Fechten

Heinzer und Steffen in den WM-Sechzehntelfinals out

Der Schweizer Degen-Teamleader Max Heinzer scheiterte an den WM in Budapest im Einzel in den Sechzehntelfinals

Der Schweizer Degen-Teamleader Max Heinzer scheiterte an den WM in Budapest im Einzel in den Sechzehntelfinals

Die Degenfechter Max Heinzer und Benjamin Steffen scheiden an der WM in Budapest als letzte im Wettbewerb verbliebene Schweizer in den Sechzehntelfinals aus.

Degen-Weltmeister wurde der erst 21-jährige Gergely Siklosi vom Gastgeberland Ungarn. Er setzte sich im Final mit 15:14 gegen den Russen Sergej Bida durch. Bida wiederum hatte in den Sechzehntelfinals dem Schweizer Olympia-Vierten Benjamin Steffen das Nachsehen gegeben (15:12).

Der Schweizer Rekord-EM-Medaillengewinner und Weltcupsieger Heinzer zog auf gleicher Höhe gegen den Franzosen Ronan Gustin in einem extrem engen Gefecht mit 12:13 nach Verlängerung den Kürzeren. Bereits in den Top 64 waren die beiden anderen Schweizer Team-Weltmeister des Vorjahres, Lucas Malcotti und Michele Niggeler, ausgeschieden.

Heinzer hatte Gustin beim Schweizer Weltcupsieg im Teamwettkampf im Mai in Paris im Startgefecht noch das Nachsehen gegeben. Auch in Budapest stand er dem Sieg sehr nahe. Er riskierte in der Verlängerung alles, blieb aber glücklos. "Wenn ich den Vorteil erhalte, werde ich als Überraschung selbst angreifen", hatte sich Heinzer schon vor dem Gefecht vorgenommen.

In der Tat überrumpelte der Schweizer Teamleader den Franzosen. Doch eine Reflexbewegung der Weltnummer 32 sorgte für einen glücklosen Ausgang aus Heinzers Sicht. Aus einem Reflex heraus zuckte Gustins Fechthand und traf Heinzer am Handschuh. Der Franzose schien zunächst selbst nicht zu glauben, dass er den Siegtreffer gelandet hatte. Doch Heinzer war trotz seiner eigentlich gelungenen Aktion geschlagen und wartet weiter auf seine erste Einzel-WM-Medaille.

Frühe Vorentscheidung

Für Heinzer fiel die Vorentscheidung allerdings schon beim Stand von 4:3, als er den Treffer zum 5:3 verfehlte und stattdessen mit einer direkten Rote Karte belegt wurde, was einem Strafpunkt gleichkam. Die Strafe wurde ausgesprochen, weil er mit der Fechtglocke auf die Maske von Gustin geprallt war.

Für Heinzer war der Körperkontakt unbeabsichtigt, auch wenn die herbeigezogene Super-Zeitlupe für den Unparteiischen anders wirkte. Der Schweizer war sich gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA sicher: "Eine direkte Rote Karte für so etwas gibt es selten. Von da an musste ich deshalb meine Power etwas zurücknehmen."

Heinzer wird in der Weltrangliste trotz dem frühzeitigen Ausscheiden an 15. Position klassiert bleiben, da er im Vorjahr bereits in der Runde der Top 64 gescheitert war und in Budapest vor ihm klassierte Fechter ebenfalls früh scheiterten. Dagegen wird Steffen, vor der WM die Nummer 37 der Welt, einige Plätze verlieren, da er im Vorjahr WM-Viertelfinalist war. Der Linkshänder aus Basel setzte sich in Budapest zum Auftakt des Final-Tages immerhin noch um einen Treffer gegen den Italiener Gabriele Cimini durch, der die Nummer 16 der Welt ist.

Am Sonntag und Montag steht für die Schweizer noch der zweigeteilte Teamwettbewerb im Programm. Der Titelverteidiger muss am Sonntag zwei Gefechte überstehen, um die Viertelfinals vom Montag zu erreichen. Der Vorstoss unter die besten acht wäre extrem wichtig, um weiterhin auf Kurs für die Olympia-Qualifikation 2020 zu bleiben.

Die WM zählt in der einjährigen Qualifikationsphase doppelt. Per Mai 2020 qualifizieren sich die ersten vier der Team-Weltrangliste sowie der jeweils nachfolgende Kontinental-Beste für Tokio 2020. Die Schweizer waren vor der WM die Nummer 2 der Welt. Eine Qualifikation für den olympischen Team-Wettbewerb würde drei Startplätze für das Einzel in Tokio bedeuten.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1