Testspiel

Vor 613 Fans mit Maske: EHC Olten schlägt HC Lugano mit 4:3 nach Verlängerung

Der EHC Olten hat zweieinhalb Wochen nach der 1:8-Niederlage gezeigt, dass er gegen ein HC Lugano, der ohne Ausländer antrat, doch bestehen kann. Ein griffiges Schutzkonzept hat einen Tag vor einem weiteren gewichtigen Bundesratsentscheid funktioniert.

Erster Auftritt im Kleinholz in der neuen Saison, erster Sieg für den EHC Olten. Gegen den National-Ligisten HC Lugano verwandelten die Powermäuse einen 0:3-Rückstand bei Spielhälfte noch in einen 4:3-Erfolg nach Verlängerung. In der vierten Minute der Overtime traf Dion Knelsen und sorgte damit für die ersten Ovationen im mit über 600 Zuschauern – trotz Corona-Massnahmen – gut gefüllten Kleinholz.

Lugano ohne Ausländer, aber blitzschnell

Lange Zeit musste man jedoch befürchten, dass die Oltner im dritten Testspiel zum dritten Mal als Verlierer vom Eis gehen würden. Der HC Lugano trat zwar ohne seine ausländischen Stars Mark Arcobello, Mikkel Bödker, Tim Heed (alle geschont) und Jani Lajunen (rekonvaleszent) an, aber die Tessiner hatten in der ersten Spielhälfte klare Vorteile. Dies vor allem, weil die Mannschaft von Headcoach Fredrik Söderström immer wieder Mühe hatte mit den schnellen Kombinationen der «Bianconeri». Schon nach 62 Sekunden liess sich der ansonsten sehr sicher agierende Simon Rytz von Vedovas Schuss in der nahen, hohen Ecke erwischen. Dann vernaschte Julian Walker EHCO-Verteidiger Dan Weisskopf mit einer Finte zum 0:2 (18.). Und nach Suris 0:3 in der 25. Minute sah alles nach einem neuerlichen, klaren Sieg der Luganesi aus. Auch wenn sich die Oltner im Vergleich zur 1:8-Schlappe von Mitte August in Lugano klar gesteigert hatten.

Es brauchte schliesslich ein Powerplay-Tor als Dosenöffner für den EHCO. Neuzuzug Daniel Carbis verwertete die wunderbare Vorlage von Philipp Rytz zum 1:3. Mit diesem Treffer wurden die Oltner deutlich mutiger, während die Lugano-Spieler ihre Beine nicht mehr so schnell bewegten wie zu Beginn. Dion Knelsens Anschlusstor (33.) brachte den EHCO endgültig zurück ins Spiel.

Das Heimteam musste sich aber bis in die 57. Minute gedulden, ehe mit Leonardo Fuhrer ein zweiter Neuling erfolgreich war. Der gross gewachsene Center wurde von Dominic Weder schön lanciert und liess Lugano-Keeper Zurkirchen mit einem platzierten Schuss keine Chance. Es war der Treffer, welcher Knelsens Happy-end in der Verlängerung überhaupt erst möglich machte.

Die neuen bringen Wasserverdrängung

Aufseiten der Oltner gefiel vor allem die Tatsache, dass man sich von den physisch starken Luganesi nicht unterkriegen liess. Die körperlich präsenten Spieler wie Fuhrer, Cyril Oehen oder Cedric Hüsler bringen eine gehörige Portion Wasserverdrängung in die Reihen des EHCO. Auffällig war auch der Auftritt von Daniel Carbis an der Seite der beiden Kanadier Knelsen und Nunn. «Es ist schön, mit ihnen zusammen zu spielen, aber es bedeutet natürlich auch eine gewisse Verantwortung», so der Bündner, der aus La Chaux-de-Fonds zu den Oltnern stiess.

Bereits am Freitag steht der nächste, interessante Test für die Oltner auf dem Programm. Dann kommt der Swiss-League-Krösus und Favorit EHC Kloten ins Kleinholz. Man darf gespannt sein.

Das Spiel im Livestream zum Nachschauen:

EHC Olten - HC Lugano

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