Swiss League

Tommy Sjödin wird per sofort Assistenztrainer des EHC Olten – er soll die Verteidiger besser machen

Tommy Sjödin wird per sofort Assistenztrainer des EHC Olten

Tommy Sjödin wird per sofort Assistenztrainer des EHC Olten

Tommy Sjödin übernimmt per sofort beim EHC Olten den Posten des Assistenztrainers. Der 54-jährige Schwede hat beim EHC Olten einen Vertrag bis Saisonende unterzeichnet.

Als bekannt wurde, dass ­EHCO-Assistenztrainer Dennis Hall aus gesundheitlichen Gründen den Vertrag nicht mehr erfüllen kann und in die Heimat zurückkehrt, machte dies auch in Schwedens Eishockey zügig die Runde. Headcoach Fredrik Söderström, gut vernetzt im skandinavischen Hockeybusiness, wurden umgehend Namen potenzieller Nachfolger zugespielt. Unter anderem meldete sich ein ihm bekannter Sportdirektor eines schwedischen Klubs, dass er Tommy Sjödin wärmstens empfehlen könne.

Jener Tommy Sjödin, den Söderström zuvor erst «ein paar Mal» persönlich getroffen habe. Und vor allem jener Sjödin, den Söderström als Teenager verfolgt hatte, als dieser noch aktiv war. «Ich war fasziniert von seinem Spiel. Er war ein absoluter Leader mit grossem Charisma. Tommy ist heute als Trainer noch sehr leidenschaftlich, ein Leader mit grossem Charakter, der auch Emotionen zeigen kann», erzählt Söderström.

Der 12 Jahre jüngere Chef: Eine heikle Konstellation?

Der heutige EHCO-Head­coach verfolgte Sjödin auch noch über die Spielerkarriere hinaus mit seiner Entwicklung im Trainerbusiness.

Sjödin war die letzten vier Jahre als Coach in der höchsten schwedischen Liga SHL engagiert, hauptsächlich als Assistenztrainer bei Brynäs IF. Während der Saison 17/18 wurde er zum Headcoach befördert, worauf er im November der Saison 18/19 gefeuert wurde.

Zuletzt sprang er im Frühjahr dieses Jahres als Assistenz­trainer bei seinem Heimklub Timra ein, konnte den Abstieg aus der SHL aber ebenfalls nicht verhindern.

Von einer heiklen Konstellation, dass der 12 Jahre ältere Sjödin mit deutlich mehr Erfahrung ihm grundsätzlich die Headcoach-Position streitig machen könnte, will Söderström, 42-jährig, nichts wissen.

«Tommy ist eine sehr loyale Person. Er hegt keine Ambitionen auf das Headcoach-Amt, weil er selbst seine Stärken in der Arbeit des Assistenten sieht», sagt Söderström. Tatsächlich gilt Sjödin in Schweden als Mann, der weniger prädestiniert ist für ein Cheftrainer-Amt, jedoch als Assistent bei Spielern äusserst geschätzt wird.

Sjödin soll viel eher noch das fehlende Puzzleteil in Söderströms täglicher Arbeit sein. «Ich bin überzeugt, dass Tommy die Spieler stärker machen kann. Er hat die Fähigkeiten, Lösungen auf den Tisch zu bringen», freut sich Söderström, der gleichzeitig betont, dass nicht unerwähnt bleiben sollte, welche «wertvolle Stütze» Sportchef Marc Grieder in den vergangenen vier Wochen für ihn war. «Ich bin ihm dankbar, was er interimistisch in dieser Zeit geleistet hat. Das ist nicht selbstverständlich.»

Am Samstag fliegt Sjödin in die Schweiz, wo er Mitte der 90er-Jahre als Offensivverteidiger für Lugano und Kloten prominent in Erscheinung trat. Ausserdem absolvierte er 106 NHL-Spiele für Minnesota, Dallas und Québec sowie über 700 Spiele in der SHL.

Mit Schwedens Nationalteam gewann er einen kompletten WM-Medaillensatz, wobei selbstredend das WM-Gold als Captain 1991 als grosses Highlight heraussticht.

Mit seinem enorm grossen Erfahrungsschatz soll Sjödin insbesondere die Oltner Defensive auf das nächste Level hieven. Söderström schrieb auf den Sozialen Medien voller Tatendrang: «Mit dem Wissen, wie wichtig es ist, fähige Leute um sich zu haben: Das kann der Anfang von einem grossen Erfolg sein. Das fühlt sich aufregend und inspirierend an.»

Fredrik Söderström begrüsst in einem Tweet Tommy Sjödin

Für Nostalgiker, Tommy Sjödin als Spieler in den 90er-Jahren:

Lugano-Offensivverteidiger Tommy Sjödin (l.) schiesst am 5. Januar 1997 das 1:0 für Lugano. Den Klotenern Greg Brown und Reto Pavoni bleibt das Nachsehen.

Lugano-Offensivverteidiger Tommy Sjödin (l.) schiesst am 5. Januar 1997 das 1:0 für Lugano. Den Klotenern Greg Brown und Reto Pavoni bleibt das Nachsehen.

13. November 1997: Luganos Tommy Sjödin (r.) verfolgt ZSC-Spieler Axel Heim.

13. November 1997: Luganos Tommy Sjödin (r.) verfolgt ZSC-Spieler Axel Heim.

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