Verletzungsmisere
Timea Bacsinszky: «Fühle mich wie das fünfte Rad am Wagen»

Seit einem Jahr wartet Timea Bacsinszky, 29-jährig und nur noch die Nummer 314 der Welt, auf einen Sieg. Das ist angesichts ihrer Verletzungsmisere auch nicht erstaunlich.

Simon Häring
Drucken
Kämpft gegen Verletzungen: Timea Bacsinszky.

Kämpft gegen Verletzungen: Timea Bacsinszky.

Keystone

Erst musste sie sich am rechten Handgelenk operieren lassen, weil ein Muskel gerissen war, sich Bänder vom Knochen gelöst hatten und Sehnen beschädigt waren. Dann erlitt sie einen Muskelfaserriss in der linken Wade und nun verpasst sie wegen einer Verhärtung in der rechten Wade Wimbledon. Akupunktur, Reflexologie oder Osteopathie – nichts lässt Bacsinszky unversucht, um möglichst bald wieder auf dem Platz stehen zu können. Doch noch viel schlimmer ist der Leidensdruck.

«Wenn ich mit berufstätigen Freunden unterwegs bin, fühle ich mich wie das fünfte Rad am Wagen. Alle fragen, wie es mir geht, aber es geht einfach nicht vorwärts. Dabei will ich einfach arbeiten. Ich würde auch um vier Uhr morgens aufstehen und Brot backen. Das gäbe mir wenigstens ein Gefühl, etwas getan zu haben.» Für Bacsinszky ist es nicht die erste grosse Prüfung im Leben.

«Als ich 2011 den Fuss brach und drei Operationen hatte, sagten die Ärzte, ich könne nie mehr professionell Sport treiben. Ich hatte damals Depressionen. Aber ich bin rausgekommen und spielte danach so gut wie noch nie. Jetzt ist mein Umfeld viel besser als damals, ich bin von wunderbaren Menschen umgeben und spüre sehr viel Liebe.» Ein Rücktritt sei kein Thema. «Nicht jetzt, nicht in diesem Jahr und auch nicht im nächsten.»

Aktuelle Nachrichten