TV-Kritik
Sascha Ruefer und die harte Kritik an Petkovic: berechtigt oder nicht?

Beim enttäuschenden 1:1 der Schweizer Fussball-Nati im ersten EM-Spiel in Baku gegen Wales zeigt sich SRF-Kommentator Sascha Ruefer fast die gesamten 95 Minuten auf Ballhöhe. Nationalcoach Vladimir Petkovic kritisiert er wegen der Auswechslung von Xherdan Shaqiri scharf.

Daniel Wyrsch
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«Dem Ball geht die Luft aus? Darf mal passieren. Geht uns ja genauso». SRF-Mann Ruefer ist in EM-Form.

«Dem Ball geht die Luft aus? Darf mal passieren. Geht uns ja genauso». SRF-Mann Ruefer ist in EM-Form.

Keystone

Sascha Ruefer wurde vom Schweizer Fernsehen wegen Corona nicht nach Baku geschickt. Trotzdem war der Kommentator aus dem TV-Studio in Zürich der beste Schweizer beim ernüchternden EM-Startspiel der Mannschaft von Vladimir Petkovic. Bereits in der ersten Halbzeit liess Ruefer mit ein paar gelungenen Sprüchen aufhorchen. Beispiel: «Der Ball hat keine Luft mehr. Das passiert uns tagtäglich, darf dem Ball auch passieren.»

Vielleicht hatte Ruefer zu diesem frühen Zeitpunkt schon eine Vorahnung, wie den Schweizern bei eigener 1:0-Führung kurz nach dem Seitenwechsel die Luft ausgehen wird. Allerdings hatte er vor dem Match noch gemeint: «Man hat das Gefühl, es liegt etwas in der Luft.» Doch alles, was ein Reporter während rund 100 Minuten sagt, kann am Ende nicht aufgehen. Oder doch? «Vielleicht verbringt diese Mannschaft den letzten gemeinsamen Sommer.» Dieser Aussage kann man je nach Sichtweise auch eine kritische Vorahnung entnehmen.

Die Vorahnung des Gegentreffers und das Fazit: «zwei verlorene Punkte»

Nur kurz kann sich Ruefer über die Führung durch Breel Embolo freuen: «Die Schweiz führt im ersten Schachspiel dieser EM 1:0.» Noch bevor der 1:1-Ausgleich für Wales fällt, findet er: «Mit der Auswechslung von Shaqiri ist das Scharnier verloren gegangen.» Nachdem Kieffer Moore mit Turban den Ball eingeköpfelt hat, bestätigt er: «Das hat sich abgezeichnet, ich habe die Auswechslung nicht verstanden.» Beim vermeintlichen 2:1 des eingewechselten Mario Gavranovic vermutet er während seines Jubelgeschreis ein Abseits – der Video Assistant Referee (VAR) gibt dem TV-Mann Recht.

Den 1:1-Endstand zum Schweizer EM-Auftakt empfindet Ruefer als grosse Enttäuschung. Die Situation bringt er auf den Punkt: «Am Schluss bleibt ein mulmiges, ungutes Gefühl. Zwei Punkte wurden verloren.» Er wiederholt die Kritik am Spielerwechsel Denis Zakaria für Shaqiri. Ruefer spricht aus, was höchstwahrscheinlich die meisten Fans zu Hause vor den TV-Geräten denken: «Auch wenn man den Maestro nicht kritisieren sollte: Petkovic hat mit dieser Auswechslung ein falsches Zeichen gesetzt.»

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