Schwingen

Zuletzt lachten doch zwei Berner

Das Berner Siegerduo beim Nordwestschweizer Teilverbandsfest: Christian Stucki (rechts) und Matthias Glarner.

Das Berner Siegerduo beim Nordwestschweizer Teilverbandsfest: Christian Stucki (rechts) und Matthias Glarner.

Christian Stucki und Matthias Glarner entscheiden das Nordwestschweizerische in Zuchwil für sich. Für die grösste Überraschung sorgte aber der Aargauer Patrick Räbmatter, dem nur ein Viertelpunkt zum Co-Sieg fehlte.

Der Nordwestschweizer Saisonhöhepunkt lebte vom ersten bis zum sechsten Gang von Überraschungen. Die sechs «Gäste-Eidgenossen» erwiesen sich als übermächtig, obwohl den Spitzenschwingern aus dem gastgebenden Teilverband einige Exploits gelangen. Christian Stucki kassierte im Anschwingen eine umstrittene Niederlage gegen Bruno Gisler. Davon profitierte vor allem Schwingerkönig Arnold Forrer, der nach seinem überzeugenden Startsieg gegen Christoph Bieri bis zum Schlussgang weitere vier Gänge souverän gewann.

Stucki rettete sich mit vier Plattwürfen in die Endausmarchung, wobei er keinen «Bösen» mehr vorgesetzt erhielt. Im Finale wartete Stucki genau zweieinhalb Minuten ab, ehe er im vierten Zusammengreifen mit einem satten Kurzzug Forrer auf den Rücken bettete. «Meine Taktik wars, nicht einfach wild drauf los zu schwingen», erklärte er nachher. Nach einem «Gestellten» eine Woche zuvor auf dem Brünig hatte der Seeländer Hüne mit dem Toggenburger eine Rechnung offen. «Ja, das ist eine grosse Genugtuung», gestand er nach dem unglücklich entglittenen Brünig-Sieg.

Räbmatters Auferstehung

Auch Matthias Glarner hatte die ersten drei Gänge souverän gewonnen. Doch gegen Forrer ging er zu ängstlich zur Sache, was der Schwingerkönig mit einem Übersprung zum Plattwurf bestrafte. Wie Stucki verbuchte der Berner Oberländer daneben durchwegs Maximalnoten. Zuletzt erwischte er Mario Thürig auf die falsche Seite. Dies ebnete ihm bei Punktgleichheit mit Stucki Rang 1b.

Für die grosse Überraschung im Nordwestschweizer Lager sorgte Patrick Räbmatter. Der Zofinger Leader schlich sich mit zwei Pflichtsiegen im Anschwingen an die Spitze. Dann strafte ihn aber Forrer für seine kecke Angriffsstrategie. Im Ausstich hielt Räbmatter den Angriffen von Bruno Gisler stand und konterte in seiner bekannten Manier mit einem Schlungg zu einem Überraschungssieg.

Wie Glarner fand «Räbi» keine Berücksichtigung für den Schlussgang. Trotzdem stand er zum Abschluss nochmals einem «Eidgenossen» gegenüber. Der mental erstarkte Uerkner ging wiederum unerschrocken zur Sache und fing einen Angriff des Appenzellers ab. Nur weil Räbmatter nachdrücken musste, fehlte in der Abrechnung ein Viertelpunkt zum Co-Sieg mit den beiden Bernern. «Mit zwei besiegte ‹Eidgenossen› muss ich dem ersten Platz nicht nachtrauern», zeigte sich der beste Nordwestschweizer dennoch überglücklich.

Aargauer dominieren

Innerhalb des Teilverbandes dominierten die Aargauer. Sie ergatterten 10 der total 21 Kränze. Die starken Gäste eroberten sechs Exemplare, die Baselbieter immerhin drei, einer ging dank Henryc Thoenen zu den Stadtbaslern. Enttäuscht waren am Schluss in Zuchwil vor allem die einheimischen Zuschauer. Gislers abschliessende Niederlage verhinderte seinen 100. Kranzgewinn und sorgte in der Arena mit 3000 Zuschauern für Totenstille. So war schliesslich Remo Stalder der einzige Solothurner mit Eichenlaub.

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