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Beim neuen TV-Vertrag setzt die Fussballliga auf Kontinuität

Die Fussballliga hat auf mehr Geld gehofft, dann kam Corona. Trotz neuem Vertrag bleibt fast alles beim Alten.

Raphael Gutzwiller
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Das Feilschen um einen neuen TV-Vertrag ist vorbei.

Das Feilschen um einen neuen TV-Vertrag ist vorbei.

Bild: Michel Canonica

In Sachen TV-Einnahmen hinkt die Schweiz den grossen Fussballligen hinterher. Das hätte sich mit einem neuen Vertrag endlich ändern sollen. In Zeiten von Geisterspielen und wegfallenden Eintrittseinnahmen sind die Fernsehgelder so wichtig wie noch nie. Rund 35 Millionen Franken jährlich gibt es für die beiden obersten Fussballligen. Doch wegen Corona standen die Chancen plötzlich schlecht, tatsächlich mehr Geld zu generieren. Auch die angedachte 12er-Liga, die dank höherer Erträge hätte realisiert werden sollen, wurde während der Coronakrise verworfen.

Und so ist es für die Swiss Football League (SFL) eine schöne Bekanntmachung, dass die Verträge mit den bisherigen Partnern um vier Jahre verlängert worden sind. Blue Entertainment AG (ehemals CT Cinetrade AG) mit ihrem Produkt Blue Sport (früher Teleclub) bleibt Vertragspartner der Liga. Ein Spiel pro Runde wird weiterhin bei der SRG übertragen.

Zu welchen Konditionen der neue Vertrag ausgehandelt wurde, wird noch nicht kommuniziert. Es seien auch noch einige Details zu klären, heisst es bei der Schweizer Fussballliga. So ist zum Beispiel noch nicht klar, ob es zu Verschiebungen von Anspielzeiten oder ähnlichem kommt. Auch die Finanzen sind noch nicht vollständig geklärt. Es ist aber davon auszugehen, dass sich der neue Vertrag in ähnlichen Gefilden bewegt wie der alte. Dies wäre ein grosser Erfolg. Claudius Schäfer, CEO der Swiss Football League, sagt: «Es war eine grosse Herausforderung, in dieser ungewissen und für alle enorm belastenden Zeit die medialen Rechte auf den Markt zu bringen. Umso mehr freut es uns, die gute Zusammenarbeit mit den bewährten Partnern weiterzuführen. Der Entscheid bringt Stabilität und Planungssicherheit in den Schweizer Klubfussball.»

Mehrsprachigkeit als Nachteil

Neben Blue hat es weitere Mitbewerber gegeben, aufgrund der speziellen Situation hat sich die SFL wohl aber für Kontinuität entschieden. Zudem ist der Schweizer Markt mit seiner Dreisprachigkeit für grosse Anbieter wie Dazn oder Sky unattraktiv. Des Weiteren ist das Zusammenspiel der eigentlichen Konkurrenten Swisscom und UPC negativ für einen lukrativeren Fernsehvertrag. Bereits heute stellen sich die beiden Anbieter die Übertragungen der Fussball- und Eishockeyspiele gegenseitig zur Verfügung. Und so bleibt die Frage offen, ob es ohne Corona tatsächlich mehr Geld gegeben hätte.

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