Visp oder Thurgau? Die Frage über den passenderen Viertelfinal-Gegner spaltete nach der Qualifikation fast ein wenig das Oltner Fanlager. Nur vier Playoffspiele später hat man Gewissheit: Die Zweifel, die nach den vier verlorenen Qualifikationsspielen gegen Visp geäussert wurden, waren unbegründet. Der EHC Olten konnte in den Playoffs den Schalter kippen und wurde der Favoritenrolle gegen Visp gerecht. Mit einem 4:1-Auswärtssieg schickt der EHC Olten den EHC Visp in die Sommerpause. Und das mit einem sogenannten «Sweep» – «weggewischt» mit der Mindestanzahl von vier Spielen.

Hinzu kommt, dass die vierte Playoff-Niederlage am Freitagabend für die Walliser eine überaus geschichtsträchtige ist: Sie verabschieden sich nicht nur von der Saison 2018/19, sie schliessen nach 40 Jahren das Kapitel Litternahalle ab und ziehen im Herbst in die neu gebaute Lonza-Arena unweit der Litternahalle.

Es sah zu Beginn dieser vierten Playoff-Partie fast ein wenig danach aus, als würden sie den Abschied aus dieser Halle sehnlichst erwarten. Visp startete behäbig. Das lag aber auch daran, dass der EHC Olten dort anknüpfte, wo er zwei Tage zuvor aufgehört hatte: Beim Toreschiessen. Nach nur 67 Sekunden lag die Scheibe erstmals im Tor der Visper. Lukas Haas fand mit einem scharfen, flachen Zuspiel Bryce Gervais vor dem Tor alleinestehend vor, der nur noch den Stock hinzuhalten brauchte.

Wirklich erholt haben sich die Visper von diesem frühen Gegentreffer der Oltner in der Folge nie mehr. «Dieses erste Tor war enorm wichtig für uns. Es hat den Vispern etwas die Luft abgeschnürt», bilanzierte Chris Bartolone nach dem Spiel und sagte: «Wer weiss, was passiert wäre, wenn Visp den ersten Treffer dieser Partie geschossen hätte?»

Willkommene spielfreie Tage

Der EHCO ruhte sich auf dem Führungstor fast ein wenig aus. Viele Chancen verzeichneten die Oltner im Startdrittel nämlich nicht. Aber jene, die sich die Oltner erarbeiteten, nutzten sie eiskalt: Gegen den Spielverlauf erhöhte Verteidiger Colin Gerber nach einem Vorstoss auf 2:0 (12.). Wiederum zeichnete sich vor allem der Passgeber aus: Cason Hohmann bewies sein ausgezeichnetes Auge.

Der EHCO tat in diesem vierten Spiel auch etwas für die bislang eher durchschnittliche Überzahlstatistik: Mit dem 1:0 sowie dem darauffolgenden 3:0 von Lukas Haas – ein Geschoss auf Pass von Lüthi und Hohmann – verwertete der EHCO immerhin ein Drittel aller Powerplaymöglichkeiten.

Das Spiel schien in der Folge etwas vor sich hinzuplätschern, als noch einmal Hektik aufkam. Denn plötzlich stand es nur noch 1:3. Fernando Heynen hauchte den Vispern mit seinem Treffer zehn Minuten vor Schluss Leben ein. Der EHCO war daraufhin nur noch mit Defensivarbeit beschäftigt.

Fast vier Minuten vor Schluss setzte Visp nach einem Timeout alles auf eine Karte, ersetzte Torhüter Lory durch einen zusätzlichen Feldspieler, was Ueli Huber zum Schlusspunkt hinter die Viertelfinalserie setzte.

Bartolone zeigte sich erleichtert: «Nach dem dritten Sieg waren wir im Hoch, sie im Tief. Ich denke, Visp war letztendlich mental müde. Zwei Mal nach Verlängerung zu verlieren, stellt ein Team immer auf die Probe», so der EHCO-Headcoach und meinte vorausblickend: «Ich bin froh, bekommen wir nun einige spielfreie Zusatztage. Da können viele Blessuren verheilen.»

Apropos Blessuren: Am Freitag fehlte neben Horansky und Schirjajew wie erwartet auch Marco Truttmann. Er verletzte sich im dritten Spiel am Arm. Eine erste Untersuchung hat gezeigt: Gebrochen ist entgegen erster Befürchtungen nichts. Wann er wieder eingreifen kann, ist unklar.

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