US Open

Der ultimative Test für Wawrinka und Djokovics Schulter

In New York beliebt und immer näher an seiner Topform: Stan Wawrinka am Samstag im Training, bevor er in der Nacht auf Montag den Titelverteidiger Novak Djokovic herausfordert

In New York beliebt und immer näher an seiner Topform: Stan Wawrinka am Samstag im Training, bevor er in der Nacht auf Montag den Titelverteidiger Novak Djokovic herausfordert

Den ersten Test für seine Schulter besteht Novak Djokovic in der Nacht auf Samstag, der nächste folgt am Sonntag gegen Stan Wawrinka. Der Waadtländer scheint bereit für einen grossen Kampf.

Frage eines Journalisten an Stan Wawrinka: "Sind Sie überrascht, dass Sie schon 24 Mal gegen Novak Djokovic gespielt haben?" Darauf der Schweizer: "Wie gegen Roger (Federer) oder Rafa (Nadal). Sie sind ja auch schon ewig da und gewinnen immer. Wenn du weit kommt, triffst du unweigerlich auf einen von ihnen." Und lachend: "Ich habe oft gegen sie gespielt und oft verloren."

Aber nicht nur: Wawrinka hat auch dreimal bei Grand-Slam-Turnieren gegen Djokovic gewonnen, bei allen drei seiner grossen Titel. Letztmals trafen die beiden vor drei Jahren an gleicher Stätte im Final des US Open aufeinander. "Wenn ich gegen Djokovic spielte, war dies weit im Turnier drin, als ich voller Selbstvertrauen war."

In der Nacht auf Montag (ca. 03.00 Uhr Schweizer Zeit) wird es erst der Achtelfinal sein, und erstmals seit Wawrinkas schwerer Knieoperation 2017. Bei seinem in drei Sätzen erkämpften Drittrunden-Sieg gegen den italienischen Lucky Loser Paolo Lorenzi (ATP 135) schlug der 34-jährige Waadtländer hervorragend auf, beging aber auch viele Fehler. Für das Duell gegen Djokovic muss dies nicht viel bedeuten. "Ich hatte gegen Lorenzi etwas Mühe, die richtigen Schläge zu finden", stellte auch Wawrinka fest. "Aber gegen die Besten hast du weniger Zeit. Wenn du da überlegst, hast du keine Chance." Es könnte ihm helfen, die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Djokovics Schulter scheint zu halten

Auf eine Schwäche von Djokovic hofft der Schweizer nicht. Er wusste vor den meisten anderen, dass der Titelverteidiger und Weltranglistenerste, der ein guter Kollege von ihm ist, ein Problem hat. Wawrinka trainierte in der Woche vor dem Turnier wie so oft mit dem Serben und sah Djokovics Schwierigkeiten aus erster Hand. "Aber jeder hat seine kleinen Probleme", weiss der Lausanner. "Er wird bestimmt bereit sein."

Darauf deutet nicht zuletzt der Auftritt des Topfavoriten in der Nacht auf Samstag hin. Gegen den Amerikaner Denis Kudla (ATP 111) zeigte sich Djokovic deutlich verbessert und gewann sicher in drei Sätzen, nachdem er am Tag zuvor nicht trainiert hatte. "Heute spielte ich fast ohne Schmerzen, darüber bin ich sehr froh", erklärte er. Weitere Details zum Zustand seiner linken Schulter wollte er nicht preisgeben.

Für Wawrinka ist klar: "Seit Wimbledon 2018 ist er an den Grand Slams praktisch unschlagbar. Es wird kompliziert, und ich werde mein bestes Tennis spielen müssen." Sollte der erste Schweizer die Hürde nicht meistern, könnte es fünf Tage später allenfalls ein zweiter versuchen. Roger Federer trifft in seinem Achtelfinal am Sonntag (18.00 Uhr Schweizer Zeit) auf den als Nummer 15 gesetzten Belgier David Goffin, danach im Fall eines Sieges auf einen ungesetzten Spieler (Grigor Dimitrov oder Alex de Minaur).

Djokovic hat auf dem Weg zu einem Halbfinal-Duell mit Federer den auf dem Papier schwierigeren Weg. Nach Wawrinka dürfte es zu einer Revanche gegen den Russen Daniil Medwedew kommen. Die Nummer 5 der Welt fügte Djokovic vor zwei Wochen auf dem Weg zum Turniersieg in Cincinnati eine von dessen seltenen Niederlagen bei.

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