Eishockey

«Wir gehen mit diesem Kader ins Rennen»: Der EHC Olten wird auch bei einer Modusänderung kaum mehr Geld investieren

Der EHC Olten beim letzten Spiel der Saison Ende Februar im Stadion Kleinholz.

Der EHC Olten beim letzten Spiel der Saison Ende Februar im Stadion Kleinholz.

Der EHC Olten dürfte bei beschlossener Modusänderung und einem vereinfachten Aufstieg für den B-Meister kaum mehr Geld investieren als bisher. EHC-Olten-Sportchef Marc Grieder sieht punkto Modus-Debatte positive wie auch negative Aspekte.

Sommertraining, Sponsoring oder allgemeine Terminvereinbarungen – so manche Planung muss in Zeiten der Coronakrise auch in der Eishockeybranche vor sich hergeschoben werden. Diskutiert wird hinter den Kulissen dennoch viel, insbesondere etwa über den Modus. Um Kosten einzudämmen, wollen National-League-Klubs die Saison 20/21 ohne möglichen Absteiger austragen, im Gegenzug würde der Swiss-League-Meister direkt aufsteigen.

Rund um die Debatte einer Ligaaufstockung auf 13 Teams wurden zuletzt weitere Varianten weitergedreht: Von einer Aufstockung auf 14 Teams war die Rede, womit wohl die Swiss-League-Finalisten aufsteigen würden. Oder eine (eher utopische) Variante wurde umhergereicht, wonach es nur noch eine Profiliga geben soll mit rund 16 Teams, wobei die MySports-League zusätzlich mit den heutigen B-Farmteams die zweithöchste Liga bilden würde.

Wie denkt der EHC-Olten-Sportchef über solche Diskussionen? Marc Grieder verfolgt die Debatte eng und schwankt in seiner Meinung hin und her: «Grundsätzlich finde ich es keinen schlechten Ansatz. Hat ein Klub mit sportlichem Erfolg einen Aufstieg verdient und erfüllt dieser die wirtschaftlichen Voraussetzungen, dann bin ich kein Gegner einer Aufstockung», sagt Grieder und ergänzt: «Andererseits wäre der Entscheid ein weiterer Schritt Richtung geschlossene Liga, den ich nicht unterstützen will.»

Es scheint danach auszusehen, dass die Klubs einer Modusänderung, verbunden mit einer Ligaaufstockung, an der Ligaversammlung im Juni zustimmen würden. Ein Beschluss dürfte zur Folge haben, dass bei den Topklubs der Swiss League ein Wettrüsten um grosse Namen beginnen würde.

Dabei wird in Hockeykreisen vermutet, dass eine zusätzliche Investition einer Million Franken längst nicht ausreichen würde, um beim vereinfachten Aufstieg in die höchste Liga ein Wörtchen mitreden zu können. Grieder: «Es wäre eine grosse Chance. Aber wir müssen auch die Realitäten sehen und eingestehen, wo wir derzeit stehen. Mit all den wirtschaftlichen Folgen, die wegen der Coronakrise noch auf uns zukommen werden, müssen wir – Stand heute – froh sein, wenn wir überhaupt im Herbst mit Zuschauern die Saison beginnen können.»

Veränderungen bei Partnerschaften?

Wettrüsten hin oder her, Marc Grieder sagt: «Wir gehen mit dem Kader ins Rennen, das wir haben.» Der EHC Olten hat mit derzeit 2 Torhütern, 8 Verteidigern und 11 Stürmern das Team bis auf eine oder zwei offene Positionen beisammen (siehe Box unten).

Weitere Spieler könnten als Ausleihe in Form von B-Lizenzen noch zur Mannschaft stossen. So ist es ein offenes Geheimnis, dass Sportchef Grieder nur zu gerne die beiden SCL-­Tigers-Talente Joel Salzgeber und Keijo Weibel wieder im Oltner Dress sehen würde.

Doch gerade bei den zuletzt guten Partnerschaften zu National-League- Klubs kam Bewegung ins Spiel. Während in Bern Florence Schelling zur Sportchefin ernannt wurde, übernimmt bei den SCL Tigers mit Marc Eichmann ein Langenthaler das Amt des Sportchefs. Marc Grieder ist überzeugt, dass die guten Beziehungen aufrechterhalten werden können. «Es wäre falsch, wenn jemand die persönlichen Interessen in den Vordergrund rücken würde.»

Sommertraining: Rund um den Zugersee skaten

Per Ende April beziehungsweise Anfang Mai wäre beim EHC Olten der Startschuss zum Sommertraining gefallen. Doch ­vorerst bleibt den Spielern das individuelle Training in den eigenen vier Wänden sowie draussen im näheren Wohngebiet. Der Klub unterstützt die Spieler so gut, wie es geht. So konnten Spieler Hanteln und weitere Fitnessgeräte des Klubs ausleihen.

Grieder appelliert an die Selbstdisziplin der Profisportler. «Nebst unseren Fitnessprogrammen kann man trotz Coronakrise weiterhin auf Hügel rennen, Velo fahren oder Inlineskaten. Man kann sich weiterhin sehr gut austoben», hält Grieder fest.

So, wie dies zum Beispiel Neuzuzug Cyril Oehen getan hat, der nebst den gewohnten Workouts die rund 45km lange Strecke rund um den Zugersee mit seinen Inlineskates abgefahren ist.

Und trotzdem: Der EHC Olten sehnt sich nach dem geregelten Sommertraining. Grieder: «Wir erhoffen uns, dass wir bald wieder, vielleicht in 5er-Gruppen, trainieren können.»

Meistgesehen

Artboard 1