Zugsverkehr

Lokführer verletzt sich bei Zugskollision in Olten

Die Wucht des Aufpralls hat die Züge in Olten aus den Gleisen springen lassen

Die Wucht des Aufpralls hat die Züge in Olten aus den Gleisen springen lassen

Bei einem Zusammenstoss zweier Züge ist in Olten SO am frühen Donnerstagabend einer der Lokführer verletzt worden. Eine weitere Person wurde ebenfalls verletzt. Die beiden S-Bahnzüge streiften sich kurz vor der Einfahrt in den grössten Eisenbahnknotenpunkt der Schweiz.

Über den Gesundheitszustand des Lokführers gibt es derzeit noch keine Angaben, wie SBB-Mediensprecher Christian Ginsig auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. Er sei von einem Helikopter der Rega ins Spital geflogen worden.

Der hospitalisierte Lokführer habe nach dem Unfall zunächst noch seinem Kollegen geholfen und sich danach über Rückenschmerzen beklagt.

Eine weitere Person sei verletzt worden, wie Andreas Mock, Mediensprecher der Kantonspolizei Solothurn, der Nachrichtenagentur sda sagte. In den beiden Zügen befanden sich insgesamt 30 Personen.

Lokomotive und zwei Wagen entgleist

Bei der Unfallstelle auf der Höhe des hohen Silos bei der Aarebrücke in Olten liegen die Lokomotive und zwei Wagen eines Zugs in 45 Grad Schräglage, wie ein sda-Korrespondent vor Ort festhielt. Der dritte Wagen stehe noch auf den Schienen.

Der Zug sei von der Wucht des Aufpralls von den Schienen weggedrückt worden. Der Führerstand sei komplett zerstört. Zudem sei ein Fahrleistungsmast geknickt worden.

Die betroffenen Passagiere wurden weggeführt und von einem Care-Team betreut. Die SBB hat zum Unfall unter der Nummer 0800 99 66 33 eine kostenlose Hotline eingerichtet.

Ursache unklar

Beim stark beschädigten Zug handelt es sich um eine S-Bahn, die um 17.12 Uhr Basel verlassen hatte und um 17.54 Uhr im Bahnhof Olten eintreffen sollte. Der zweite beteiligte Zug war um 17.31 in Sissach BL abgefahren und hätte Olten um 17.53 Uhr erreichen sollen.

Die Züge sind ungefähr 50 Meter voneinander entfernt zum Stillstand gekommen. Laut SBB-Mediensprecher Ginsig ist die Ursache des Unfalls noch unklar und wird derzeit von Spezialisten der unabhängigen Untersuchungsstelle Bahnen und Schiffe (UUS) des Bundes untersucht.

Strecke Olten-Basel noch unterbrochen

Die SBB könne erst nach der Untersuchung mit den Bergungsarbeiten beginnen, sagte Ginsig. Nach einer ersten Prognose könne die Zugstrecke Olten-Basel deshalb nicht vor 15 Uhr am Freitag freigegeben werden, so Ginsig. Auch über die Schadenssumme könne noch nichts gesagt werden.

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