Für den EHC Olten beginnt heute Abend (19.45 Uhr) mit dem Heimspiel gegen die Ticino Rockets der Qualifikationsschlussspurt. In den letzen fünf Partien wird sich wohl auch entscheiden, welcher Goalie als Nummer eins in die Playoffs starten wird. «Wir haben noch nicht abschliessend definiert, wie wir es machen werden. Die Tendenz geht aber in die Richtung, dass wir auf einen Stammgoalie setzen», wagt Assistenz- und Torhütertrainer Michael Tobler einen Blick in die Zukunft.

Der Blick zurück auf die letzte Saison zeigt allerdings auch, dass sich die Situation schnell ändern kann. Nach dem ersten Drittel des zweiten Viertelfinal-Duells gegen den HC Thurgau waren die Playoffs für die designierte Nummer eins, Simon Rytz, zu Ende. Rytz wurde ausgewechselt. Matthias Mischler kam, sah, siegte und blickte nicht mehr zurück, bis der EHCO im Playoff-Final an den Rapperswil-Jona Lakers scheiterte.

Rytz hat die Nase vorn

Betrachtet man die Statistik der aktuellen Qualifikation, wird die Frage, wer in diesem Jahr die designierte Nummer eins im Tor der Oltner während der entscheidenden Meisterschaftsphase sein wird, fast automatisch beantwortet. Simon Rytz hat in allen Kategorien die Nase vorn.

Natürlich wird das zum jetzigen Zeitpunkt niemand bestätigen. Aber die Karten des Routiniers sind deutlich besser als jene Mischlers, der in dieser Saison mit grossen Leistungsschwankungen zu kämpfen hatte. Tobler sagt: «Simon Rytz hatte am Anfang etwas Mühe und wurde im weiteren Verlauf der Meisterschaft konstanter. Bei Matthias Mischler war die Tendenz eher umgekehrt.»

Wobei Tobler im selben Atemzug anmerkt, dass die letzten beiden Auftritte Mischlers gegen die GCK Lions (11:0) und den HC Thurgau (3:1) überzeugend waren. Zuvor sah er beispielsweise bei den Niederlage in Winterthur (3:6) unglücklich aus. Mischler selber relativiert den Eindruck, den man von aussen erhalten hat: «Ich habe mich immer gleich gut gefühlt. Aber manchmal kassiert man in gewissen Spielen eben dumme Gegentore, während der Gegner in anderen Spielen nur den Pfosten trifft. Es ist letztlich auch ein wenig Glück oder Pech dabei.»

Ein Zeichen setzen

Heute Abend gegen die Ticino Rockets dürfte gemäss Rotation wieder Simon Rytz zwischen den Pfosten stehen. Der Routinier ist seinerseits bestrebt, ein Zeichen zu setzen: «Ich versuche, den Trainern zu zeigen, dass ich parat bin für die Playoffs. Dann müssen sie entscheiden, wie sie es machen wollen.»

Die beiden EHCO-Goalies waren um ihren Job im bisherigen Verlauf der Meisterschaft nicht immer zu beneiden. Während die Powermäuse die mit Abstand offensivstärkste Mannschaft der Liga stellen, so bildet sie punkto Defensive unter den sechs Spitzenteams das Schlusslicht. Simon Rytz hat sich mit diesem Umstand inzwischen arrangiert. Er sagt schmunzelnd: «Es ist so, dass wir eine sehr offensivstarke Mannschaft haben und dafür in der Defensive bislang nicht ganz so stabil sind. Auf der anderen Seite gibt es uns Goalies auch die Chance, uns auszuzeichnen.»

Auch beim Trainerteam ist man sich dieser Tendenz vollauf bewusst und hat in den letzten Wochen entsprechend das Hauptaugenmerk auf das Verhalten in der eigenen Zone gelegt: «In der ersten Saisonhälfte haben wir in der Defensive sehr viel zugelassen. Das war für unsere Goalies nicht immer einfach. Es ist aber auch ein Zeichen, dass wir den Fokus in letzter Zeit ein wenig geändert haben und vermehrt auf unsere Verteidigungsarbeit achten», erklärt Michael Tobler. Das Ziel aller Beteiligten ist klar: In den Playoffs muss das Team durchs Band stabiler auftreten – egal, wer im Tor steht.