Das Abschlusstraining des EHC Olten vor dem ersten Meisterschaftsspiel gegen den SC Langenthal war geprägt durch einen Farbtupfer. Im wahrsten Sinn des Wortes. Auf dem Eis trug ein Spieler einen pinkfarbenen Gitterhelm.

Devin Muller war der Pechvogel, der das hässliche Stück mit dem Kosenamen «Stevie» zur Schau stellen musste. Er hatte sein Schicksal allerdings selber verschuldet.

Im Trainings-Penaltyschiessen am Montag war der Stürmer, der im Sommer von La Chaux-de-Fonds zum EHCO gestossen ist, als einziger Spieler ohne Torerfolg geblieben. Ausgerechnet einer der treffsichersten Schützen der Vorbereitungsphase. Zur Gaudi seiner Mitspieler und zu seinem eigenen Ärger.

Am Dienstag war bereits das zweite Mal, dass Muller den ungeliebten Kopfschmuck in Besitz nehmen musste. Bei seiner Penalty-Torquote ist es unwahrscheinlich, dass EHCO-Trainer Bengt-Ake Gustafsson während der Meisterschaft in einer allfälligen Kurzentscheidung auf die Dienste des 25-Jährigen vertrauen wird.

Gut möglich, dass es bereits heute Abend ein Penaltyduell geben wird. Das Derby zwischen dem EHC Olten und dem SC Langenthal verspricht jedenfalls Hochspannung. Hier der Gastgeber, der nach einer völlig verkorksten, letzten Meisterschaft zum Auftakt der Wiedergutmachungssaison gleich eine Duftmarke setzen will. Dort der grosse Rivale, der eine traumhafte Saison erlebt hatte, welche mit dem NLB-Meistertitel gekrönt wurde. Die Befindlichkeiten könnten also kaum unterschiedlicher sein. Welch wunderbare Ausgangslage vor dem ersten von insgesamt sieben Derbies (inkl. Cup).

«Wunderbare Ausgangslage»

Man könnte nun aufseiten der Oltner auch anmerken, dass ein weniger anspruchsvoller Einstieg in die neue Saison etwas hilfreicher gewesen wäre. Schliesslich lassen sich 15 Neuzugänge nicht einfach so von heute auf morgen problemlos integrieren. Es wird noch einige Wochen, wenn nicht Monate dauern, bis das Ensemble von Headcoach Bengt-Ake Gustafsson (hoffentlich) aus einem Guss aufspielt. Die Findungsphase ist noch lange nicht abgeschlossen. «Wir werden am Mittwoch sicher noch nicht unser bestes Spiel der Saison abliefern», sagt er. Trotzdem glaubt der Schwede, dass der harte Brocken Langenthal gleich zu Beginn ein wunderbarer Gradmesser ist für seine Mannschaft. «Das erste Spiel zu Hause, hoffentlich mit einem vollen Stadion und guter Stimmung: Wir haben hier eine wunderbare Ausgangslage für einen sehr guten Saisonstart.»

Bengt-Ake Gustafsson stimmt das, was er von seinen Spielern in der letzten Vorbereitungspartie am vergangenen Samstag beim Deutschen Zweitligisten Freiburg (4:3-Sieg) gesehen hat, zuversichtlich. «Wir haben sehr gut gearbeitet. Das erste Drittel war sehr gut. Dann sind wir etwas passiver und fehlerhafter geworden. Am Ende zeigten die Spieler aber gute Einstellung und konnten die Partie noch wenden.»

Der EHCO-Headcoach weiss um die Gefahr, dass seine Spieler angesichts der Ausgangslage übermotiviert und somit verkrampft in das Duell gegen die Rivalen aus dem Oberaargau gehen.

«Wichtig ist, dass alle fokussiert bleiben und sich auf die einfachen Dinge konzentrieren. Es bringt nichts, etwas Spektakuläres versuchen zu wollen.» Man habe im Vorfeld der Partie viel darüber gesprochen, dass man nicht zu viel wollen dürfe. Gustafsson: «Wir müssen mit Geduld arbeiten.»

Punkto Aufstellung ist noch nicht allzu viel in Stein gemeisselt. Während der ganzen Vorbereitung probierten die Trainer verschiedene Variante aus. Klar ist lediglich, dass die Oltner am Mittwochabend wie Gegner Langenthal (Campbell/Kelly/Tschannen) mit einem «Atomsturm» antreten werden.

Gustafsson vereinigt die beiden neuen Ausländer Ryan Vesce und Tim Stapleton in derselben Sturmlinie, wobei Stapleton die Rolle des Mittelstürmers spielen wird. Ergänzt werden die beiden US-Amerikaner mit dem verhinderten Penaltyschützen Devin Muller.

Im Tor wird die neue Nummer eins, Simon Rytz, stehen. Zuschauen müssen der rekonvaleszente Verteidiger Simon Lüthi (Knie/mit seiner Rückkehr ist im Oktober zu rechnen) sowie Stürmer Helder Duarte (Leiste).