Es ist ein erster Zweikampf-Sieg in der neuen Saison, den der EHC Olten für sich verzeichnen kann: Stanislav Horansky wechselt vom EHC Biel zum EHC Olten.

Anfang Woche buhlten nebst den Dreitannenstädtern auch die Rapperswil-Jona Lakers um Horansky, nachdem zu Beginn der Verhandlungen auch noch NLB-Meister Langenthal am Slowaken mit Schweizer Lizenz interessiert war.

Doch die ambitionierten Zielsetzungen des EHCO haben es dem 23-jährigen Stürmer ganz offensichtlich angetan. «Dieser Transfer ist eine schöne Bestätigung unserer Arbeit. ‹Stan› passt super in unsere Strategie», freut sich EHCO-Sprecher Pierre Hagmann.

Horansky, dessen Karriere in der abgeschlossenen Saison (44 Spiele, 7 Punkte) beim EHC Biel stagnierte und nun in der NLB neuen Schwung holen will, wurde in der Saison 15/16 von Biel nach sieben Spielen ans Partnerteam Ajoie ausgeliehen. Bei den Jurassiern sammelte Horansky in 54 Saisonspielen 41 Skorerpunkte (19/22) und hatte damit einen wesentlichen Anteil am NLB-Meistertitel von Ajoie.

Für den Wechsel zum EHC Olten dürften wohl auch die Umstände sprechen, dass Horansky mit Mäder, Barbero, Rouiller und Torhüter Rytz bereits einige EHCO-Spieler aus vergangenen Tagen bei Ajoie oder Biel bestens kennt.

Stanislav Horansky, hier im Biel-Dress, läuft nächste Saison für den EHCO auf

Stanislav Horansky, hier im Biel-Dress, läuft nächste Saison für den EHCO auf

Polanskys Abgang liegt nahe

Mit dem Transfer von Horansky hat der EHC Olten den gewünschten Stürmer mit NLA-Erfahrung gefunden. Auf dem Slowaken, der aufgrund unzähliger Juniorenspiele in der Schweiz das Oltner Ausländerkontingent nicht belastet, ruhen viele Hoffnungen.

Horansky ist der 28. Spieler im EHCO-Kader, weshalb sich die Kaderplanung für die kommende Saison in der Abschlussphase befindet.

Einzig auf den Ausländerpositionen gibt es noch grosse Fragezeichen. Hält der EHCO an Justin Feser, der einen laufenden Vertrag bis Ende nächster Saison besitzt, fest?

So gut wie besiegelt ist hingegen Jiri Polanskys Abgang, mit dem man seit Saisonende in engem Kontakt geblieben war. Der Tscheche wird seinen langjährigen Vertrag in Trinec aller Voraussicht nach wahrnehmen müssen. Nach dem Abgang des Trainers, mit dem sich Polansky überworfen hatte, will Trinec wieder auf seine Identifikationsfigur – ja lebende Legende – setzen. «Es sieht danach aus, als würden sich die Wege trennen», bestätigt Hagmann.

Immerhin: Polansky wird man in guter Erinnerung behalten, was auf Gegenseitigkeit basiert. «‹Jiri› hat auch beim gestrigen Gespräch wieder betont, dass die EHCO-Monate ihm viel bedeutet und gezeigt hätten, dass es nebst Trinec, wo er fast seine ganze Karriere spielte, auch andere gute Vereine gibt», so Hagmann. Sprich: Wer weiss, was die Zukunft bringt?

Jiri Polansky dürfte nicht mehr für den EHC Olten auflaufen

Jiri Polansky dürfte nicht mehr für den EHC Olten auflaufen

Nichtsdestotrotz ist der EHC Olten daran, sich um weitere Ausländer mit Format zu kümmern. Hierfür soll der EHCO mit einem amerikanischen Stürmer mit NHL- und KHL-Erfahrung in Kontakt stehen, der sowohl als Center wie auch als Flügel eingesetzt werden könnte.

Beim EHC Olten will man dazu noch nicht konkret Stellung beziehen. Es heisst lediglich, dass man sich in den nächsten Tagen eine Zusage erhoffe.

Derweil hat sich eine Baustelle im Staff ergeben. Torhütertrainer Simon Pfister hat ein Angebot von Vizemeister Zug angenommen, weshalb sich der EHC Olten auf der Suche nach einem Nachfolger befindet.

Dann dürfte langsam, aber sicher nach dem Totalumbruch – dem Abgang von nominell 15 Spielern und der Verpflichtung von bislang 14 Spielern – auch bei den Verantwortlichen allmählich wieder Ruhe vor dem nächsten grossen Sturm einkehren.

«Es war eine extrem intensive Zeit. Aber ich glaube, die investierte Zeit in die Planung der nächsten Saison hat sich gelohnt. Wir werden eine schlagkräftige, hungrige Mannschaft mit einer guten Mischung zwischen junger Unbekümmertheit und solider Erfahrung zu sehen bekommen», sagt EHCO-Geschäftsführer Peter Rötheli, der seit der Entlassung Köbi Köllikers nebst dem Marketing auch für das Amt des Sportchefs mit Trainer Bengt-Ake Gustafsson ad interim verantwortlich zeichnet.

Es wird nicht lange dauern, bis sich der Leistungsdruck im Kleinholz wieder in Richtung Mannschaft verschiebt. Schon am Montag beginnt die intensive Phase des Sommertrainings. Peter Rötheli: «Die Spieler werden sich ihren Stammplatz erkämpfen müssen.»