Handball NLB

TV Solothurn: «Wir sind keine Profisportler»

Ein Bild vergangener Tage. Noch ist unklar, wann der TV Solothurn seinen nächsten Ernstkampf bestreitet.

Ein Bild vergangener Tage. Noch ist unklar, wann der TV Solothurn seinen nächsten Ernstkampf bestreitet.

Seit Ende Oktober ist der Spielbetrieb in der NLB unterbrochen. Die nächste Runde ist Mitte Februar angesetzt. Jedoch rechnen weder der Verband noch die Vereine damit, dass dieser Termin auch wahrgenommen werden kann. Die Pläne des Handballverbands zur Wiederaufnahme des Spielbetriebs lösen beim TV Solothurn keine Freudensprünge aus.

Seit dem 25. Oktober ruht der Handball in der NLB. Die verschärften Massnahmen des Bundes zur Eindämmung der Coronapandemie hatten zur Folge, dass der Spielbetrieb seither unterbrochen ist und in absehbarer Zeit auch nicht wieder aufgenommen wird. «Da die NLB seitens der Behörden als nicht-professionelle Liga eingestuft wurde, ruht der Ball in der zweithöchsten Liga bereits seit mehreren Wochen, analog zu sämtlichen anderen Breitensportligen», sagt Matthias Schlageter, Leiter Kommunikation der Swiss Handball League.

Wann eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs stattfinden kann, steht momentan noch in den Sternen. Der Schweizerische Handballverband (SHV) kann zum jetzigen Zeitpunkt weder zur Wiederaufnahme noch zu eventuellen Massnahmenänderungen seitens des Bundes Stellung nehmen. Es gilt, den weiteren Verlauf der Pandemie sowie die Regelungen des Bundes zu verfolgen. Bei allfälligen Änderungen wird der Verband die Lage mit Swiss Olympic und dem Bundesamt für Sport neu einordnen. Obwohl momentan die ersten Runden auf Mitte Februar angesetzt sind, gehen weder Vereine noch der Verband davon aus, dass dieser Termin eingehalten werden kann.

Wiederaufnahme des Spielbetriebs Mitte Februar unrealistisch

«Der TV Solothurn rechnet nach der neusten Entwicklung nicht damit, dass die Meisterschaft am 13. Februar gestartet werden kann», sagt Gaudenz Oetterli, Co-Präsident des TV Solothurn. Ohnehin hatte man gegen den im Dezember erarbeiteten Spielplan schon damals einige Vorbehalte. Die Belastung für die Spieler sei zu hoch, müssten diese in verkürzter Zeit alle restlichen Spiele absolvieren. Man kann die NLB in dieser Hinsicht auch nicht mit Profi-Ligen vergleichen: «Wir sind nicht Profisportler, unsere Spieler arbeiten tagsüber. Der SHV hat völlig ausser Acht gelassen, was für Auswirkungen ein solcher Spielplan auf das Privat- und Berufsleben der Spieler hat.»

Zudem zeigen die Profiligen, dass Ansteckungen bei laufendem Spielbetrieb nicht verhindert werden können und gewisse Teams bereits mehrmals in die Quarantäne mussten. Das sei im Profibereich zwar umsetzbar, in der NLB können die Spieler jedoch nicht vom Sport leben und müssen tagsüber arbeiten.

Kann die Meisterschaft überhaupt gewertet werden?

Ein weiteres Problem der hohen Spieldichte bei einer Wiederaufnahme des Spielbetriebs wären die Spielabsagen. Die Vereine hätten kaum die Möglichkeit, ausgefallene Spiele zu wiederholen, da Ausweichtermine fehlen. Doch wie könnte eine Meisterschaft gewertet werden, bei der nicht alle Vereine gleich viele Spiele absolviert haben?

Es gibt Modelle aus dem Basketball und Unihockey, wo anstatt der Gesamtpunktzahl mit dem Punkteschnitt gerechnet wird. Könnte man ein solches Modell auch in der NLB einführen? Fragen, die in den nächsten Tagen und Wochen beantwortet werden müssen. Der SHV plant Mitte Januar mit den Vereinen eine Telefonkonferenz abzuhalten, um das weitere Vorgehen zu diskutieren.

Kommunikation und Vorgehen des Verbands irritieren die Vereine

Beim TV Solothurn ist man nicht restlos glücklich mit der Kommunikation des Nationalverbandes. Man begrüsse zwar die Initiative, weiterspielen zu wollen, hätte sich aber ein anderes Vorgehen gewünscht. Noch im Oktober startete der SHV eine Umfrage zum weiteren Vorgehen unter den Vereinen der NLB. Zu diesem Zeitpunkt war die grosse Mehrheit für eine normale Fortführung der Meisterschaft. Das war aber noch bevor sich die gesundheitspolitische Lage drastisch verschärft hat.

«Wir begrüssen die Initiative des SHV, die Saison weiterspielen zu wollen. Dennoch hätten wir uns ein anderes Vorgehen gewünscht.»

Trotzdem hielt der Verband auch danach an den Entscheidungen im Oktober fest und wollte diese durchsetzen. Beim TV Solothurn hätte man sich jedoch gewünscht, dass die Pläne zur Fortsetzung der Meisterschaft der Realität angepasst würden, da bereits im Dezember absehbar war, dass Mitte Februar zu früh für die Wiederaufnahme der Meisterschaft ist. Die Telefonkonferenz der NLB-Teams mit dem SHV wird zeigen, ob sich der Verband bis dahin Alternativen zur Vollsaison überlegt hat und wie diese bei den Vereinen ankommen.

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