Roger Federer gewann an den ATP-Finals in London auch sein drittes und letztes Gruppenspiel gegen Kei Nishikori. Der 30-jährige Basler bezwang den Japaner in 2:10 Stunden 7:5, 4:6, 6:4. Im Halbfinal trifft er am Samstag auf Stan Wawrinka oder Andy Murray.

Mit dem Sieg stellte Federer den Gruppensieg sicher, ohne den Ausgang der Abendpartie zwischen Novak Djokovic und Tomas Berdych (nach Redaktionsschluss) abwarten zu müssen. Die Qualifikation für die Halbfinals hatte bereits nach seinem Sieg im zweiten Spiel gegen Djokovic festgestanden.

Eine Meisterleistung bot Federer gestern Nachmittag in der O2-Arena nicht. Über weite Strecken zeigte der 34-jährige Basler seinen schwächsten Auftritt der Woche. Insbesondere beim Aufschlag passte einiges nicht zusammen, er gab seinen Service insgesamt fünf Mal ab und gab in jedem der drei Sätzen einen Breakvorsprung preis.

Er hätte sich die Aufgabe viel einfacher machen können, wenn er im zweiten Satz eine 4:1-Führung nach Hause gebracht hätte. "Es ist schade, dass ich nicht in zwei Sätzen gewonnen habe", stellte Federer danach fest. Er könne nicht sagen, ob es eine Rolle gespielt habe, dass er bereits für die Halbfinals qualifiziert war. "Der Sieg war aber wichtig für mich, um mit einem guten Gefühl weiterzumachen."

ATP-Finals in London: Roger Federer analysiert seinen Drei-Satz-Sieg gegen Kei Nishikori.

ATP-Finals in London: Roger Federer analysiert seinen Drei-Satz-Sieg gegen Kei Nishikori.

Bereits den ersten Satz hätte Federer wesentlich einfacher für sich entscheiden können. Er ging zwar schnell 3:1 in Führung, machte aber einen etwas unkonzentrierten Eindruck. Der Japaner, der ihm auch in der Vergangenheit schon einige Schwierigkeiten bereitet und ihn auch zweimal geschlagen hatte, kämpfte sich zurück, holte sich gleich zwei Breaks hintereinander und ging 4:3 in Führung. Damit hatte Federer aber genug. Im folgenden Game weckte er sich mit zwei lauten "Chum jetzt"-Rufen gleich selber auf und steigerte sich gewaltig. Mit drei guten Games in Folge gewann der sechsfache Masters-Sieger den ersten Satz 7:5.

Der Aufschlag funktionierte allerdings auch in der Folge nicht wie gewünscht. Im zweiten Satz verlor Federer vom 4:1 zum 4:6 nach vielen sehr leichten Fehlern (im gesamten Spiel 35) sogar fünf Games in Folge. Die erneute Wende gelang Federer nicht sofort. Auch im Entscheidungsdurchgang verschaffte sich Nishikori im dritten Game drei Breakbälle, die der Schweizer aber alle abwehrte. Mit einem Rückhandfehler verhalf Nishikori stattdessen Federer zur 3:1-Führung. Zum dritten Mal liess dieser den Vorteil aber wieder entgleiten. Erst als Federer zum 6:4 mit einem Smash beim ersten Matchball ein weiteres Break gelang, gab es für den Japaner kein Zurück mehr.

Der Schweizer gab danach zu, dass ihm Nishikori von der Grundlinie das Leben schwer gemacht habe. Immerhin zeigte er sich äusserst effizient: Er nutzte sämtliche sechs Breakchancen. "Diese Statistik ist wichtig für den weiteren Verlauf wichtig", stellte Federer fest. Er hat nun einen Tag Pause, ehe er am Samstag auf Andy Murray oder Stan Wawrinka trifft, die heute Abend um 21.00 Uhr um den letzten Platz im Halbfinal kämpfen.

Die Bilanz Federers an den ATP-Finals ist damit weiterhin äusserst eindrücklich. Bei seiner 14. Teilnahme erreichte der Rekordchampion zum 13. Mal die Halbfinals, zum neunten Mal blieb er in der Vorrunde ungeschlagen. Nur einmal hat er danach den Halbfinal verloren, bei seinem ersten Masters 2002 gegen Lleyton Hewitt.

Der letztjährige Halbfinalist Nishikori schied mit seiner zweiten Niederlage hingegen aus. Den zweiten Platz hinter Federer machten gestern Abend Novak Djokovic und Tomas Berdych aus. Die Weltnummer 1 aus Serbien musste mindestens einen Satz gewinnen, um den Halbfinal gegen Rafael Nadal zu erreichen.