Es kamen nur 3400 Leute. Und der Grossteil der Besucher ging mit hängenden Köpfen und knurrenden Mägen nach Hause. Dass nur die Hälfte aller Imbissstände geöffnet war, passte zu einem tristen Gesamtbild, welches letztlich von einer ebenso tristen Darbietung der Oltner Spieler dominiert wurde. 0:3 stand am Ende oben auf dem Videowürfel. «Wir haben es nicht verdient, dieses Spiel zu gewinnen», musste am Ende auch EHCO-Headcoach Chris Bartolone ohne Wenn und Aber eingestehen.

Starkes erstes Drittel, und dann...

Dabei hatte die Partie aus Sicht der Oltner nicht mal schlecht begonnen. Das erste Drittel war sogar eines der besten in der laufenden Saison. Die EHCO-Cracks liefen viel, gewannen die meisten Zweikämpfe und kreierten einige hochkarätige Chancen. Bis auf zwei Unterzahlsituationen, in denen die Gäste aus dem Jura gefährlich wurden, hatten die Oltner das Geschehen im Griff. Doch eine weitere, unnötige Strafe gegen Cédric Schneuwly sorgte schliesslich für den unerklärlichen Bruch im Spiel der Powermäuse.

Ajoie nutzte seine dritte Überzahl mit einer herrlichen Kombination zum Führungstreffer und war in der Folge das klar bessere Team. «Nach diesem Gegentor waren wir irgendwie geschockt», meinte Stefan Mäder, der zusammen mit seinen Sturmlinienkollegen Silvan Wyss und Roland Gerber die meisten Akzente in einer sonst blassen Oltner Mannschaft zu setzen vermochte.

«Das darf uns nicht passieren»

Dass sich eine designierte Spitzenmannschaft wie der EHC Olten durch einen solchen Gegentreffer derart aus dem Konzept bringen lässt, ist allerdings irritierend. Das wusste auch Mäder: «Das darf uns nicht passieren. Die richtige Reaktion wäre gewesen, noch mehr zu laufen, noch mehr zu kämpfen. Aber das ist uns nicht gelungen.»

In der Tat hatten die Ajoulots in der Folge leichtes Spiel und erzielten im mittleren Abschnitt zwei weitere Treffer zum 0:3. Und gestanden ihrerseits den zunehmend mut- und ideenlosen Oltner kaum mehr eine qualitativ hochwertige Chance zu.

Ajoie wie ein Spitzenteam

Der HC Ajoie trat so strukturiert, konzentriert und kaltblütig wie eine Spitzenmannschaft auf – angeführt vom einmal mehr überragenden Ausländer-Duo Hazen/Devos. Von diesem Auftreten muss sich der EHC Olten eine dicke Scheibe abschneiden, wenn man gegen die Jurassier zu einem späteren Saisonzeitpunkt bestehen möchte. Es war ein Realitäts-Check der unangenehmen Sorte.

Gut möglich, dass sich bei den Oltnern an diesem Sonntag die vielen Absenzen sowie die Müdigkeit summiert und letztlich zu diesem blutleeren Auftritt geführt haben. «Ich hatte das Gefühl, dass wir heute gehofft haben, dieses Spiel irgendwie zu gewinnen, anstatt wirklich daran zu glauben», befand Chris Bartolone, der der Niederlage aber auch positive Aspekte abgewinnen könnte: «Natürlich hätten wir uns einen Sieg gewünscht. Aber wir haben seit dem ersten Meisterschaftsspiel nie mehr nach 60 Minuten verloren. Deshalb kann so eine Niederlage auch ein Weckruf für die Jungs sein.»

Lesen Sie hier die Partie im Liveticker nach: