Fussball

Sportrecht-Experte: Schlechte Karten vor Gericht für Fussballer, die nicht weiterspielen wollen

Rollt in der Schweiz bald wieder? Der Bundesrat hat grünes Licht für Geisterspiele ab dem 8. Juni gegeben

Rollt in der Schweiz bald wieder? Der Bundesrat hat grünes Licht für Geisterspiele ab dem 8. Juni gegeben

Die Nachricht sorgt für Aufsehen: Gemäss einer Umfrage der Schweizer Profifussballer-Gewerkschaft SAFP bei 140 Spielern der Super und Challenge League sind 64 Prozent dafür, die wegen Corona pausierende Saison abzubrechen. Hingegen will die Mehrheit der 20 Profiklubs die Fortsetzung mit Geisterspielen. Vorausgesetzt, die ablehnenden Spieler vertreten ihre Meinung auch gegenüber ihrem Arbeitgeber, droht Krach, sollte die Saison fortgesetzt werden. Können die Spieler ihre Teilnahme am Trainings- und Spielbetrieb verweigern mit der Begründung, das Risiko einer Corona-Infektion sei ihnen zu hoch?

Martin Kaiser, Anwalt und Experte für Sport- und Arbeitsrecht

Martin Kaiser, Anwalt und Experte für Sport- und Arbeitsrecht

«Grundsätzlich nicht», sagt Martin Kaiser, Anwalt und Experte für Arbeits- und Sportrecht: «Der Bundesrat hat dem Profisport die Arbeitserlaubnis ab dem 11. Mai erteilt, unter der Voraussetzung der vom BAG abgesegneten Schutzkonzepte. Wenn der Arbeitgeber, also der Fussballverein, diese Schutzmassnahmen vollumfänglich umsetzt, besteht Arbeitspflicht für die Spieler.» Aber es bestehe wohl Raum für Ausnahmen, so Kaiser: «Die Schutzkonzepte aller Berufsbranchen wurden für Personen ausserhalb der Risikogruppe erstellt. Ein Spieler, der nicht trainieren und spielen will, muss nachweisen, dass das Risiko einer Ansteckung in seinem Fall höher zu gewichten ist als die Arbeitspflicht. Etwa weil er unter dem gleichen Dach wohnt wie eine Person der Risikogruppe. Oder er hatte oder hat ein medizinisches Leiden, das ihn zum Risikopatienten macht.»

Heisst: Sollte ein Spieler, weil ihm nicht wohl in der Haut ist, die Wiederaufnahme von Training und Spiel verweigern, aber auf Lohnfortzahlung pochen, hätte er gemäss Kaiser vor Gericht eher schlechte Karten.

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