Bike
An der Bike Challenge gab es nur Gewinner

490 Velofahrer und Velofahrerinnen nahmen am Samstag die Herausforderung «Baselbieter Bike Challenge» an und erkundeten per Mountainbike das Baselbiet. Die einen sahen nur einen Teil davon, andere wiederum durchquerten alle 86 politischen Gemeinden.

Drucken
Teilen
Bike Challenge Baselbiet

Bike Challenge Baselbiet

bz Basellandschaftliche Zeitung

Tobias Gfeller

Es ist kurz nach vier Uhr nachmittags. Vor über elf Stunden starteten in noch finsterer Nacht die ganz «Verrückten» unter den Mountainbikern ihre ganz eigene, besondere Herausforderung. Erschöpft aber glücklich fuhr der Bündner Claudius Thommen als erster auf die Zielrampe und erhielt nebst dem tosenden Applaus viele bewundernde Blicke. Er darf sich als Sieger der 260 Kilometer langen XXL-Königstour feiern lassen.

Doch im Gegensatz zu anderen sportlichen Wettkämpfen steht an der Baselbieter Bike Challenge nicht der Sieger alleine im Mittelpunkt. Es sind alles Gewinner - die 490 Athletinnen und Athleten. «Die Bike Challenge ein Rennen zu nennen, ist eigentlich falsch. Jeder kämpft für sich gegen die eigene Müdigkeit und gegen das eigene Ziel, das er sich vor dem Start gesteckt hat.» Jürg Bolliger kennt das Gefühl, gegen sich selbst und weniger gegen jemand anderes zu fahren.

Das Mitglied des Organisationskomitees der fünften Bike Challenge fuhr bei der letzten Austragung vor zwei Jahren noch selber mit. In diesem Jahr bevorzugte er den Hintersitz des Motorrads der Freundin. «Wir fuhren bis ins obere Baselbiet. Es ist immer wieder faszinierend, mit welcher Trittfrequenz die Spitzenfahrer die Berge hinaufkraxeln.» Seine Bewunderung gilt aber auch jenen, die das Bike den Glögglifels oder den Blauen hinauf stossen müssen. Für ihn seien alle Sieger, die die Zielrampe mit Stolz und müden Beinen erreichen.

Der Genuss kam nicht zu kurz

Zu den Glücklichen zählte auch die Prattlerin Margareta Musa. Nach den absolvierten 75 Kilometern machte sie es sich auf den Festbänken im Muttenzer Zielgelände bequem. Zufrieden blickte sie auf ihre vollbrachte Leistung zurück: «Bei diesem schönen Wetter machte es doppelt Spass, die wunderbare Route abzufahren.» Die Strecke für Breitensportler führte vom Startort Muttenz ins obere Baselbiet. Margareta Musa ist diese Gegend nicht unbekannt. Durch Wanderungen und Veloausfahrten lernte sie den eigenen Kanton richtig kennen. Ihrem Kollegen, dem Füllinsdörfer Werner Lanz, war das Gebiet eher fremd. Für den Unterbaselbieter waren nicht alle Gemeinden auf der Strecke leicht zu erkennen. «Immer wieder fragte ich nach, ich wollte schliesslich wissen, wohin meine Beine mich fuhren.» Die Vorzüge des ländlicheren Teils des Kantons erkannte er aber schon früh, als er vom Velo abstieg, um ein paar Himbeeren zu geniessen.

Für Margareta Musa war nach der Zieleinfahrt sofort klar, dass sie bei der nächsten Austragung 2011 wieder dabei sein wird. «Vor zwei Jahren absolvierte ich die Fun-Strecke für Familien und Gelegenheitsbiker. Ich dachte mir, umso älter ich bin, desto länger sollte auch die Route sein.» 2011 würden es dann vielleicht die 100 Kilometer durchs Laufental. Die Gelegenheit für Werner Lanz, weitere Vorzüge des Baselbiets kennenzulernen - die Bike Challenge als sportliche Herausforderung und Unterrichtsfahrt durch den Heimatkanton.

Aktuelle Nachrichten