Volleyball
Volley Schönenwerd und der Traum vom zweiten Finaleinzug nach 2014

Am Samstag beginnen für die Niederämter die Playoff-Halbfinals: Topscorer Luca Ulrich ist vor dem Duell gegen Chênois zuversichtlich. Die Mannschaft hat in den letzten Wochen bewiesen, dass sie zu einem Exploit fähig ist.

Marcel Kuchta
Merken
Drucken
Teilen
Topscorer Luca Ulrich (l.) in Aktion.

Topscorer Luca Ulrich (l.) in Aktion.

Joerg Oegerli / oegerli-sportfotos

2014 stand Volley Schönenwerd zum biser einzigen Mal in einem Playoff-Final. Damals blieb man gegen Lugano allerdings chancenlos. Nun nehmen die Niederämter einen neuen Anlauf, die Endspiel-Serie zu erreichen. Halbfinal-Gegner wird ab heute Samstag Chênois sein.

Auch wenn die Genfer aufgrund der Leistungen in der Qualifikation in der Favoritenrolle ins Rennen gehen, so dürfen sich die Schönenwerder, die sich seit geraumer Zeit einer guten Verfassung erfreuen, intakte Chancen auf den Finaleinzug ausrechnen. Das sieht auch Topscorer Luca Ulrich so. «Wir sind selbstbewusst und fühlen uns sehr gut», sagt der 24-Jährige. Seine Zuversicht schöpft er aus dem Steigerungslauf, welchen «Schöni» seit der Amtsübernahme von Trainer Liam Sketcher hingelegt hat.

Nicht in der Favoritenrolle, aber trotzdem auf Augenhöhe

«Wir haben bewiesen, dass wir auch gegen gute Teams bestehen können», sagt Ulrich und verweist auf die Siege gegen Topequipen wie Lausanne oder Amriswil. «Liam vermittelt und mit seiner positiven Art viel Selbstvertrauen.» Chênois habe zweifellos ein gutes Team, «aber wir können sie schlagen, auch wenn wir nicht der Favorit sind», sagt der Luzerner in Diensten der Niederämter.

Wichtig ist für Luca Ulrich, dass man die eigenen Stärken in der Waagschale werfen könne: «Wir sind ein starkes Serviceteam. Wenn wir konstant gut aufschlagen, dann hat jeder Gegner Mühe.» Wenn man zusätzlich auch in der Annahme relativ konstant bleibe, «dann muss der Gegner eine sehr gute Leistung bringen, um uns zu besiegen», unterstreicht der 1,96 Meter grosse Aussenangreifer, der in seiner dritten Saison bei den Schönenwerdern steht.

Als die Maschinerie ins Stottern geriet

Nimmt man die Leistungen in der Viertelfinal-Serie gegen Jona als Massstab, in welcher sich der Favorit mit 3:1-Siegen durchsetzte, dann ist von den Solothurnern vor allem wieder mehr Konstanz gefragt. Nach zwei problemlosen Erfolgen zum Auftakt, geriet die Maschinerie Schönenwerds etwas ins Stottern. Spiel Nummer drei ging in der heimischen Betoncoupe-Arena verloren. In der vierten Begegnung lag man bereits mit 0:2-Sätzen in Rücklage, ehe man doch noch den Rank fand und schliesslich den Sack zumachen konnte. «In den ersten beiden Spielen gegen Jona lief es für uns fast ein wenig zu einfach», sagt Ulrich und fügt an: «Danach waren wir mental nicht mehr ganz auf der Höhe, uns fehlten sowohl die Spielfreude als auch der nötige Biss». Umso wichtiger sei es gewesen, dass der Mannschaft in der vierten Begegnung noch das Comeback gelang.

Punkto Personal müssen die Schönenwerder ohne Redjo Koci und Leandro Gerber auskommen. Besonders die Absenz des unscheinbaren, aber ungemein stabilen Koci hat das Team gespürt. Ersatzmann Stanislaw Wawrzynczyk wurde im vierten Playoff-Duell gegen Jona ins kalte Wasser geworfen, zeigte bei seiner Premiere aber eine ansprechende Leistung. Wenn auch er sein zweifellos vorhandenes Potenzial voll ausschöpft, dann könnte der Finaltraum Schönis in Erfüllung gehen.

Ein rundumerneuerter Gegner

Die besten vier Teams der Qualifikation setzten sich in den Playoff-Viertelfinals durch. Somit kommt es in den Halbfinals zu den erwarteten Paarungen Amriswil (1.) gegen Lausanne (4.) und Chênois (2.) gegen Schönenwerd (3.). Die Genfer gewannen in der Qualifikation 10 von 14 Spielen. Zweimal unterlagen sie Leader Amriswil. Die weiteren Niederlagen resultierten gegen Jona und Schönenwerd. Wobei Chênois im abschliessenden Spiel der Qualifikation in der Betoncoupe Arena in Schönenwerd nicht mehr mit der Bestbesetzung antrat. Am Ende der Quali hatten die Genfer drei Punkte mehr auf dem Konto als Schönenwerd. Der sechsfache Schweizer Meister Chênois war in der abgebrochenen Saison 2019/20 noch Vierter und trat dieses Jahr mit einem komplett erneuerten Team an. Topscorer des Teams ist der serbische Diagonalangreifer Strahinja Brzakovic. Zweitbester Punktesammler ist der Schweizer Nationalspieler Jovan Djokic, der von Amriswil kam. Er spielt auf der Aussenposition neben dem Polen Jakub Urbanowicz oder dem 22-jährigen Schweizer Florian Pittet. Die Angriffe werden vom französischen Passeur Hugo Capotiondo gelenkt. In der Mitte setzt Chênois auf das Schweizer Duo Karim Zerika und Antonio Dos Santos. (raw)