Tennis
Viktorija Golubic trifft heute in Paris auf Lucie Safarova: Gelingt ihr ein erneuter Coup?

Es sind aufregende Tage für Viktorija Golubic hier in Paris. Die Schweizerin hat sich erstmals für die zweite Runde eines Grand-Slam-Turniers qualifiziert.

Marcel Kuchta, Paris
Drucken
Blickt der 2. Runde entspannt entgegen: Viktorija Golubic.

Blickt der 2. Runde entspannt entgegen: Viktorija Golubic.

KEYSTONE

Nach drei überstandenen Quali-Runden eliminierte sie auch ihre erste Gegner des Hauptturniers, die US-Amerikanerin Alison Riske (WTA 94). Jetzt betritt sie, die bereits in der ersten Runde des Australian Open stand (und ausschied), also quasi Neuland. Heute trifft Golubic auf die Tschechin Lucie Safarova (WTA 13), welche im Vorjahr im Final des French Open stand.

Hat gut lachen: Viktorija Golubic hat sich in das Hauptturnier der French Open gekämpft.

Hat gut lachen: Viktorija Golubic hat sich in das Hauptturnier der French Open gekämpft.

imago/ZUMA Press

Von Nervosität ist allerdings nicht viel zu merken bei der Zürcherin. Vielmehr dominiert die Vorfreude auf die nächste Begegnung hier in Roland Garros. «Viktorija war vor dem Beginn der Qualifikation etwas nervös. Das hat sich inzwischen aber gelegt», sagt ihr Coach Philipp Wallbank, der Golubic in Paris zusammen mit Robert Orlik betreut. «Robert ist für die Trainings und die Belange auf dem Platz zuständig, ich mehr für das Organisatorische», beschreibt Wallbank die Aufgabenteilung der beiden Coaches während des Turniers.

Vermehrt im Mittelpunkt

Zu Wallbanks Aufgaben gehört auch, die häufiger werdenden Anfragen der Medien zu kanalisieren. «Das gesteigerte Interesse der Öffentlichkeit ist schön. Aber Viktorija soll sich hier in Paris so gut wie möglich auf ihre Spiele konzentrieren können. Deswegen sind wir hier.» Wobei der mediale Wirbel für Golubic ja nicht mehr neu ist: Schon nach ihren beiden tollen Auftritten im Fed-Cup-Halbfinal in Luzern (Siege gegen Barbora Strycova und Karolina Pliskova) meisterte sie den Medienmarathon souverän. Auch hier in Paris hat man den Eindruck, dass die Zürcherin mit dem ungewohnten Interesse gut zurechtkommt.

Golubic spielte sich in das Herzen der Schweizerinnen und Schweizer:

Seit drei Jahren besucht Viktorija Golubic Robert Orliks Tennisakademie in Kerpen, der Heimatstadt des siebenfachen Formel-1-Weltmeisters Michael Schumacher. Wallbank ist quasi der Mann in der Schweizer Heimat und gehört seit einem Jahr zum Betreuerstab des Teams Golubic. In Paris wohnt das Trio in einem Hotel, 20 Autominuten von der Anlage in Roland Garros entfernt. «Die Bedingungen sind für uns ideal», sagt Wallbank.

Die Top 100 im Visier

Schon vor dem Spiel gegen Safarova steht fest, dass Viktorija Golubic nicht nur mit mindestens 60 000 US-Dollar Preisgeld zurück in die Schweiz reisen wird, sondern auch, dass sie in der Weltrangliste einen Sprung nach vorne machen wird. Allerdings wird er noch nicht gross genug sein, damit sie beispielsweise in Wimbledon nicht mehr in die Qualifikation muss. Dank den hier in Paris bisher gewonnenen 110 Punkten (40 für die Qualifikation, 70 für den Erstrundensieg), wird sie im WTARanking von Platz 130 in die Region um Platz 110 vorstossen. Bei einem Sieg gegen Safarova, welcher ihr weitere 60 Punkte einbringen würde, würde sie bereits an den Top 100 anklopfen und käme etwa auf das Niveau von Stefanie Vögele. Diese Rechenbeispiele zeigen aber auch vor allem eines: Der Weg an die Spitze ist hart. Es muss viel zusammenpassen, damit man sich überhaupt nur schon in diesen Bereich vorkämpfen kann.

Die bisherigen Geschehnisse an den French Open:

French Open Liveticker
58 Bilder
Kollektiver Jubel mit den Ballkindern.
Murray gratuliert seinem Kontrahenten.
Novak Djokovic wird von den Emotionen überwältigt.
Gewann den ersten Satz im Final, war danach aber chancenlos: Andy Murray.
Novak Djokovic zeigte im Final herausragendes Tennis.
Die 16-jährige Baslerin Rebeka Masarova (rechts) gewinnt den Juniorinnen-Final.
Garbine Muguruza gewinnt den begehrten Pokal bei den Frauen.
Die junge Spanierin Muguruza wird nach dem Sieg von der Freude überwältigt.
Garbine Muguruza holt sich den ersten Satz mit 7:5.
Serena Williams geht als Favoritin in den Final.
Martina Hingis gewinnt an der Seite von Leander Paes die Mixed-Konkurrenz in Paris.
Für Titelverteidiger Stan Wawrinka ist das Turnier vorbei.
Andy Murray jubelt über den Finaleinzug.
Wawrinka gibt alles, kann Andy Murray aber nicht besiegen.
Stan Wawrinka ist auf dem Center Court gefordert.
Wawrinka oder Murray: Wer zieht in den Final ein?
Dominic Thiem steht zum ersten Mal in einem Grand-Slam-Halbfinal und trifft dort gleich auf Dominator Novak Djokovic
Timea Bacsinszky verliert den ersten Satz mit 5:7.
Österreichs Shooting-Star Dominic Thiem steht zum ersten Mal in einem Grand-Slam-Halbfinal
David Goffin scheitert im Viertelfinal an Dominic Thiem
Spassvogel Novak Djokovic schützt sich vor dem Regen.
Das lange Warten hat ein Ende. Stan Wawrinka ist bereit für seinen Viertelfinal.
Timea Bacsinszky steht im Viertelfinal der French Open
...und kann es kaum fassen
Sie bezwingt Venus Williams in zwei Sätzen 6:2, 6:4
Emotionen: Timea Bacsinszky freut sich über den Viertelfinal-Einzug
Bacsinszky gewinnt das Achtelfinal gegen Venus Williams in zwei Sätzen.
Novak Djokovic kann sein Spiel gegen Roberto Bautista Agut fortsetzen.
Das Regenwetter in Paris macht dem French Open einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.
Das Regenwetter in Paris macht dem French Open einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.
Das Regenwetter in Paris macht dem French Open einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.
Das Regenwetter in Paris macht dem French Open einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.
Das Regenwetter in Paris macht dem French Open einen gewaltigen Strich durch die Rechnung.
Regen über Paris und den Courts von Roland Garros
Ein Platz in Roland Garros wird mit einer Blache überdeckt
Es war ein Auf und Ab für die Schweizerin. Alles in allem hinterlässt Bacsinszky jedoch einen starken Eindruck.
Timea Bacsinszky gewinnt gegen Eugenie Bouchard in zwei Sätzen mit 6:4 und 6:4.
Andy Murray tut sich gegen den französischen Qualifikanten Mathias Bourgue schwer.
Stan Wawrinka trifft in der nächsten Runde auf den Franzosen Jérémy Chardy.
Viktorija Golubic nach ihrem Ausscheiden gegen Lucie Safarova: "Es war ein super Turnier für mich."
Stan Wawrinka fokussiert. Er gewinnt gegen den Japaner Taro Daniel in drei Sätzen mit 7.6, 6:3, 6:4.
Taro Daniel, der Zweitrundengegner von Stan Wawrinka
Viktorija Golubic kämpft in der ersten Runde gegen Safarova
Timea Bacsinszky setzt sich in der ersten Runde durch
Andy Murray behält in der ersten Runde die Nerven und bezwingt Radek Stepanek in fünf Sätzen
Der Tennis-Oldie Stepanek zeigt eine grandiose Leistung und muss sich erst nach fünf hartumkämpften Sätzen geschlagen geben.
Stan Wawrinka ballt die Faust - Niederlage in der ersten Runde gerade noch abgewendet.
Stan Wawrinka
In der heutigen "L'Equipe": Stan Wawrinka lässt auf zwei Seiten senen letztjährigen Finaltriumph gegen Novak Djokovic Revue passieren.
Timea Bacsinszky wird am Montag oder am Dienstag auf die "Lucky-Loserin" Silvia Espinosa-Soler (WTA 127) treffen.
Viktorija Golubic steht im Hauptfeld der French Open und bestätigt damit ihre bestechende Form. In der ersten Runde trifft sie auf Alison Riske (WTA 88)
Stan Wawrinka startet die Mission Titelverteidigung gegen den Tschechen Lukas Rosol (ATP 61).
Viktorija Golubic steht im dritten Satz. Spannung pur auf Platz 16.
Wegen einem viralen Infekt musste der Franzose Gaël Monfils (ATP 14) seine Teilnahme für das French Open absagen
Roger Federer muss für Paris Forfait geben. Es ist nach 65 Teilnahmen in Serie das erste Grand-Slam-Turnier das Federer verpasst.
Stan Wawrinka tritt in Paris als Titelverteidiger an und gilt nach der Absage von Roger Federer als einzige Schweizer Hoffnung.

French Open Liveticker

Keystone

Heinz Günthardt, der Captain des Schweizer Fed-Cup-Teams, traut Golubic den Sprung an die erweiterte Weltspitze durchaus zu: «Wer weiss, vielleicht gelingt es ihr ja bereits während der Rasensaison, die Top 100 zu erreichen und künftig ohne Qualifikation an die Grand Slams zu kommen.» In den letzten Monaten habe sie bewiesen, dass sie auch gegen die allerbesten Spielerinnen bestehen könne. «Ihr Spiel wird immer unkontrollierter wirken als das von Belinda Bencic. Das führte einerseits dazu, dass sie eine gewisse Zeit brauchte, um die nötige Stabilität zu finden. Andererseits macht sie das auch unberechenbar für ihre Gegnerinnen, was ihre grosse Stärke ist», erklärte Günthardt gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

Den nächsten Beweis ihres Könnens kann Viktorija Golubic heute abliefern. Dass sie mit tschechischen Kontrahentinnen gut klarkommt, hat sie in den letzten Monaten zur Genüge bewiesen. Lucie Safarova ist gewarnt.