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Wegen Corona-Virus: der Fussball in der Schweiz ruht noch länger

In den nächsten Wochen rollt der Ball nicht in den höchsten beiden Schweizer Ligen.

In den nächsten Wochen rollt der Ball nicht in den höchsten beiden Schweizer Ligen.

Noch bis am 23. März sollen in der Super League und Challenge League keine Fussballspiele stattfinden.

Geduld ist gefragt für die Schweizer Fussballfans. Denn das Corona-Virus legt derzeit den Spielbetrieb lahm. Nachdem schon am vergangenen Wochenende alle Fussballspiele abgesagt wurden, fällt der Ligabetrieb in der Super League und Challenge League weitere drei Runden aus. Dies teilt die Liga an einer Medienkonferenz mit. Voraussichtlich bis zur Nationalmannschaftspause am 23. März finden somit keine Ligaspiele statt – sofern der Bundesrat auch nach dem 15. März an seinem Verbot von Grossveranstaltungen über 1000 Personen festhält. Insgesamt fallen vier Runden in der Liga und eine Cup-Runde ins Wasser.

Am Montag ist an den Sitzungen der Vereinsvertreter der Entscheid zur Absage rasch gefällt: Geisterspiele will niemand. «Bei Spielen ohne Publikum fehlen Emotionen und Einnahmen», begründet Liga-CEO Claudius Schäfer. Für einige Vereine machen die Ticketeinnahmen über 40 Prozent aller Einnahmen aus. «Darum ist es für uns ein Anliegen, dass wir so lange wie möglich keine Geisterspiele ansetzen.»

Bis zu drei Partien in der Woche möglich

Falls nach dem 23. März noch nicht wieder gespielt werden könnte, wäre eine Verschiebung einer weiteren Runde möglich. Diese Verschiebungen haben aber Folgen, wie Schäfer ausführt. «Behörden, Vereine und Stadionbetreiber müssen flexibel sein, wenn es darum geht neue Spieldaten zu finden. Es ist möglich, dass es dann bis zu drei Partien pro Woche für die Teams geben kann.» Die SFL hat bereits die Uefa kontaktiert, damit sie sich bei den Nachholpartien nicht an die Blockade halten muss, wonach während internationaler Spiele zeitgleich keine Ligapartien stattfinden dürfen.

Wegen des Corona-Virus ist im schlimmsten Fall gar die gesamte Meisterschaft gefährdet. «Für uns gibt es einige Szenarien, die sehr schlimm wären», sagt Schäfer. Dann nämlich, wenn Teams unter Quarantäne gestellt würden oder Reisestopps verhängt werden müssten. «In so einem Fall wäre die Absage der Meisterschaft durchaus möglich», sagt Schäfer. «Leider können wir derzeit nicht versichern, dass die Meisterschaft zu Ende gespielt wird. Doch dies ist unser oberstes Ziel.»

Was würde dann passieren? Wäre Leader St.Gallen automatisch Meister? Würde der Tabellenletzte Thun absteigen? Die Liga ist derzeit noch nicht so weit, zu diesen Fragen Stellung zu beziehen. «Aber wir gehen diese Fragen proaktiv an», sagt Schäfer. Die Vereine diskutieren darüber an der Generalversammlung am 13. März. Dann ist neben der Ligareform nun neu auch das Corona-Virus traktandiert. Wenn es bis dahin noch keine Neuigkeiten gibt, könnte die Versammlung auch nach hinten verschoben werden.

Testspiele sind wohl erlaubt – dank Bewilligung

Immerhin dürfte es so kommen, dass Profiteams während dieser Zeit Testspiele austragen dürfen – sofern dies der zuständige Kanton bewilligt. Testpartien unterliegen, wie die Amateurligen, dem Schweizerischen Fussballverband. Dieser möchte heute darüber informieren, ob ab dem kommenden Wochenende wieder Amateur- und Juniorenspiele bestritten werden dürfen. Seit Freitag wurden auch diese Partien abgesagt.

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