WM-Qualifikation
Die Entscheidung naht: Wer qualifiziert sich direkt? Wer hofft auf die Barrage? Diese Stars müssen um die WM bangen

Vor der letzten Länderspielpause sind erst zwei Nationen fix für die WM 2022 in Katar qualifiziert: Dänemark und Deutschland. In den anderen acht Gruppen steht noch offen, wer sich ein WM-Ticket erspielt. Dabei kommt es in vier Gruppen zu Endspielen.

Pascal Kuba
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Gruppe A: Muss Ronaldo mit Portugal in die Barrage?

Portugal kann vor dem Direktduell gegen Serbien auf seinen Superstar setzen.

Portugal kann vor dem Direktduell gegen Serbien auf seinen Superstar setzen.

Bernadett Szabo / AP

In der Gruppe A kommt es am Sonntag zum entscheidenden Duell Portugal-Serbien. Obwohl das um Superstar Cristiano Ronaldo am Donnerstag in Irland nur 0:0 spielte, reicht den Portugiesen dank der besseren Tordifferenz ein Unentschieden für die direkte WM-Qualifikation. Ein Auswärtssieg von Serbien wäre eine grosse Überraschung. Doch mit Aleksandar Mitrovic, Luka Jovic und Dusan Vlahovic stehen gleich drei Topstürmer in den Reihen von Serbien.

Restprogramm:
Portugal - Serbien (Sonntag, 20:45 Uhr)

Gruppe B: Ibrahimovic will Spanien ein Bein stellen

Ausrutscher zur Unzeit: Schweden verspielt in Georgien die gute Ausgangslage.

Ausrutscher zur Unzeit: Schweden verspielt in Georgien die gute Ausgangslage.

Shakh Aivazov / AP

Was für ein ärgerlicher Abend! Ausgerechnet beim Comeback von Zlatan Ibrahimovic verliert Schweden in Georgien 0:2. Es ist eine Niederlage, die ziemlich weh tun könnte. Denn nun kommt es am Sonntag zum entscheidenden Duell Spanien-Schweden. Wobei den Spaniern ein Punkt reicht, um sich als Gruppensieger direkt zu qualifizieren.

Die Schweden versuchen, Kraft aus der Erinnerung zu schöpfen. Schliesslich gewannen sie den ersten Vergleich gegen Spanien sensationell 2:1. Folgt nun der zweite Streich?

Restprogramm:
Spanien - Schweden (Sonntag, 20:45 Uhr)

Gruppe C: Die Hoffnung der Schweiz lebt weiter

Mit dem Unentschieden in Rom wahrt die Nati die Chance auf Platz eins. Nun gilt es, am Montag zwei Tore mehr zu schiessen als Italien. Dabei ist die Schweiz im Vorteil: Die «Squadra Azzurra» bekommt es auswärts mit dem zähen Nordirland zu tun, gegen die das Toreschiessen schwierig wird. Die Schweiz hingegen tritt in Luzern gegen Bulgarien an. Auch kein einfacher Gegner, aber sicherlich einfacher zu knacken als die Nordiren.

Restprogramm:
Schweiz - Bulgarien (Montag, 20:45 Uhr)
Nordirland - Italien (Montag, 20:45 Uhr)

Gruppe D: Bosnien und Herzegowina, Finnland oder die Ukraine?

Weltmeister Frankreich wird gegen Kasachstan die direkte Qualifikation aller Voraussicht nach perfekt zu machen. Dahinter sind die Verfolger dicht aneinander gedrängt. Mit der Ukraine, Finnland und Bosnien und Herzegowina haben gleich drei Teams die Chance, die Barrage zu erreichen.

Die besten Chancen dürfte Bosnien-Herzegowina haben. Mit zwei Heimspielen gegen die direkten Konkurrenten aus Finnland und der Ukraine haben sie ihr Schicksal in der eigenen Hand. Gleichzeitig kann auch die Ukraine die Chance ihres letzten Spiels nutzen, um eine Qualifikation ohne Niederlage aber mit sechs Unentschieden zu veredeln. Finnland hingegen muss am Dienstag zur Derniere der Qualifikation gegen Frankreich ran und dürfte nur Aussenseiterchancen haben.

Restprogramm:
Bosnien und Herzegowina - Finnland (Samstag, 18:00 Uhr)
Frankreich - Kasachstan (Samstag, 20:45 Uhr)
Finnland - Frankreich (Dienstag, 20:45 Uhr)
Bosnien und Herzegowina - Ukraine (Dienstag, 20:45 Uhr)

Gruppe E: Wales und Tschechien bereits in Barrage, Belgien mit Pflichtaufgabe

Belgien wird am Samstag die direkte Qualifikation wohl mit einem Heimsieg gegen Estland klar machen. Dahinter balgen sich Tschechien und Wales um Rang 2. Wobei beide Teams dank der Nations League ihre Teilnahme an der Barrage schon auf sicher haben. Denn sowohl die Tschechen wie auch die Waliser würden als einer der besten Nations-League-Gruppensieger, die noch nicht qualifiziert sind, nachrutschen.

Restprogramm:
Wales - Belarus (Samstag, 20:45Uhr)
Belgien - Estland (Samstag, 20:45 Uhr)
Wales - Belgien (Dienstag, 20:45 Uhr)
Tschechien - Estland (Dienstag, 20:45 Uhr)

Gruppe F: Schottland macht gegen Moldawien das Barrage-Ticket klar

Schottlands Traum von der ersten WM seit 1998 geht weiter. Die Briten besiegten am Freitagabend Moldawien mit 2:0 und haben Platz zwei sicher. Somit spielte es auch keine Rolle, dass der zweite Anwärter auf die Playoffs, Israel, gegen Österreich mit 2:4 verlor. Die grösste Überraschung bot hingegen ein vermeintlich chancenloses Team: Ausgerechnet gegen die Färöer Inseln kassierte Dänemark sein erstes Gegentor der Kampagne.

Restprogramm:
Schottland - Dänemark (Montag, 20:45 Uhr)
Israel - Färöer Inseln (Montag, 20:45 Uhr)

Gruppe G: Verletzter Haaland hofft auf Teamkollegen

Nach einer enttäuschenden EM hat Lous van Gaal Holland wieder stabilisiert.

Nach einer enttäuschenden EM hat Lous van Gaal Holland wieder stabilisiert.

Robin Van Lonkhuijsen / EPA

Hier heisst das grosse Duell: Holland gegen Norwegen und findet am Dienstag statt. Die Skandinavier lauern nur zwei Punkte hinter «Oranje», müssen aber auf Sturmtank Erling Haaland verzichten, der verletzt ist. Die «Elftal» hat sich nach einer Startniederlage gegen die Türkei unter Neo-Trainer Louis van Gaal gefangen und marschiert nun Richtung direkte WM-Qualifikation. Dabei änderte der Bondscoach unter anderem die Startformation: Von Frank de Boers Dreierkette hin zum klassisch-niederländischen 4-3-3.

Auch die Türkei hat mit Stefan Kunz einen neuen Trainer. Und nach einer zwischenzeitlichen Krise besteht tatsächlich noch die Chance, sich doch noch für die Barrage zu qualifizieren. Dazu muss die Türkei gegen Gibraltar und Montenegro gewinnen und auf eine Niederlage der Norweger hoffen. Sollten Norwegen und die Türkei beide ihre Spiele gewinnen und die Niederlande gegen Montenegro ausrutschen, wäre sogar noch die Sensation möglich und Louis van Gaals Team draussen.

Restprogramm:
Norwegen - Lettland (Samstag, 18:00 Uhr)
Türkei - Gibraltar (Samstag, 18:00 Uhr)
Niederlande - Montenegro (Samstag, 20:45 Uhr)
Montenegro - Türkei (Dienstag, 20:45 Uhr)
Niederlande - Norwegen (Dienstag, 20:45 Uhr)

Gruppe H: Nimmt Russland Revanche an Kroatien?

In Gruppe H kommt es ebenfalls zum Spiel um Platz eins. Kroatien empfängt in Split Russland. Die Russen haben dabei die Chance, sich für das bittere Aus gegen die Kroaten an der Heim-WM 2018 zu revanchieren. Damals musste man die Segel im Viertelfinal nach einem 3:4 im Penaltyschiessen streichen. Im Hinspiel erreichte die «Sbornaja» in Moskau ein Unentschieden. Das gleiche Resultat würde der Mannschaft von Waleri Karpin reichen, um den ersten Platz zu behaupten.

Restprogramm:
Kroatien - Russland (Sonntag, 15:00 Uhr)

Gruppe I: Kane oder Lewandowski, wer schiesst sein Team direkt an die WM?

Obwohl Polen theoretisch noch eine Chance auf das Fixticket nach Katar hat, müssen sie sich wohl vorzeitig mit Platz zwei begnügen. Weil England Albanien besiegte und der nächste Gegner San Marino heisst, ist der erste Platz in trockenen Tüchern. Es sei den, das kleine San Marino schreibt eines der grössten Fussballmärchen der modernen Fussballgeschichte.

Restprogramm:
San Marino - England (Montag, 20:45 Uhr)
Albanien - Andorra (Montag, 20:45 Uhr)
Polen - Ungarn (Montag, 20:45 Uhr)

Gruppe J: Welche Nation schafft die Überraschung?

Hinter dem bereits qualifizierten Deutschland liefern sich Nordmazedonien und Rumänien ein Fernduell um den Barrage-Platz. Armenien hat nach dem 0:5 gegen Nordmazedonien keine Chance mehr.

Einiges spricht dafür, dass Nordmazedonien nach der erstmaligen EM-Teilnahme im vergangenen Sommer nun auch von der ersten WM träumen darf. Ein Sieg im Heimspiel gegen Island reicht, um sicher in der Barrage zu sein. Rumänien hingegen muss in Liechtenstein gewinnen und auf einen Fehltritt des Konkurrenten hoffen.

Gut möglich, dass Nordmazedonien am Ende dank den unerwarteten Punkten gegen Deutschland ganz zu Beginn der Qualifikation den zweiten Rang erreicht.

Restprogramm:
Liechtenstein - Rumänien (Sonntag, 18:00Uhr)
Nordmazedonien - Island (Sonntag, 18:00 Uhr)

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