Apropos
Die Fifa will den Einwurf abschaffen: Ein Plädoyer für die Flanke mit Händen

Seit 1863 wird der Ball per Einwurf ins Spiel zurückgebracht. Geht es nach der Fifa, soll schon bald der Einkick den Einwurf ablösen.

François Schmid-Bechtel
François Schmid-Bechtel
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Der frühere FCZ-Verteidiger Alain Nef: Mit einem Einwurf weltberühmt geworden in der Schweiz.

Der frühere FCZ-Verteidiger Alain Nef: Mit einem Einwurf weltberühmt geworden in der Schweiz.

Keystone

Irgendwie muss Arsène Wenger ja seinen Lohn rechtfertigen. Also tüftelt der 72-jährige frühere Arsenal-Trainer im Dienst der Fifa eifrig am Fussball der Zukunft. Sein neuster Wurf: Den Einwurf durch einen Einkick ersetzen. «Statistiken zeigen, dass man in acht von zehn solcher Einwurf-Situationen den Ball verliert», sagt der Elsässer.

Es gibt aber auch Gründe, am Einwurf festzuhalten. Erstens: Ein Einwurf in der 93. Minute – ein grosses Bisschen weiter vorne ausgeführt – bringt neue Helden (Alain Nef) hervor und kann Meisterschaften entscheiden (FCZ 2006). Zweitens: Jürgen Klopp hätte plötzlich ein Problem, weil er in Liverpool mit Thomas Grönnemark einen Einwurftrainer – ja, das gibts tatsächlich – engagiert hat. Drittens: Der Einwurf ist für etwas weniger talentierte Aussenverteidiger meist die einzige Chance, am Offensivspiel teilzunehmen. Im Namen der Quentins und Ceccaronis dieser Welt die Bitte: Hände weg vom Einwurf!