Kapitaler Fehlstart

Zwei Fehler, zwei Tore, null Punkte: Der EHC Olten verliert gegen Aussenseiter Winterthur mit 1:2

Der EHC Olten unterliegt zum Saison-Auftakt dem EHC Winterthur auswärts 1:2 – zwei individuelle Fehler kosten den Powermäusen den Sieg.

Die Spielhälfte in der Winterthurer Zielbau-Arena war längst überschritten und die Matchuhr zählte weiter erbarmungslos runter, als die doch zahlreich mitgereisten Oltner Fans sich wenigstens die eine oder andere nennenswerte Grosschance herbeisehnten. Doch da war gähnende Leere.

Der EHC Olten tat sich zum Meisterschaftsauftakt äusserst schwer mit dem Aussenseiter EHC Winterthur – oder viel eher mit sich selbst. Mit dem Defensivspiel, mit dem Spielaufbau, mit dem Kreieren hochkarätiger Chancen.

Und so entwickelte sich die Partie mehr und mehr zu einem wahren Test. Einem ersten Test, der den EHC Olten letztlich von A bis Z nicht erfüllte. Und so gingen die Powermäuse mit einer unerwarteten 1:2-Niederlage vom Eis.

EHCO-Trainer Fredrik Söderström zeigt sich nach Spielende gefasst, ärgert sich aber hinterher, dass seine Spieler zu «fancy», also zu ausgefallen, zu schick, hätten das Spiel an sich reissen wollen.

Und er spricht vor allem von zwei individuellen Fehlern, die nicht hätten passieren dürfen. Er will dabei keine Namen nennen, doch es war klar: Gemeint waren die beiden sonst äusserst aktiven, wirbligen Ausländer Dion Knelsen und Garry Nunn. Sie waren nämlich die Hauptverantwortlichen der beiden Gegentreffer.

Erst lässt sich Dion Knelsen im eigenen Slot die Scheibe zum 0:1 abluchsen (21.). Und in den Schlussminuten vertändelt Garry Nunn die Scheibe zum kapitalen 1:2-Gegenkonter (58). Zwei Fehler, zwei Tore – null Punkte.

«Heute haben wir den Sieg verschenkt. Individuelle Fehler gehören zum Sport. Aber ich denke, wir dürfen von uns ganz allgemein mehr erwarten. Wir müssen konstanter und gradliniger spielen», sagte Söderström und entschuldigte sich fast ein wenig für seine wiederholenden Ausführungen der letzten Tage.

Powerplay in den Schlussminuten

Dabei hätte es der EHC Olten selber in der Hand gehabt, drei Punkte nach Hause zu bringen: Drei Minuten vor Ende der Partie schenken die Schiedsrichter nach einem streng gepfiffenen Allerwelts-Zweikampf den Oltnern eine Überzahlsituation.

Doch statt den Siegtreffer im Powerplay zu suchen, laufen die Powermäuse ins offene Messer. Selbst der sonst überragende EHCO-Torhüter Simon Rytz, der zurecht zum besten Oltner Spieler der Partie gewählt wurde, blieb auf den Konter von Bozon und Veteran Monnet chancenlos.

Zu Ende war das Spiel aber noch lange nicht: In den verbleibenden zweieinhalb Minuten hatte der EHCO noch einmal die grosse Chance auf dem Silbertablett serviert erhalten, während 44 Sekunden in doppelter Überzahlsituation den Ausgleich zu erzielen.

Söderström zog das Timeout, sprach auf die verantwortlichen Spieler ein. Doch es resultierte nichts mehr daraus. Und so war der kapitale Fehlstart in die Saison 19/20 Tatsache.

Der EHC Olten wird damit heute Samstagabend, 17.30 Uhr, den SC Langenthal ohne Punkte im Rücken zum ersten Heimspiel der Saison empfangen. Die Oberaargauer schickten ihrerseits La Chaux-de-Fonds mit einem überzeugenden 4:0-Heimsieg nach Hause.

Söderström: «Ich sagte den Jungs: Lasst uns dieses Spiel so schnell wie möglich abhaken. Wir werden gegen Langenthal eine Reaktion zeigen.»

Dieses Derby wird der EHCO mit Marco Truttmann als Topskorer bestreiten. Der Stürmer hauchte den Powermäusen nach Spielhälfte mit seinem Stocher-Ausgleich zum 1:1 etwas Leben ein. Genützt hatte es aber letztlich herzlich wenig. 

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach:

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