Swiss-League-Playoffs

Wenn die EHCO-Teamleader erwachen: Die erste Sturmlinie ging beim 7:0-Sieg voran

Garry Nunn nach seinem Powerplaytreffer zum 2:0

Garry Nunn nach seinem Powerplaytreffer zum 2:0

Man musste sich gestern als Matchbesucher erst einmal daran gewöhnen: Weil es in den Playoffs auch in Sachen Skorerpunkte wieder von Null beginnt, hiess der EHCO-Topskorer diesmal Jewgeni Schirjajew. Das letzte Spiel, in dem nicht Dion Knelsen als Topskorer auflief, datiert vom 12. Oktober 2019 – der Mann in Gelb damals: ­Marco Truttmann.

Von wem er übernahm, daran konnte sich Dion Knelsen erinnern. Der Kanadier muss über die Frage, ob er ohne das auffällige Topskorer-Dress etwas leichtfüssiger aufspielen konnte, schmunzeln. «Ganz ehrlich: Ich vermisse es nicht und gebe es auch immer gerne ab», sagt er. Es sei gewiss eine Auszeichnung, dass man vieles persönlich richtig mache im Team, «aber es ist Tatsache, dass man als Topskorer eben auch mehr Aufmerksamkeit der Gegenspieler auf sich zieht, mehr Schläge einstecken muss und härter angegangen wird», sagt Knelsen und fühlte sich nach einem Garderobengespräch mit Jewgeni Schirjajew nach dem beeindruckenden 7:0-Sieg in seiner Aussage bestärkt.

Highlights EHCO - Langenthal (23.2.2020)

Nunn mit Spektakel-Treffer: «Ein High-Level-Tor»

Dass der gelbe Helm weitergereicht wurde, stellte sich für den EHC Olten im Verlaufe des dritten Playoffspiels gegen Langenthal als eine Win-Win-Situation heraus. Dion Knelsen wurde von den Oberaargauern immer wieder sträflich alleine gelassen, während Jewgeni Schirjajew seinerseits mit persönlichem Selbstvertrauen aus dem zweiten Spiel als bester Oltner und dem gelben Helm auf dem Kopf sichtlich beflügelt über das Eis schwebte.

Für die grosse Unterhaltung sorgte aber insbesondere die erste Linie. Nachdem Dion Knelsen (6.) und Garry Nunn (10.) mit ihren Powerplaytoren früh den Sieg ebneten, riefen sie auch bei 5-gegen-5 ihr Potenzial ab. Insbesondere Garry Nunns Treffer zum 4:0 war erstklassig. Der Kanadier liess sich von einem Faustschlag nicht aus der Ruhe bringen, setzte sich in einem weiteren Zweikampf durch und lupfte die Scheibe im Fallen hoch in den Torhimmel. «Das ist ein absoluter High-Level-Treffer», lobte Trainer Fredrik Söderström.

Den Arbeitstag rundete das Duo mit dem ansehnlichen 5:0 ab, als Rouiller exzellent Knelsen lancierte und dieser am weiten Pfosten Nunn bediente. «Wir haben smart gespielt und kaum Fehler begangen. Wir haben gezeigt, dass wir Eishockey spielen können», sagte der dreifache Torschütze Garry Nunn.

Und Dion Knelsen meinte: «Ich bin stolz auf das Team, dass wir auch nach vier oder fünf Toren nicht aufgehört haben, unser Spiel abzurufen und wir ihnen bis zum Schluss nicht viel zugestanden haben.»

Söderström zeigte sich glücklich, dass die Teamleader vorangingen und das ganze Team bestärkten. «Alle haben zu diesem Erfolg beigetragen, auch die vierte Linie hat so hart gearbeitet. Wir wissen: Wir brauchen alle. Wir dürfen uns nicht nur auf Dion und Garry verlassen.»

Das tat der EHC Olten ohnehin nicht. Auch Lukas Haas schoss sich mit zwei Toren und viel Einfluss aufs Spiel den angestauten Frust von der Seele. Das 7:0 stimmt zuversichtlich. Nunn: «Wenn wir so weiterspielen, dann können wir jede Mannschaft dieser Liga schlagen.»

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