Erst um 21.50 Uhr am gestrigen Freitagabend stand fest, gegen wen der EHC Olten morgen Sonntag sein erstes Halbfinalspiel bestreiten wird. Weil der HC Thurgau die Finalissima gegen Ajoie sensationell mit 2:1 gewann, steht nun wie im vergangenen Jahr eine Derby-Playoff-Serie auf dem Programm. Der SC Langenthal kommt am Sonntag zum ersten Halbfinal-Duell ins Kleinholz.

Damit geht auch für EHCO-Headcoach Chris Bartolone und seine Spieler eine lange Zeit des Wartens zu Ende. Wenn der Anpfiff zum ersten Vergleich mit den Langenthalern ertönt, dann werden neun lange Tage seit dem letzten Ernstkampf der Oltner in Visp vergangen sein. Kein Wunder spricht Bartolone davon, dass sich seine Jungs so fühlen müssen wie Rennpferde, die vor dem Start zu ihrem Rennen ungeduldig in der Startbox ausharren müssen: «Sie wollen endlich wieder spielen.»

Respekt vor Verletzungen

Was tun also, damit die EHCO-Cracks, die nach langen Pausen generell eher Mühe bekunden, wieder in die Gänge zu kommen, am Sonntag keinen Kaltstart erwischt? Bartolone und sein Assistent Michael Tobler hatten da keine einfache Aufgabe zu lösen.

«Wir haben versucht, im Training Spielsituationen zu simulieren. Aber auch da mussten wir vorsichtig sein, weil sich immer wieder Spieler verletzt haben», beschreibt der EHCO-Headcoach die Herangehensweise mit einem Seitenblick auf die Verletzungen von Jewgeni Schirjajew und von Stan Horansky, die sie sich während Trainingseinheiten zugezogen haben.

Grundsätzlich ging es Chris Bartolone in den vergangenen Tagen darum, dass seine Spieler «Spass, Arbeit und Fokus» in der richtigen Dosis kombinieren konnten. Die Einheiten vom Montag und vom Dienstag waren körperlich sehr fordernd.

Gute Bilanz gegen Langenthal

Am Mittwoch folgte eine Pause, der Donnerstag sei «kurz und und intensiv» gewesen. Am Freitag legte man im Training das Hauptaugenmerk auf die Detailpflege, standen die Special Teams im Mittelpunkt. Dasselbe wird auch in der Einheit von heute Samstag nochmals Trumpf sein.

«Nur mit dem Unterschied, dass wir jetzt endlich unseren Gegner kennen.» Und Langenthal ist für die Oltner ja beileibe kein unbekannter Gegner. Die beiden Teams sind in der Qualifikation nicht weniger als acht Mal aufeinander getroffen – wobei der EHCO fünfmal als Sieger vom Eis ging.

Im Halbfinal ist vorderhand noch nicht damit zu rechnen, dass einer der verletzten Spieler zurückkehrt. Was auch heisst, dass die Spielerdecke vor allem im Sturm sehr dünn ist. Momentan verfügen die Oltner über genau zwölf gesunde Angreifer.

Was tun also, sollte es einen weiteren Verletzten geben? Dann dürfte der zum Verteidiger umfunktionierte, gelernte Center Stéphane Heughebaert zum Handkuss kommen. Ähnlich wie Cyrill Aeschlimann in der vergangenen Saison. «Über ein solches Szenario denkt man nicht gerne nach. Aber man muss sich damit auseinandersetzen», sagt Bartolone.

Noch ist nicht absehbar, dass einer der verletzen Spieler zurückkehrt. Klar ist aber: Je länger die Oltner in den Playoffs dabei sind, umso grösser ist die Wahrscheinlichkeit, dass Schirjajew und Co. wieder eingesetzt werden können.

Bereit für den nächsten Schritt

Bis dahin gibt es für den EHC Olten aber noch viel zu tun. Chris Bartolone ist jedoch zuversichtlich, dass sich seine Mannschaft auch gegen Langenthal von ihrer besten Seite zeigt. «Wir haben einen starken Goalie. Wir stehen kompakt in der Defensive. Wir schiessen vorne unsere Tore. Und die Special Teams funktionieren. Deshalb bin ich überzeugt, dass wir bereit sind für den nächsten Schritt.»

Jetzt muss nur noch das Rennen endlich losgehen.