Tennis
Becker: «7:9 im fünften Satz – kann passieren – das ist keine Schande»

Boris Becker ist seit Mitte Dezember Headcoach von Novak Djokovic. Die Première in dieser Funktion ist dem 46-jährigen, dreifachen Wimbledonsieger gründlich missglückt. Wawrinka hat die Party versaut.

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Machte sich nach der Niederlage umgehend aus dem Staub: Djokovic Headcoach Boris Becker.

Machte sich nach der Niederlage umgehend aus dem Staub: Djokovic Headcoach Boris Becker.

Nach dem Ende seines Trainerdebüts ist Boris Becker flugs von der Anlage im Melbourne Park abgedüst. Das unerwartete Viertelfinal-Aus seines Schützlings Novak Djokovic gegen Stanislas Wawrinka hatte den dreimaligen Wimbledonsieger im Mark getroffen.

Sein schönster Sieg: Wawrinka schlägt Djokovic in fünf Sätzen
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Novak Djokovic gratuliert «Stan the Man» Wawrinka.
Wawrinkas unheimlich druckvolles Spiel: Bis zum Ende liess der Romand nicht locker. Der erste Matchball verwertete er.
Machte zunehmend längere Gesichter: Djokovics Trainerbank mit Boris Becker.
Stanislas Wawrinka haut gegen Djokovic mächtig drauf.
Wawrinka ist nach dem Fünfsatz-Kampf ziemlich erschöpft.
Zuerst etwas ratlos, dann fassungslos: Vorjahesfinalist Novak Djokovic verabschiedet sich in Melbourne frühzeitig.
Serbische Fans und auch ein wohl verirrter Wawrinka-Anhänger machen Stimmung.
Macht sich nach tollen Punkt jeweils Mut: Novak Djokovic.
Stanislas Wawrinka gibt egen Djokovic alles.
Wawrinka liefert sich mit Djokovic wieder einen Fünfsatz-Krimi.

Sein schönster Sieg: Wawrinka schlägt Djokovic in fünf Sätzen

Keystone

Statt des vierten Titels bei den Australian Open in Serie gab es für den Serben und seinen neuen Coach beim ersten gemeinsamen Auftritt auf der grosse Bühne einen Tiefschlag. Die 6:2, 4:6, 2:6, 6:3, 7:9-Niederlage gegen Wawrinka beendete Djokovics Serie von 25 Siegen in Folge in Melbourne.

«Stanimal» pfeifft auf Champions-Aura

«Wenn jemand vorbeikommt, der einmal die Nummer eins war, dann wird ihm Platz gemacht. Das bedeutet 15:0 für den Spieler», hatte Becker gesagt, als er Coach von Djokovic wurde.

Dumm nur, dass Wawrinka ganz und gar keinen Platz machte. Keinen Zentimeter wich der «Stanimal», wie Roger Federer ihn seit Neustem nennt, von seiner Linie ab - ihm war es egal, ob Becker aus der Box oder Djokovic auf dem Platz die «Aura der Champions» ausstrahlten.

Nach dem hart erkämpften Sieg gegen Novak Djokovic gönnt sich Stanislaw Wawrinka erst mal ein wohltuendes Bad.

Nach dem hart erkämpften Sieg gegen Novak Djokovic gönnt sich Stanislaw Wawrinka erst mal ein wohltuendes Bad.

Twitter

«Keine Schande»

Die Niederlage von Djokovic ist auch eine Niederlage für Trainer Becker. Darauf hatte sich Letzterer eingelassen, als er sein Leben mit fragwürdigen TV-Auftritten und endlosen Tweets gegen die Rückkehr auf den Tenniscourt tauschte.

«Novak hat eineinhalb Sätze stark gespielt. Dann hat Wawrinka ein unglaubliches Niveau erreicht», sagte Becker.

«Im fünften Satz sah es wieder gut aus. Novak war ein Break vor, hätte 3:1 führen können, doch dann hat er vier Vorhände ohne Not verschlagen. Er hat 7:9 im fünften Satz verloren - das kann passieren. Das ist keine Schande», meinte der 46-Jährige.

Fair applaudiert

Nachdem Djokovic beim Matchball von Wawrinka einen einfachen Vorhand-Volley weit ins Aus spediert hatte, applaudierte Becker noch fair auf der Tribüne. Doch die Niederlage tat weh. Da Djokovic nun nach einer Serie von 14 Grand-Slam-Halbfinals erstmals wieder vorzeitig ausgeschieden ist, werden die Kritiker aus ihren Löchern kommen, die den Sinn der Zusammenarbeit bereits seit dem ersten Tag angezweifelt haben.

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