Hinweisen, Daten und Erläuterungen aus dem Kopfhörer. Mit einem «Flammkuchen» versuchten wir dann die herbstliche Kühle zu vergessen.

Zum nächsten Programmpunkt überquerte man die Grenze erneut – 21 Kilometer nach Breisach am Rhein. Hier hatte uns Reiseleiter Keusch zu einer Weinprobe im ‘Badischen Winzerkeller’ angemeldet. «Wir bringen die Sonne ins Glas», empfing uns Kellermeister a.D. Rainer Rohder. Der Einstieg mit einem trockenen Muskateller Sekt zum Film über die Badischen Weinkeller war willkommen. Anschliessend an die Führung durch den grössten Wein-Genossenschaftsbetrieb in Europas, brachte er uns noch weiteres ‘Flüssiges’ ins Glas. Mit fachkundigen Erläuterungen zur visuellen Beurteilung, Geruch, Geschmack und Abgang des Weines, liess er uns auf den ersten Schluck warten. Kaum am Glas genippt, intervenierte Rainer: «Ich habe da ein ‘Proscht’ gehört, das macht man vielleicht beim Bier, aber nicht mit einem Badischen Wein!». Auch ohne unser ‘proscht’ wurden wir immer als Schweizer erkannt – waren es unsere sprachlichen Übersetzungen ins Schriftdeutsch oder vielleicht der Freiämter-Akzent? Trotz Rainers detaillierten Beschriebe nach Muskat und Mirabellen und der anregenden Säure im Gaumen und einem Angang der nach Rosenhonig erinnern soll, vermochten die Badischen Qualitätsweine nicht zu überzeugen. Auch die betörende Süsse des abschliessenden Dessertweines, ein weisser Burgunder, fand nicht des Freiämters Gusto.

Zimmerbezug dann im Breisacher Hof und Apéro mit den letzten Sonnenstrahlen. Zum Nachtessen chauffierte uns Andy in ‘Bräutigams Weinstuben’ in Ihringen am Kaiserstuhl, wo wir uns mit einem köstlichen 3-Gänger verwöhnen liessen. Nächster Programmteil das Merdinger Gassenweinfest, wo wir unsere önologisches Fachwissen in der Praxis testen wollten. Überrascht vom plötzlichen Regen, suchte man nach einem Plätzchen im Trockenen. In der hintersten Ecke eines temporären Weinstüble kredenzten wir nochmals ein «Kabinett trocken». Noch konnten die Badischen Weine nicht alle zu überzeugen – vielleicht waren sie auch verdünnt vom Regen.

Anderntags war doch noch etwas «Alpines» auf dem Programm. Die erste Steigung absolvierten wir allerdings fahrenderweise, mit der Belchen-Seilbahn auf 1356 müM, auf den Panoramaberg des Schwarzwaldes. Dann aber per pedes weitere 58 Höhenmeter, auf den «Gipfelrundweg». Dies vermochte Puls und Atemfrequenz doch noch geringfügig zu erhöhen. Erholung brachte dann die längere Rast auf der Aussichtsterasse des Belchen-Gasthauses. Noch mehr als die Aussicht Richtung Vogesen, Vorarlberg und Schweizer Jura faszinierte der aufgestellte Automat: Für einen Euro konnte eine 1Cent Münze mit ein paar Kurbeldrehungen zu einem «Belchen-Souvenir» umgeprägt werden. Schliesslich hatten alle eine dieser «goldenen» Plaketten im Gepäck. Unterschiedlich waren hingegen die Meinungen betreffend der Pilzsorte die man bei der Bergfahrt aus der Kabine am nahen Waldrand gesehen hatte. So wurde die Gruppe zweigeteilt: Die Senioren welche das Retourticket der Bergbahn ausnutzten und die fitten Ehrgeizigen, welche sich zu Fuss eine Probe der Pilze holten. Trotzdem – die selbsternannten Fachleute waren sich nicht einig ob die Stücke zu essen wären. Als letztes Souvenir aus dem Schwarzwald konnten wir hingegen den deftigen «Bauernvesper» in Todtmoos geniessen. Nach kurzer Rückfahrt über Rheinfelden hatte uns die Schweiz wieder.

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