Super League
Der Konkurrenzkampf bei den Young Boys ist gross – das Remis gegen GC ist zu wenig

Beim 1:1 im Heimspiel gegen die Grasshoppers lässt die Chancenauswertung der Berner zu wünschen übrig. Ausserdem gibt der grosse Kader bei YB zu reden.

Pascal Däscher
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Eine weitere Grosschance gegen GC verpasst: Die YB-Akteure können es kaum glauben.

Eine weitere Grosschance gegen GC verpasst: Die YB-Akteure können es kaum glauben.

Claudio De Capitani / freshfocus

Die Berner Young Boys sind optimal in die Saison gestartet. Sieben Punkte in der Meisterschaft, zwei Vollerfolge in der Conference-League-Qualifikation – bei einem Torverhältnis von 12:1. Am Sonntag liess der 15-malige Schweizer Meister beim 1:1 gegen die Grasshoppers allerdings erstmals Punkte liegen. Für YB war es vor über 26’000 Zuschauern im Wankdorf das erste Gegentor der Saison – nach 408 Minuten. Nach dem Spiel zeigte sich YB-Coach Raphael Wicky gefasst:

«Wir haben alles probiert und gedrückt. Ich kann meiner Mannschaft daher nicht viel vorwerfen. Aber natürlich sind wir nach diesem Unentschieden nicht zufrieden und werden uns im Hinblick auf das nächste Spiel steigern müssen.»

YB-Goalie von Ballmoos sagte nach der Partie: «Wir hätten schon gerne gewonnen. Doch die nächste Chance kommt am Donnerstag.» In der Tat war für einmal die Chancenauswertung bei den Bernern mangelhaft. Symptomatisch war einerseits der vergebene Penalty von Rückkehrer Nsamé in der ersten Hälfte, andererseits der krasse Fehlschuss von Innenverteidiger Mohamed Ali Camara in der Nachspielzeit.

Der Konkurrenzkampf soll beleben

YB ist das Team, dass auf diese Saison hin als der grosse Favorit auf den Titel gehandelt wird. Unter dem neuen Trainer Raphael Wicky sticht insbesondere die grosse Kaderbreite heraus. Auf diese Saison hin wurden etliche Neuzugänge präsentiert, unter anderem der Schweizer Nationalspieler Cedric Itten von den Glasgow Rangers, Rückkehrer Jean-Pierre Nsamé aus Venedig sowie Filip Ugrinic vom FC Luzern.

Muss seine vielen Spieler bei Laune halten: Neo-Trainer Raphael Wicky.

Muss seine vielen Spieler bei Laune halten: Neo-Trainer Raphael Wicky.

Urs Lindt / freshfocus

Zum Konkurrenzkampf sagt Trainer Wicky: «Jeder bekommt die Chance zu spielen. Jeder weiss, dass er abliefern muss, sonst ist ein anderer da.» Angesichts des gedrängten Spielplans der Berner werden wohl auch die meisten Spieler zu Spielpraxis kommen.

Allerdings könnte der Abgang des bulligen Stürmers Wilfried Kanga zu Hertha Berlin, der bei bereits drei Saisontreffern stand, zum Problem werden. Auch ein möglicher Wegzug von Nationalspieler Christian Fassnacht zu Besiktas Istanbul steht im Raum, bezüglich der Ablösesumme sollen sich die Vereine (noch) nicht einig sein.

Die englischen Wochen bei YB gehen weiter

Für YB steht im Rahmen der Qualifikation für die Conference League am Donnerstag das Auswärtsspiel gegen den finnischen Vertreter KuPS Kuopio an, wo die Berner klar in der Favoritenrolle sind. In der Meisterschaft steigt am Sonntag der Klassiker gegen den FC Basel, der in der Tabelle bei einem Spiel weniger bereits fünf Punkte hinter den Bernern liegt.