Beim SC Langenthal hat man den 2:1-Sieg des EHC Olten in Spiel eins schnell einmal als Glückssieg abgekanzelt. Bereits wollen die Oberaargauer in der Derbyserie einige Parallelen zur Viertelfinalserie gegen Kloten gesehen haben, in welcher der SCL nach einer Auftakt-Niederlage eindrücklich durchmarschiert war.

EHCO-Stürmer Diego Schwarzenbach winkt bei solchen Spielchen ab: Floskeln seien das, denn Serien würden sich ohnehin nie vergleichen lassen. Und überhaupt: Vier Niederlagen in Folge wolle der EHC Olten in der derzeitigen Verfassung mit fünf Siegen aus fünf Spielen natürlich keinesfalls zulassen, meint er.

Diego Schwarzenbachs kurioses Führungstor in der 5. Minute der ersten Playoff-Halbfinal-Partie gab beim EHC Olten auch zwei Tage danach noch zu reden. Stefan Mäder hatte die Scheibe an der Mittellinie tief gespielt und sich auswechseln lassen, als der Puck plötzlich aus dem Bandenrund abprallte und vor das Tor trudelte. Während SCL-Torhüter Wüthrich hinter dem Tor auf die Scheibe lauerte, stand Schwarzenbach plötzlich alleine vor dem leeren Tor.

«Wir haben im Training die Bande noch einmal angeschaut, eigentlich gibt es keine Unregelmässigkeiten. Vielleicht war da ein Eiszapfen oder so», spekuliert Schwarzenbach und ergänzt: «Es war schon ein sehr glückliches Tor. Aber auch das gehört in den Playoffs dazu. Wir nehmen es gerne», sagt er schulterzuckend und schmunzelt. Liebend gerne nimmt man solche Zufallstreffer vor allem dann, wenn sie mitunter sogar ausschlaggebend zum Sieg beitragen.

Immer wieder diese Scheibenverluste

Als die Langenthaler immer mehr am 2:2-Ausgleich schnupperten, legten sie vor allem auch im Körperspiel eine Schippe drauf. Das bekam nicht zuletzt auch Diego Schwarzenbach zu spüren, der einen nicht geahndeten Ellbogencheck gegen den Kopf hinnehmen musste. «Ich habe kurz Sternchen gesehen», bestätigt er. Eine Verletzung trug Schwarzenbach glücklicherweise nicht davon, weshalb für ihn das Thema abgehakt ist. Auch das gehört zu den Playoffs.

Er glaubt denn auch nicht, dass die Langenthaler übertrieben physisch spielten. «Wir hatten eher Mühe mit ihrem taktischen Spiel. Wir müssen in der Defensivzone sauber stehen und unbedingt die Scheibenverluste abstellen. Wir hatten den sauberen Umgang mit der Scheibe ab dem 2:0 teilweise vernachlässigt», merkt er an.

Und auch das Powerplay lief plötzlich nicht mehr wunschgemäss. Nach dem 2:0-Powerplaytor von Bryce Gervais wollte den Oltnern in Überzahl nicht mehr viel gelingen. Es gipfelte darin, dass man sich mit einem Mann mehr sogar schwertat, in die offensive Zone zu gelangen. Kein Wunder also, dass am Tag vor Spiel zwei das Überzahlspiel im Training im Fokus stand. Auch das Szenario eines zusätzlichen Feldspielers wurde simuliert.

Und die Scheibenverluste? Es ist ein grosser Dorn im EHCO-Auge. Und auch im Auge des Headcoachs. Denn Chris Bartolone appelliert gerne an die Sorgfalt mit dem Puck.

Schwarzenbach: «Das Abstellen der Puckverluste kann man nicht trainieren. Jeder muss sich bewusst sein, dass wir in der Defensivzone und an den blauen Linien einfach keine Scheiben verlieren dürfen.» Es ist wohl eine Frage der Entschlossenheit.

Der EHC Olten hat also noch viel Luft nach oben. «Wir wissen, dass wir noch nicht oft unsere beste Leistung abrufen konnten», sagt Schwarzenbach.

Und dennoch: Dass man dabei auf eine reine Playoff-Weste mit fünf Siegen aus fünf Spielen blicken kann, stimmt Schwarzenbach besonders zuversichtlich. «Wir haben gute Goalies, stehen defensiv schon viel besser. Wir sind voller Selbstvertrauen.»