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Simon Lüthi im Powerplay: Der Defensivverteidiger mit der offensiven Rolle

Defensivverteidiger Simon Lüthi schliesst im Powerplay ab.

Defensivverteidiger Simon Lüthi schliesst im Powerplay ab.

EHCO-Verteidiger Simon Lüthi hat im Gleichschritt mit dem Team aus dem Tief gefunden und nimmt nun im Überzahlspiel eine wichtige Rolle ein.

Es erweist sich rund um den Aufschwung mit zuletzt acht Siegen in Serie als einen der cleversten Coaching-Schachzüge: Im Dezember, inmitten der Zeit, in welcher der EHC Olten im Tief steckte und nicht mehr weiter wusste, vertraute der Trainerstaff um Headcoach Fredrik Söderström und Assistent Marc Grieder im Zuge zahlreicher Umstellungen plötzlich seinem Verteidiger Simon Lüthi und beorderte ihn in das damals besonders harzende Powerplay-Team.

Seine Aufgabe: An der blauen Linie sollte der 34-jährige Verteidiger, der sich selber ebenfalls nicht in Bestform befand, für neue Impulse sorgen und seine Erfahrung ausspielen.

Und tatsächlich schlägt der gebürtige Emmentaler ein: ­Simon Lüthi schiesst beim 8:1-Heimsieg gegen die EVZ Academy vor Weihnachten im Powerplay sein erstes Saisontor. Es verleiht ihm «einen grossen Schub», wie er rückblickend sagt. Weitere Punkte lässt er folgen, sodass Lüthi mittlerweile bei 6 Skorerpunkten in 29 Spielen steht.

Damit hat der Rechtsschütze bereits so viele Punkte gesammelt, wie in den vergangenen zwei Saisons in der gesamten jeweiligen Qualifikation – er, der von sich selbst sagt, dass er alles andere als ein geborener Skorer ist und eigentlich eher bedacht ist auf die nicht weniger wertvolle Defensivarbeit. Aber obwohl er sich eher als Defensivverteidiger sieht, gefalle ihm das Spiel mit der Scheibe im Powerplay durchaus. «Es macht auch für mich mehr Spass, mit der Scheibe etwas anzustellen, als dauernd hinterherzurennen», sagt er und lacht.

Ja, er stelle eine erfreuliche Steigerung fest, sagt er auf die Frage nach der Teamform. «Ich finde es innerhalb einer Saison mental wichtig, dass man sich stetig steigert», um dann in den Playoffs bereit zu sein und reüssieren zu können. «Ich denke, darauf können wir weiterhin aufbauen.»

Das Selbstvertrauen sieht Simon Lüthi als einen der zentralen Aspekte, die zum Aufschwung beigesteuert haben. Läuft es gut, stehe man am Morgen denn auch leichtfüssiger auf. «Es tut gut, wenn man spürt, dass man von der täglichen Arbeit Früchte ernten kann.»

Dabei habe er, genauso wie alle anderen Spieler auch, erst noch selbst gehadert. Positiv zu bleiben, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und nicht loszulassen, habe in der Zeit geholfen. Auch dass sie den Rank gefunden hätten, einen Schritt zurück zu machen und grossen Wert auf die kleinen Sachen zu legen, sei wertvoll gewesen.

«Man konzentriert sich dann vorerst mal wieder darauf, den kürzesten Pass exakt auf die Schaufel zu spielen oder die Inside-Position zu halten.» Erst, wenn solche grundsätzlichen Dinge wieder erfüllt würden, lässt sich als Verteidiger auch auf anderes fokussieren. Wie etwa die offensiven Interaktionen. Und so hat Simon Lüthi unlängst nicht nur seine Rolle im Team gefunden, er verfügt auch wieder über das Selbstvertrauen, das zweifellos vonnöten ist, um seine Rolle erfüllen zu können.

Vertrag läuft bis 2022

Bleibt nur die Frage nach Simon Lüthis Zukunft, der sich mit 34 Jahren im Herbst seiner Karriere befindet. «Ich habe in meiner Karriere viele Verletzungen erlitten. Nun fühle ich mich körperlich super und achte auf den Körper. Mir macht das Eishockey spielen noch immer grossen Spass. Und solange das so ist, möchte ich auf diesem Niveau weiterspielen», sagt Lüthi, dessen Vertrag beim EHCO noch eine weitere Saison bis 2022 läuft. Was danach folgt, will der Student einer höheren Wirtschaftsschule vorerst noch offen lassen - und sich auf das Hockey konzentrieren.

Und da sollte der EHC Olten als nächstes Ziel, nach dem Dämpfer im Derby gegen Langenthal, mit dem gewonnenen Selbstvertrauen heute beim HC La Chaux-de-Fonds und am Donnerstag bei der EVZ Academy wieder den Ton angeben.

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